Nachschau - Veranstaltung am 18.02.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Der Nahe Osten –
Chaos mit oder ohne Perspektive?

Referent:

Dr. David Th. Schiller

Publizist und Dozent
 

am Mittwoch, 18. Februar 2015, 19.30 Uhr

im Burgwald-Kasino

 

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vom 26.02.2015

Schiller: „Lösung nur militärisch“

Vortrag über den Nahen Osten bei der GSP

Haben sich mit dem Nahen Osten beschäftigt: Referent Dr. David Th. Schiller (links) und Sektionsleiter Holger Schmör. Foto: nh

Frankenberg. Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Waldeck-Frankenberg (GSP) setzte mit ihrer jüngsten Veranstaltung die Themenreihe über die Krisengebiete fort. „Der Nahe Osten – Chaos mit oder ohne Perspektive?“, diese Frage sollte Dr. David Th. Schiller den Zuhörern, die Sektionsleiter Holger Schmör im voll besetzten Saal des Burgwald-Kasinos begrüßte, beantworten.

„Wir denken in Nationen, Staaten und Grenzen und meinen, dass dieses auch auf den Nahen Osten, die arabischen Länder zutrifft. Dies ist nicht so“, stellte der Referent klar. Dann stieg er in die Thematik ein.

Die heutigen Konflikte haben ihre Ursachen in den Geschehnissen seit dem 7. Jahrhundert. Die Beherrschung durch die Türken, die Besetzung der Franzosen, Engländer und Italiener seien nach wie vor in den Köpfen der Bevölkerung. Der sich daraus entwickelte heute noch existierende Minderwertigkeitskomplex trage zu der Ablehnung der westlichen Welt bei.

Nach dem Ersten Weltkrieg habe sich die muslimische Bruderschaft gegründet, die heute in vielen Ländern des arabischen Raumes großen Einfluss besitze. Saudi-Arabien sei langsam mit der Einführung des Wahabismus entstanden, eine Strömung zurück zum Ur-Islam. Auch die willkürliche Aufteilung der Region durch fremde Mächte ohne Rücksicht auf Ethnien und Völker sei Nährboden für das permanente Chaos.

Im Nahen Osten lebe man mit anderen Zeit- und Wertvorstellungen. Greueltaten wie das Köpfen würden dort als konsequent und Stärke anerkannt. Die Mediendarstellung, mit der der Islamische Staat (IS) den Terror instrumentalisiert, werde professionell hergestellt. Hinrichtungen würden inszeniert.

Der IS sei eine sehr fundamentalistische Interpretation des Islams. Eine sehr alte Bewegung, die sich immer neue Namen gegeben habe. Die ISKämpfer seien gut und modern ausgerüstet. Finanzielle Unterstützung komme aus mehreren Quellen.

Eine Grenze überschritten

Die brutale Vorgehensweise des IS habe, auch durch den Abschuss eines jordanischen Piloten, eine Grenze überschritten, die von den arabischen Staaten nicht mehr hingenommen werde. Ob deren Bekämpfung große Wirkung habe, bleibe abzuwarten.

Das Chaos im Nahen Osten sei mit verursacht durch die westlichen Mächte und Russland. Dort seien heute noch zu wenige Kenner und Versteher für diese Region. Es würden noch immer eigene Ziele verfolgt, ohne Rücksicht, wie sich dies auf die Region und letztlich global auswirkt.

Auf die Frage, wie das Problem zu lösen sei, antwortete Dr. Schiller: „Aktuell, um dem Terror ein Ende zu machen, nur militärisch.“

Die Gefahr reiche bis in die deutsche Gesellschaft hinein. Im Nahen Osten herrsche Chaos. Perspektiven zur Friedensschaffung sehe er derzeit nicht. (nh/flk)

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