Strong Europe: Besuch bei U.S. Army Europe - USAREUR - in Wiesbaden

Von Dr. Heinz Neubauer
Gruppenfoto vom GSP-Besuch bei USAREUR. - Foto: Peter Mock/USAREUR

Am letzten Juli-Samstag besuchten knapp 80 Gäste USAREUR in der Lucius D. Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim. Dazu hatten die acht GSP-Sektionen in Baden-Württemberg und die regional zuständigen Jugendoffiziere der Bundeswehr eingeladen.

Neben Mitgliedern und Gästen waren auch Freunde der GSP aus dem benachbarten Österreich, der Schweiz und Frankreich der Einladung gefolgt.

Absicht war es, den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die Aktivitäten und Erfahrungen von USAREUR zu vermitteln; die NATO hat in Folge der NATO-Gipfel in Wales (2014) und Warschau (2016) die gemeinsamen Übungen mit den europäischen NATO-Partnern gegenüber der Zeit vor der Krimannexion mehr als verdreifacht.

Interoperabilität heißt das Stichwort, werden doch alle NATO-Operationen nicht im nationalen Alleingang, sondern immer mit den Partnern geplant, durchgeführt und ausgewertet. Das hat sich durch die Akzentverschiebung von Stabilisierungsoperationen (Beispiel ISAF / RSM) zur Bündnis-verteidigung (NATO Readiness Action Plan) nicht geändert. Allerdings gilt es wieder Prozeduren und Abläufe zu üben, um im Bündnisgebiet Verlegefähigkeiten über strategische Entfernungen, die präzise Arbeitsteilung zwischen zeitweilig präsenten NATO-Truppenteilen und den aufnehmenden Ländern - ‚host nations‘ – sowie die taktische Zusammenarbeit von Truppenteilen vor Ort sicher-zustellen.

Das erste Beispiel einer besonderen Qualität von Zusammenarbeit war der Gastgeber des Besuches, der (deutsche) Brigadegeneral Markus Laubenthal, der seit zwei Jahren als Chef des Stabes USAREUR dient. Also: ein deutscher Offizier steuert die Stabsaktivitäten eines U.S. amerikanischen Heereskommandos, welches national für 51 Länder in Europa inklusive von Anteilen in Asien und Nahost verantwortlich ist. Er ist zu 360o in die Command Group unter dem Befehl von U.S. Generalleutnant Ben Hodges integriert, nicht nur im Tagesgeschäft, sondern er beurteilt jährlich alle Offiziere im Dienstgrad Oberst des Kommandos.

Nach dem ‚military lunch‘ im „Cafe Europe“ ging es zunächst in das Museum von USAREUR, in dem die Teilnehmer die amerikanische Präsenz in Europa seit 1917/19 sowie ab 1944 Revue passieren ließen. Anschließend wurde das „Allerheiligste“, die Operationszentrale (OPZ) besucht. Hier wird 24/7 365 Tage im Jahr das Weltgeschehen verfolgt, sofern es den Zuständigkeitsbereich USAREUR betrifft. Hier können an 130 Bildschirm-Arbeitsplätzen alle technischen Kommunikationsmöglichkeiten zur Lagefeststellung, zur Entscheidungsfindung und zur Umsetzung genutzt werden; donnerstags routinemäßig für den Commanding General und immer bei Bedarf, also wenn der ‚battle captain‘ die unterschiedlichsten Teilnehmerkreise einberuft. – Die diensthabende Schicht schilderte die Abläufe auch an Hand des jüngsten Putsch-Geschehens in der Türkei.

Schließlich unterrichtete General Laubenthal, im Dialog mit der Besuchergruppe, in einem der Seminarräume ausführlich über das seit 2014 intensivierte Übungsgeschehen des U.S. amerikanischen Heeres, vor allem an der Ost- aber zunehmend auch an der Südostgrenze des NATO-Bündnisgebietes gemäß des verbindenden Slogans: Forward – Responsive – Engaged . Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Stärkung des gegenseitigen Vertrauens in die interoperablen militärischen Fähigkeiten, in das Verständnis der Gesellschaften in den Stationierungs- wie Gast-ländern und in das gegenseitige Beistandsversprechen nach Artikel V des NATO-Vertrages. Ein filmischer Rückblick auf die gerade zu Ende gegangene Übung ANAKONDA’16 in Polen, an der 15.000 amerikanische und 16.000 europäische NATO-Soldaten aus 24 Ländern teilnahmen mit Verlegung, Einsatz und Versorgung, beendete das Informationsangebot. Alle diese Aktivitäten und Details verdeutlichen, wie neben dem Dialogangebot an Präsident Putin glaubwürdige Abschreckung für die NATO zusammengehören.

Mit der Danksagung durch den GSP-Landesvorsitzenden Jochen Griesinger und der Überreichung des GSP-Wappenschildes durch den GSP-Vizepräsidenten Dr. Heinz Neubauer an General Laubenthal wurde dieser informative Besuch bei USAREUR beendet.

 

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Fotoshow

vom USAREUR-Besuch

 
  • Briefing mit anschließender Diskussionsrunde. - Foto: GSP

  • Der Eingang zum Kommandogebäude. - Foto: GSP

  • Tafel mit den letzten USAREUR-Einsätzen. - Foto: GSP

  • GSP-Vizepräsident Dr. Heinz Neubauer (re.) und Landesvorsitzender V Jochen Griesinger (mi.) bedanken sich bei Brigadegeneral Markus Laubenthal (li.) für die Gastfreundschaft. - Foto: GSP

  • Das offizielle Gruppenfoto. - Foto: Peter Mock/USAREUR

 
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