Nachschau - Veranstaltung am 08.12.2016

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die NATO und die Grenzen Europas

 
Referent:

General a.D. Hans-Lothar Domröse

Ehem. Oberbefehlshaber Allied Joint Force Command Brunssum
 

am Donnerstag, 08. Dezember 2016, 19.00 Uhr
in der Reinhardt-Kaserne, Olga-Saal
Hohenstaufenstraße 2a, 73477 Ellwangen (Jagst)

 

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Bericht der Sektion Ostwürttemberg

Herausforderungen für die NATO

Erkenntnisreicher Vortrag von General a.D. Domröse in Ellwangen

Von Gerhard Ziegelbauer
vlnr.: Ehrenvorsitzender des Reservistenverband Oberst d. R. Ralf Bodamer, General Hans-Lothar Domröse, Sektionsleiter Gerhard Ziegelbauer, Regierungsdirektor Wolfgang Banek, Leiter des Sprachenzentrums Süd- Foto: GSP

Die Schlagzeilen der Außen- und Sicherheitspolitik wurden im Jahre 2016 durch den anhaltenden Konflikt in Syrien und die Rolle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geprägt. Dennoch gab es viele andere Einflussfaktoren, die Deutschland, Europa und nicht zuletzt die NATO dazu zwingen, die Sicherheitslage ständig zu aktualisieren und sich den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Zu den Herausforderungen, denen sich das Bündnis stellen müsse, trug General a.D. Hans-Lothar Domröse auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, dem Reservistenverband Ostwürttemberg und dem Sprachenzentrum Süd der Bundeswehr vor.

Der Leiter des Sprachenzentrum Wolfgang Banek begrüßte den Referenten.

GSP Sektionsleiter Gerhard Ziegelbauer stellte General a.D. Hans-Helmut Domröse vor und machte das Publikum mit dessen beeindruckendem militärischen Werdegang vertraut. Domröses Laufbahn bei der Bundeswehr gipfelte mit der Verwendung als Befehlshaber des Allied Joint Force Command im niederländischen Brunssum, dessen Führung er im März 2016 abgab und in den Ruhestand verabschiedet wurde. In dieser Funktion war Domröse verantwortlich für die Führung von Operationen auf NATO-Ebene, z.B. auch für den ISAF-Einsatz in Afghanistan.

Der Landesehrenvorsitzende des Reservistenverband Baden-Württemberg Oberst d. R. Ralf Bodamer führte in das Thema des Abend ein.

General Domröse zeigte zunächst die „ Fundamental Changes“ in der europäischen Sicherheitslage auf. Die Gefahr durch mögliche Cyber-Attacken, die andauernden Kämpfe in Syrien unter Beteiligung unterschiedlicher Gruppierungen, die weiterhin spürbaren Auswirkungen der letzten Weltwirtschaftskrise in der Europäischen Union, die Konflikte in der Ostukraine und auf der Krim sowie der weiterhin bestehenden Flüchtlingsstrom aus Afrika und dem Nahen Osten nach Europa. Domröse verstand es dabei, sein Fachwissen den interessierten Gästen zu veranschaulichen.

Der ehemalige Viersternegenaral der Bundeswehr zeigte auch weitere Einflussgrößen auf, die die NATO ständig auf neue vor Veränderungen stellt. Der Putschversuch im NATO-Partnerstaat Türkei und dessen Folgen, der sogenannte Brexit, Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union und dessen noch nicht abschätzbare Auswirkungen, die vergangenen und noch bevorstehenden Wahlen in den USA, Italien und Österreich sowie in Frankreich und Deutschland.

Auch das Kommunikationsverhalten der Menschen habe sich insbesondere in der letzten Dekade einschneidend geändert. Facebook, Google, Twitter und Co. sind omnipräsent. „ Jeder weiß alles! sofort!“, so Domröse.

Welche Auswirkungen all diese Entwicklungen auf die NATO, aber auch auf die Bundeswehr haben werden, konnte auch der ehemalige General nicht beantworten. Zumindest aber muss man sich der veränderten Sicherheitslage anpassen, du zwar ständig. Deutschland beziehungsweise die Bundeswehr seien hierbei auf einem guten Weg. Auch die NATO wird sich anpassen müssen, aber hier sitzen 28 Nationen an einem Tisch, zunächst müsse hier ein Konsens erzielt werden.

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