Nachschau - Veranstaltung am 18.01.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Indien: Soziale Sicherung für informell Beschäftigte

Ein Projekt des Arbeitsministeriums des Bundeslandes Karnataka, Indien,

in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)

im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Referent:

Brigadegeneral a. D. Hans-Christoph Ammon

Von 2007 bis 2010 Kommandeur des Kommando Spezialkräfte
 

Im Anschluss findet im Casino ein Neujahrsumtrunk statt

 

am Montag, 18. Januar 2016, 19.30 Uhr
in der Reinhardt-Kaserne
Hohenstaufenstraße 2a, 73477 Ellwangen (Jagst)

 

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vom 20.01.2016

Ein Ex-General kümmert sich um Indiens Arme

Hans-Christoph Ammon spricht beim Wintervortrag in der ehemaligen Kaserne – Bürgergarde steht Spalier

Beim Neujahrsumtrunk in der ehemaligen Kaserne (von links): Standortältester Ralf Röttger, Brigadegeneral a. D. Hans-Christoph Ammon und Gerhard Ziegelbauer von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. - Foto: sj

Ellwangen (sj). „Indien ist auf Platz 1 der Länder mit der größten Armut.“ Brigadegeneral a. D. Hans-Christoph Ammon hat im Olga-Saal der früheren Kaserne über ein Pilotprojekt im südindischen Bundesland Karnataka gesprochen, um Tagelöhner abzusichern.

Von 2011 bis 2014 hat Ammon in Bangalore das Pilotprojekt zur „sozialen Sicherung für informell Beschäftigte“ geleitet. Mit im Boot waren das Arbeitsministerium und die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Dort werden Familien über soziale Sicherungsleistungen aufgeklärt. 290636 Haushalte seien befragt worden. 173043 hätten einen Anspruch auf soziale Leistungen gehabt, 142521 Anträge seien gestellt und davon 90 Prozent gebilligt worden. „Es gibt durchaus Licht am Ende des Tunnels“, zog Ammon ein Fazit. Er ging auf die Sozialberatungsstellen im Bundesstaat Karnataka ein, dessen Hauptstadt Bangalore ist. Sie ist bekannt für ihre Informations- und Biotechnologie.

Ammon schilderte Indien als ein patriarchalisch geprägtes Land mit einem Kastenwesen und vielen Gegensätzen zwischen Arm und Reich. Von 1,3 Milliarden Menschen lebten 406 Millionen, etwa 33 Prozent, von 1,25 US-Dollar am Tag. Indien habe eine extrem hohe Kindersterblichkeit. Nur 36 Prozent der Bevölkerung habe Zugang zu Toiletten. „Indische Flüsse sind Kloaken, sie stinken, sind giftig.“ Von den 460 Millionen Beschäftigten arbeiteten 93 Prozent als Tagelöhner ohne Arbeitsverträge. Sie erwirtschafteten 63 Prozent des Bruttosozialprodukts. Der Tagesverdienst liege zwischen 65 Cent und 4,50 Euro.

65 Prozent der Frauen seien Analphabeten. Die Bildung in Indien liege in privater Hand, die Schule sei kostenpflichtig, 50 Prozent der Bevölkerung Indiens sind unter 30 Jahren.

Ammon war von 2003 bis 2005 Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 30 und Standortältester in Ellwangen. „Die Stadt ist zu Ihrer Stadt geworden“, sagte Oberbürgermeister Karl Hilsenbek. Deshalb stand am Eingang zum Olga-Saal auch eine Abordnung der Bürgergarde Spalier. Zum Vortrag eingeladen hatten der Verband der Reservisten, die Gesellschaft für Sicherheitspolitik und das Sprachenzentrum Süd.

 
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