Nachschau - Veranstaltung am 22.01.2018

 
 
 
 

Vortrag und Neujahrsumtrunk

zum Thema

Die 1. Panzerdivision Oldenburg -
Führung im multinationalen Umfeld

 
Referent:

Generalmajor Markus Laubenthal

Kommandeur 1. Panzerdivision, Oldenburg
Foto: Deutsches Heer
 

am Montag, 22. Januar 2018, 19:00 Uhr
im Olga-Saal der Reinhardt-Kaserne
Hohenstaufenstraße 2a, 73477 Ellwangen (Jagst)

 

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vom 27.01.2018

Zwei-Sterne-General in der Reinhardt-Kaserne

Sicherheitspolitik: Generalmajor Markus Laubenthal referiert über die Führung im multinationalen Umfeld.

Von Eugen Fallenbüchel
Generalmajor Markus Laubenthal und Gerhard Ziegelbauer von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Foto: efa

Ellwangen. Die Freude über seinen gelungenen Coup stand Gerhard Ziegelbauer von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), Sektion Ostwürttemberg, deutlich ins Gesicht geschrieben, als er seinen prominenten Gast, Zwei-Sterne-General Markus Laubenthal, im Olga-Saal der Ellwanger Reinhardt-Kaserne, begrüßen konnte.

Im vergangenen Jahr hatte er den Generalmajor für einen Vortrag im Rahmen der „Ellwanger Wintergespräche“ angefragt und prompt dessen Zusage erhalten. O-Ton des Generals: „Wir müssen als Bundeswehr gerade auch in die Ecken, wo keine Truppen mehr sind.“

Ein strammes Ehrenspalier der Bürgergarde Ellwangen begrüßte die zahlreichen Gäste, gut 100 waren der Einladung gefolgt. Unter ihnen CDU-Landtagsabgeordneter Winfried Mack, Vertreter der Kommunalpolitik und natürlich zahlreiche Angehörige der Bundeswehr.

Sichtlich erfreut zeigte sich Hausherr Wolfgang Banek, der Leiter des Bundessprachenamtes, Sprachenzentrum Süd, über die große Resonanz der Veranstaltung. Wie gut Marschmusik und Bundeswehr zusammengehen, bewiesen Wendelin Dauser und das Ensemble des Jugendblasorchesters Ellwangen bereits zum Auftakt mit der Marschpolka „Jubiläumsklänge“. Militärisch knapp reflektierte Gerhard Ziegelbauer für seinen Gast die Geschichte des ältesten Bundeswehrstandortes in Baden- Württemberg als Standort einer Panzerbrigade beziehungsweise eines Transportbataillons und derzeit als Einrichtung des Bundessprachenamtes mit wichtiger Nahtstellenfunktion.

Generalmajor Laubenthal eingerahmt von den Veranstaltern Wolfgang Banek, Leiter des Bundessprachenamtes (li.) und Gerhard Ziegelbauer, Sektionsleiter der GSP (re.) - Foto: GSP

Generalmajor Markus Laubenthal ist Kommandeur der Ersten Panzerdivision Oldenburg. Als Chef eines von zwei mechanisierten Großverbänden des Heeres, der die Panzerlehrbrigade 9, die Panzerbrigade 21, die Panzergrenadierbrigade 41, die niederländische 43. Mechanisierte Brigade und weitere Divisionstruppen angehören, hat er Personalhoheit über 20 000 Soldaten und Soldatinnen.

Wesentliche Aufgabenstellungen der Ersten Panzerdivision sind die Planung und Vorbereitung von Einsätzen im Rahmen der Bündnis- und Landesverteidigung. Die Division ist verantwortlich für Einsätze des Heeres in Afghanistan sowie bei der Ausbildungsunterstützung im Nord-Irak und in Somalia. Außerdem stellt sie Personal für multinationale Stäbe beziehungsweise multinationale Aufgaben im Einsatzfall und ist Leitdivision im Hinblick auf die Planung, Aufstellung und Ausbildung bei der sogenannten „Speerspitze der NATO“.

Wer einen militärisch-steifen Sachvortrag befürchtet hatte, wurde angenehm enttäuscht. Eloquent, in der Sache informativ, in den Aussagen jedoch klar und prägnant, zog der General Bilanz zur aktuellen Situation der Bundeswehr. Er zeigte das komplexe Aufgabenspektrum der Ersten Panzerdivision auf. Ausführlich beleuchtete er die Facetten multinationaler Zusammenarbeit. Dabei hob er explizit auf die wichtige Schnittstellenfunktion des Bundessprachenamtes ab. Eine Zusammenarbeit in multinationalen Stäben, ist ohne umfassende Fremdsprachkenntnisse undenkbar.

Mit seinen Ausführungen zu „mandierten“ Einsätzen, zum Beispiel als „Speerspitze der Nato“ sowie zur Führung im multinationalen Umfeld aus Sicht eines Truppenführers rundete er seinen Sachvortrag ab. Interessante Einblicke in den Lebensalltag eines Divisionskommandeurs gewannen die Zuhörer bei den Ausführungen über logistische Problemstellungen bei der Verlegung großer Militärverbände.

Deutlich bezog General Laubenthal Stellung zu den Schlagzeilen des vergangenen Jahres in Sachen „Einsatzfähigkeit der Bundeswehr“. Eine Problematik, so der General, die zu einem Gutteil den veränderten Aufgabenstellungen nach Beendigung des „Kalten Krieges“, geschuldet sei und deren unmittelbare Folgen mit finanziellen Mitteln allein auf die Schnelle nicht zu beheben seien.

Ein weiterer Augenmerk galt den veränderten Rahmenbedingungen nach Abschaffung der Wehrpflicht. Geduldig stellte sich der General den Fragen seiner Zuhörer, bevor er den Rückzug zum Neujahrsempfang der GSP antrat. Stimmungsvoller Abschluss des Vortrags das gemeinsam gesungene „Lied der Deutschen“, die Nationalhymne.

 
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