Nachschau - Veranstaltung am 25.09.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die aktuelle Sicherheitspolitik Deutschlands –
Die Bundeswehr zwischen Anspruch und Wirklichkeit

 
Referent:

Oberstleutnant André Wüstner

Bundesvorsitzender Deutscher BundeswehrVerband
und Karl-Theodor-Molinari-Stifung
 

am Montag, 25. September 2017, 19.00 Uhr
im Unteroffizierheim der Rommelkaserne
Auf dem Lerchenfeld 1, 89160 Dornstadt

 

*****

 
Bericht der Sektion Ulm

Auf Kante genäht

Vortrag über Anspruch und Wirklichkeit der Bundeswehr

Von Wolfgang Goetze
Vlnr.: StFw a.D. Schmidt (Vors. ERH UL/NU), OTL a.D. Goetze (SktLtr Ulm) OTL a.D. Karstens (Blauer Bund), OTL Wüstner (Referent), OTL d.R. Walz (PzKam) und OStFw a.D. Lott (BezVors DBwV. - Foto: Goetze

Vor ca. 130 Teilnehmern trug der Bundesvorsitzende des DBwV, OTL Wüstner, zum Thema „Die aktuelle Sicherheitspolitik Deutschlands – Die Bundeswehr zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ vor. Als Initiator organisierte der Kooperationspartner DBwV (OStFw a.D. Lott, BezVors Donau-Neckar-Bodensee) mit der GSP Sektion Ulm die Veranstaltung im Unteroffizierheim der Rommelkaserne in Dornstadt. .

Im Beisein des Chefarztes des BwK Ulm, Herr GenArzt Dr. Hofmann und einiger Kommandeure und Dienststellenleiter umliegender Kasernen ging es eingangs um die Fragestellung „ Woher kommt das Personal der Bundeswehr und welche Prozesse und Entscheidungen führten zum heutigen Zustand und zu den aktuellen Aufträge der Streitkräfte?“. So zählte Wüstner die klassische Landesverteidigung, Erstellung des ehemaligen Weißbuches 2006 , Wechsel der Verteidigungsminister, den Wandel zu „Out of Area-Einsätzen“ ab 2006, die Aussetzung der Wehrpflicht und Neuausrichtung der Streitkräfte durch Erarbeitung in 11 Projektgruppen im laufenden Betrieb auf. Leider fügten sich aber die erarbeiteten „Zahnräder“ nicht mehr im Motor ineinander. .

Er berichtete über die neue Rolle Deutschlands in Europa und der Welt seit den Aussagen und Festlegungen der Münchner Sicherheitskonferenz 2015 mit der Konsequenz zur Mehrübernahme von Verantwortung Deutschlands. .

Das neue Weißbuch 2016 war nunmehr dringend erforderlich und wurde mit Kabinettsbeschluss mit einem strategischen Teil und einem verteidigungspolitischem Teil verabschiedet. Allerdings wurde die daraus resultierende Konzeption der Bundeswehr vor den Wahlen leider nicht mehr unterschrieben. Dies ist nun jedoch bei einer neuen Regierung dringend erforderlich, um die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und Forderungen für die Bundeswehr begründen zu können. Zum Aufwuchs der Streitkräfte führte er aus, dass es schnell gehen muss. Es gäbe zwar genügend Freiwillige, aber es mangelt an Spezialisten. Gerade aber die Fachleute werden in allen Bereichen dringend gebraucht. Man sei sich bei den bis dato regierenden Parteien einig, dass dies auch notwendig ist. Bei zunehmender Auftragsdichte liegt hier ein besonders zeitkritisches Augenmerk. Wüstner konstatierte der Bundeswehr eine auf Kante genähte Auftragserfüllung zu Lasten von Gesundheit, Motivation und Berufszufriedenheit. Es bedarf nun dringend „ruhigerer Gewässer“ um auch im Bereich der Umsetzung der Inneren Führung wieder Luft holen zu können. Innere Führung ist mehr als einsatzbereite Streitkräfte, es gehört auch eine breite Diskussion über die Rolle der Bundeswehr in Gesellschaft dazu. Dies muss sich in jeglicher Diskussion auf allen Ebenen verstärken, um das Ansehen der Bundeswehr in Staat und Gesellschaft wieder zu erhöhen, nachdem über die Bw bis in die jüngste Zeit viele negative Schlagzeilen erschienen sind. .

In der anschließenden Frage-/Antwortrunde wurden dann noch nahezu alle derzeitigen Problemstellungen in der Bundeswehr angesprochen bzw. hinterfragt und durch den Bundesvorsitzenden ausführlich mit den Stellungnahmen des Verbandes beantwortet. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung mit teils großer Verwunderung bei den Gästen ob der mannigfaltigen Themen, um die sich der Verband kümmert.

 
Nach oben Zurück