Nachschau - Veranstaltung am 05.05.2015

 
 

Außenpolitischer Vortrag 2 - 2015

zum Thema

Strategien, Taktik und Perspektiven
russischer Außenpolitik

am Beispiel der Ukraine

Referent:

Professor em. Dr. Gunther Schmid

Ehem. Professor für Internationale Politik
an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung,
München - Berlin
 

am Dienstag, 05. Mai 2015, 19.00 Uhr
im Parkwohnstift - großer Saal
Heinrich-von-Kleist-Straße 2, 97688 Bad Kissingen

 

Zur Veranstaltung:

Nachdem wir uns zum Jahresbeginn mit dem Staatszerfall und dem Ausbreiten des islamistischen Terrors im Nahen Osten befasst haben, wollen wir diesmal einen Blick auf weitere aktuelle außen- und sicherheitspolitisch relevante Ereignisse werfen: die Ursachen der Okkupation der Krim durch Russland und des noch schwelenden Konflikts im Donbass.

Für die meisten kamen die Bilderbuchmäßig vorbereitete und durchgeführte Besetzung der Krim mit der anschließenden subversiven Unterstützung der Separatisten im Donbass überraschend, für erfahrene Sicherheitspolitiker waren sie jedoch eine schon länger erwartete Reaktion Russlands auf die versuchte Annäherung der Ukraine an die Europäische Union. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts (laut Präsident Putin „die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jhdt.“) und der Ausdehnung des NATO-Gebiets bis an die Grenzen Russlands und Weißrusslands „fühlte sich“ die Russische Föderation bedroht. Nun sollte auch noch der wichtigste ehemalige Verbündete, die Wiege Russlands und der Orthodoxie, verloren gehen. Damit war eine „rote Linie“ überschritten.

Wer sich mit der Außenpolitik der RF nach der Machtübernahme Putins genauer beschäftigte, konnte bereits 2001 am Beispiel der Intervention Russischer Truppen in der Republik Moldau, der massiven Unterstützung der Gegner der Orangenen Revolution 2004 in der Ukraine sowie 2008 dem militärischen Eingreifen in den abtrünnigen georgischen Provinzen Süd-Ossetien und Abchasien einige Ziele der russischen Außenpolitik vermuten: Erhaltung von Instabilität, Einfluss und Abhängigkeit in den Gebieten an den Grenzen der RF und den Versuch, verlorenes Terrain zurück zu gewinnen.

Mit seinem Vortrag wird uns der Referent, ein ausgewiesener Kenner russischer Politik, seine Gedanken zu den mittel- und langfristigen Zielen, Strategien und Charakteristika Putinscher Außenpolitik nach der Aufkündigung des territorialen Status Quo in Europa darlegen. Lässt sich Russland heute als revisionistische Macht mit expansiven globalen Ambitionen oder eher als status-quo-Macht qualifizieren, die lediglich ihren regionalen Einfluss im Windschatten abnehmender amerikanischer Macht vergrößern will? Folgt Putin außenpolitisch einem strategischen Handlungsmuster, einem expansionistischen Drehbuch oder ideologischen Programm oder betreibt er eher eine nationalistisch unterfütterte pragmatische „Realpolitik“?

 
Foto: Walter-Hubert Schmidt
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