Nachschau - Veranstaltung am 17.02.2016

 
 

Außenpolitischer Vortrag 1 - 2016

in Kooperation mit der Franken-Akademie Schloß Schney

zum Thema

Migration

Flucht aus Afrika und ihre Ursachen

Referent:

Dipl.- Pol. (Univ.) Simon Moritz

Kulmbach
 

am Mittwoch, 17.Februar 2016, 19:00 Uhr
im Parkwohnstift - großer Saal
Heinrich-von-Kleist-Straße 2, 97688 Bad Kissingen

 

Zur Veranstaltung:

Nachdem wir uns beim letzten Vortrag mit der Ideologie und Entstehung des gewaltbereiten Islamismus beschäftigt haben, wollen wir uns diesmal mit einem weiteren aktuellen Thema befassen: der Lage auf dem afrikanischen Kontinent und ihren Folgen für eine sich abzeichnende Völkerwanderung nach Europa.

Während die Welt auf den Strom von Flüchtlingen aus der Kriegsregion Syrien, Irak und Afghanistan schaut und versucht, eine Lösung für die Beendigung des Mordens zu finden, entwickelt sich auf dem afrikanischen Kontinent eine immer brisantere Lage, die zu einem weit größeren Ansturm auf Europa führen kann. Zwar kommen bis jetzt „ nur“ ca. 25 % der insgesamt nach Europa gelangenden Flüchtlinge über das Mittelmeer, doch macht sich ein immer stärker anschwellender Zug aus Zentral- und Ostafrika auf den Weg mit Ziel Europa. Allein aus dem wenig bekannten kleinen Eritrea sind seit 2012 über 100 Tsd. Menschen vor der Unterdrückung durch den Staat nach Europa geflohen. Seit einigen Monaten schwillt auch die Zahl der in Deutschland Asylsuchenden aus den bisher für stabil geltenden Staaten Marokko, Algerien und Tunesien sprunghaft an.

Inzwischen haben international agierende Schleuserbanden auch die Organisation der Flüchtlingsströme aus Zentralafrika nach Libyen übernommen und dafür Schlepper-Drehkreuze in Agadez/ Niger und Gao/Mali eingerichtet.

Was bewegt die Hunderttausende dazu, ihre Heimat zu verlassen und die gefährliche Reise in eine ungewisse Zukunft zu wagen? Erschreckend liest sich die Statistik des UNHCR über Flüchtlinge (Ref) und Inlandvertriebene ( IDPs) in einer Reihe afrikanischer Staaten: vorweg der „failed state“ Somalia mit 1,1 Mill. Ref und 1,1 Mill IDPs, gefolgt von Sudan und Südsudan mit jeweils 600 Tsd Ref und ca. 2 Mill IDPs. Ähnlich katastrophal muss die Lage in der Dem.Rep.Kongo sein, wo 500 Tsd Menschen geflohen sind und ca, 2,7 Mill. Im Lande vertrieben wurden.Wo sind die Menschen geblieben? Meist haben die angrenzenden Länder die Flüchtlinge aufgenommen und in riesigen Lagern untergebracht. Das wohl wegen seiner Größe bekannteste ist das Lager Dadaab in Kenia ,in dem unvorstellbare 650 Tsd Flüchtlinge aus Somalia – notdürftig versorgt vom UNHCR - in erbärmlichen Verhältnissen leben. Werden sie bleiben?

Vielfältig sind die Gründe für den beginnenden Exodus aus dem Kontinent, dem von Fachleuten an sich ein wirtschaftlicher Boom und rasantes Wachstum attestiert werden: die Bevölkerung Afrikas wird sich jedoch von 2015 bis 205o von 1,6 .Mrd. Menschen auf 4,2 Mrd. vermehren! Experten meinen, dass der Kontinent nur bis zu 20% ernähren kann. In einigen Ländern beträgt die Geburtenrate 4-6 Kinder pro Frau. Im Norden Nigerias wütet die islamistische Boko-Haram-Terror-Miliz und hat bereits 1,2 Mill. Menschen aus ihren Dörfern vertrieben, im Kongo kämpfen Rebellengruppen um die Bodenschätze , in der Sahel-Zone dehnt sich die Wüste aus, in Lybien toben Stammeskämpfe und im Sudan wird weiter um die Herrschaft über das Erdöl gekämpft. Aber auch ausländische Staaten, vor allem China und Indien tragen durch ihren agressiven Kampf um die Ausbeutung der Rohstoffe und Landnahme zum Anbau von Energiepflanzen vor allem in Staaten mit schwachen Landrechten zur Migration bei.

Unser Referent wird uns über viele weitere Fluchtursachen, vor allem auch die Folgen der gemeinsamen Agrarpolitik der EU und des EU-Afrikanischen Freihandelsabkommens für den Kontinent informieren.

 
Nach oben Zurück