Nachschau - Veranstaltung am 22.09.2016

 
 

Sicherheitspolitischer Vortrag
04 - 2016

zum Thema
 
 

Erfahrungen eines Deutschen UN-Militärbeobachters
aus der UN-Mission MINURSO (Westsahara)

 
Referent:

Hauptmann Carsten Dombrowski

Vereinte Nationen Ausbildungszentrum
der Bundeswehr, Hammelburg
 

am Donnerstag, 22. September 2016, 19:00 Uhr
im Parkwohnstift - großer Saal
Heinrich-von-Kleist-Straße 2, 97688 Bad Kissingen

 

Zur Veranstaltung:

Nachdem wir uns im Juni mit den Ursachen und Folgen des weltweiten Klimawandels befasst haben, wollen wir uns diesmal mit dem Thema Sicherung des Weltfriedens befassen. Dabei haben wir eine besondere Beobachter-Mission der Vereinten Nationen ausgesucht, um daran die Problematik der Beilegung eines Konflikts aus der postkolonialen Periode des afrikanischen Kontinents zu verdeutlichen.

Dank der guten Beziehungen zum „Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr“ ist es uns gelungen , einen Offizier als Referenten zu gewinnen, der bis vor kurzem als VN-Militärbeobachter im Rahmen der VN-Mission MINURSO sechs Monate in der Westsahara eingesetzt war.

Kurzer Einblick in die Geschichte der Region: bis 1975 war die Westsahara Bestandteil des spanischen Kolonialreichs. Bereits vor dem Abzug Spaniens aus dem an Fischgründen und Phosphat reichen Land hatten sich Befreiungs-organisationen gebildet, aus denen die FRENTE POLISARIO hervorging. Die dort lebenden Sahauis hatten gehofft ,ihre Unabhängigkeit zu erreichen, doch Marokko und Mauretanien erhoben Ansprüche auf das Gebiet, die allerdings vom Internationalen Gerichtshof (IGH) abgewiesen wurden. Daraufhin trat Spanien in einem völkerrechtswidri-gen Vertrag die Verwaltung an Marokko und Mauretanien ab und liess im sog. „ Grünen Marsch“ 350 Tsd Marokkaner in die ehemalige Kolonie ziehen, um seine Ansprüche geltend zu machen. 1976 rief die von Algerien unterstützte POLISARIO die demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) aus, worauf es zu einem 15 Jahre langen Guerilla-Krieg mit der marokkanischen Armee kam. Bis zum von den Vereinten Nationen 1991 vermittelten Waffenstillstand , gelang es Marokko, 85% der Westsahara zu besetzen. Dieses Gebiet wurde durch einen mit Minen durchsetzten 2500 km langen Sandwall vom übrigen Landesteil abgetrennt.

Tausende Sahauis sind in die von Polisario kontrollierten Gebiete geflohen und werden dort in Flüchtlingslagern von den VN versorgt.

Seit 1991 überwacht die vom Weltsicherheitsrat eingesetzte Mission MINURSO den Waffenstillstand mit dem Ziel, ein Referendum über die Zukunft des Landes zu erreichen. Seit 2013 beteiligt sich auch Deutschland mit Militärbeobachtern an der Mission. Hauptmann Dombrowski wird uns mit bewegenden Bildern vom täglichen Einsatz der „blauen Barette“ und ihrem Wüstenleben zwischen den Fronten berichten.

 
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