Nachschau - Veranstaltung am 20.06.2016

 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Was ist mit den Amis los?

Die USA vor den Präsidentschaftswahlen

 
Referent:

Dr. Christoph von Marschall

Journalist und Buchautor
 

am Montag, 20. Juni 2016, 18:00 Uhr
Steigenberger Hotel Sanssouci
Allee nach Sanssouci 1, Potsdam

 

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Bericht der Sektion Potsdam

„Was ist mit den Amis los?“

Vortragsabend zu den bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen

Von Dr. Kurt Hecht
Dr. Christoph von Marschall (li.) und Stefan Raabe von der Konrad Adenauer Stiftung. - Foto: Adamietz-Hecht

Das Steigenberger Hotel in Potsdam war am 20. Juni 2016 Schauplatz einer Kooperationsveranstaltung der GSP Sektion Potsdam, der Konrad-Adenauer-Stiftung Brandenburg, der Deutsch Atlantischen Gesellschaft Regionalkreis Potsdam und der Landesgruppe Brandenburg des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr. Thema des Abends: „Was ist mit den Amis los? – Die USA vor den Präsidentschaftswahlen“. Hierzu sprach Dr. Christoph von Marschall, Journalist und Autor des gleichnamigen Buches (Herder Verlag 2016).

Stefan Raabe von der Konrad-Adenauer-Stiftung begrüßte die zahlreichen Gäste und führte in das Thema ein, bevor der Referent das Wort ergriff.

Von Marschall stellte in seinen Darlegungen das Außergewöhnliche dieser Präsidentenwahl. In den Mittelpunkt. Im Herbst 2015 hätten die meisten Beobachter weder erwartet, dass Donald Trump, noch Bernie Sanders es so weit bringen würden, betonte Marschall und stellte zwei Fragen in den Raum: „Gelten die Erfahrungswerte aus früheren Wahljahren noch? Und: Was haben wir professionellen Beobachter übersehen?“

Horst Abromeit (li.) moderierte die Diskussionsrunde. - Adamietz-Hecht

Der Zorn gegen das "Establishment" sei in beiden Lagern außergewöhnlich groß, erläuterte der Buchautor, weshalb Protestkandidaten nicht nur von rechts (Donald Trump) sondern auch von links (Bernie Sanders) großen Rückhalt erfahren. Möglicherweise wurde auch unterschätzt, dass das unbestreitbare ökonomische Comeback der USA nach der Finanzkrise - doppelt so hohe Wachstumsraten wie in Europa, Halbierung der Arbeitslosenrate von über 10 auf unter 5 Prozent - nicht allen gleichermaßen zugutekommt, sondern nur den Bessergestellten. Die untere Hälfte der Gesellschaft empfindet die Lage weiterhin als prekär und hat generell das Gefühl, dass sie seit zwei bis drei Jahrzehnten keinen realen Einkommenszuwachs mehr erlebt hat, führte von Marschall aus.

Erfahrungswerte, die demografische Entwicklung und die Mechanismen des US-Wahlsystems sprechen eher für einen Sieg von Hillary Clinton als für einen Erfolg Donald Trumps. Vereinfacht gesagt, lässt sich die Kernwählerschaft der Republikaner im Wesentlichen als älter, weiß und männlich beschreiben; die der Demokraten als jünger, diverser und weiblich. Auch beim Blick auf die politische Karte der USA und die Umfragen in den entscheidenden "Swing States" hat Clinton bessere Chancen als Trump, auf 270 Wahlmännerstimmen zu kommen, so Marschall. Dennoch warnte er, mit Prognosen im Juni vorsichtig zu sein. In den mehr als vier Monaten bis zum Wahltag am 8. November kann es freilich noch Überraschungen geben. 2016 ist und bleibt ein Wahljahr, in dem auf traditionelle Regeln nur begrenzt Verlass ist.

In den oben genannten inhaltlichen Schwerpunkten ging der Referent auch anhand von Übersichten über die Staaten der USA und ihr traditionelles Wahlverhalten auf die möglichen Auswirkungen auf die Endphase der Wahl ein, immer wieder durch anschauliche Bilder ergänzt.

Horst Abromeit (DAG), Dr. Kurt Hecht (GSP Potsdam), Dr. Christoph von Marschall und Stefan Raabe (KAS) nach der Veranstaltung. - Adamietz-Hecht

Im Anschluss an den Vortrag moderierte Horst Abromeit von der Deutschen Atlantischen Gesellschaft die Diskussionsrunde, in der der Referent alle Fragen aus dem Publikum Teilnehmer sachkundig beantwortete.

Mit einem kleinen Umtrunk und angeregten Gesprächen in kleinem Kreis endete die Veranstaltung.

 
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