Nachschau - Veranstaltung am 23.11.2016

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Russland und die Krise in der Ukraine

Putins verdeckter Krieg

 
Referent:

Boris Reitschuster

Journalist und Buchautor
bis Februar 2015 Leiter des Moskauer FOCUS - Büros
 

am Mittwoch, 23. November 2016, 18.00 - 20.00 Uhr
im Steigenberger Hotel Sanssouci
Allee nach Sanssouci 1, Potsdam

 
Foto: KAS
 

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Bericht der Sektion Potsdam

“Das System Putin braucht ständig Konflikte,
um von den inneren Problemen abzulenken.“

Boris Reitschuster zeichnet ein umfassendes Lagebild des russisch – ukrainischen Konflikts

Von Dr. Kurt Hecht

Am 23. November 2016 luden die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. – Sektion Potsdam, das politische Bildungsforum Brandenburg der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Regionalkreis Brandenburg der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e.V. sowie der Reservistenverband – Landesgruppe Brandenburg zu einer weiteren sicherheitspolitischen Vortragsveranstaltung im Rahmen des Forums Politik und Sicherheit. Über 130 Besucher interessierten sich für die Veranstaltung im Steigenberger Hotel Sanssouci, die unter das Thema „Russland und der Konflikt um die Ukraine“. Als Referent konnte der Journalist Boris Reitschuster gewonnen werden, langjähriger Moskau-Korrespondent des Nachrichtenmagazins FOCUS und intimer Kenner russischer Politik und Gesellschaft.

Es sollte ein bemerkenswert spannender Abend werden, denn Reitschuster bettete das Thema in eine Gesamtdarstellung des Systems Putin ein. In diesem Kontext äußerte er sich ausgesprochen scharf über deutsche „Russland-Versteher“ und „Putin-Versteher“, die zumindest eine Teilschuld etwa für die Ukraine-Krise im Westen suchten – und Putin somit entlasteten.

Reitschuster skizzierte eine bedrückende Lage der politischen Elite und der gesellschaftlichen Verhältnisse in Russland. „Wenn man Russland liebt, muss man diese Elite verdammen“, stellte er klar, und zeigte deutliche Parallelen zwischen dem System Putin und jenem Stalins auf. Beide hätten eine Politik der Angst in Russland etabliert. Aufgrund der langen Tradition dieser Einschüchterungsmethodik in seinem Umfeld, könne sich der Russe per se in der Praxis oft gar nicht vorstellen, dass es so etwas wie Meinungsfreiheit und Menschenrechte andernorts tatsächlich gebe. Er sei vielmehr geneigt, der russischen Propaganda zu glauben, die derartige Grundwerte als Erfindung oder gar Hirngespinst des Westens darstelle.

Nach einem überaus anschaulichen Vortrag blieb Boris Reitschuster auch in der anschließenden lebhaften Diskussion keine Antwort schuldig.

Wir haben uns entschieden, diesen höchst überzeugenden Vortrag allen, die der Veranstaltung nicht beiwohnen konnten, im Wortlaut zur Verfügung zu stellen.

Vortrag zum Ausdrucken

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