Nachschau - Veranstaltung am 22.04.2015

 
 

Besuch

des

Deutsch - Russischen Museums
in Berlin - Karlshorst

 

am Mittwoch, 22. April 2015, 14:00 Uhr
(Treffpunkt: 13:45 Uhr)
Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin

 

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Eigenbericht der Sektion Strausberg/Königs Wusterhausen

Kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte

Besuch des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst

Von Wolfgang Krieger
Deutsch-Russisches Museum in Berlin-Karlshorst - Foto: Wolfgang Krieger

Am 22. April, zum historischen Zeitpunkt, als an der Oder vor 70 Jahren die Schlacht der Berliner Operation begann, besuchten 30 Mitglieder der GSP Sektion Strausberg / Königs Wusterhausen und des Deutschen Bundeswehrverbandes, KERH Strausberg, das Deutsch-Russische Museum in Berlin Karlshorst. Von den 48 angemeldeten Teilnehmern konnten auf Grund eines Streiks der Lockführer leider 18 Personen nicht anreisen.

Das Museum schafft am historischen Ort der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 Räume für eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Erinnerung, für Bildung und Begegnung sowie für Verständigung zwischen Deutschen und Russen.

Historischer Ort der bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands - Foto: Wolfgang Krieger

Mit dem Akt der bedingungslosen Kapitulation in diesem Hause endete am 08 Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Von 1945 bis 1949 diente das ehemalige Offizierskasino der Wehrmachtspionierschule als Sitz der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland. Nach unterschiedlicher Nutzung durch das sowjetische Militär wurde 1967 in dem Gebäude das sowjetische Kapitulationsmuseum eröffnet, das bis 1994 bestand.

Nach den deutsch-sowjetischen Vereinbarungen über den Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland einigten sich beide Seiten bereits 1990, an diesem Ort gemeinsam an das historische Ereignis zu erinnern, mit dem der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Herrschaft beendet wurden. Die schmerzhafte Bedeutung dieses Krieges für beide Länder führte zu der bisher einmaligen Gründung eines Museums in dem die ehemaligen Kriegsgegner gemeinsam an diesen Krieg erinnern. Eröffnet wurde das neu gestaltete Museum zum 50. Jahrestag des Kriegsendes in Europa am 10. Mai 1995.

Kapitulationssaal: Hier unterzeichnete Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel am 8. Mai 1945 die zweite, ratifizierende Kapitulationsurkunde - Foto: Wolfgang Krieger

Das Deutsch-Russische Museum, erinnert als einziges Museum in Deutschland mit einer Dauerausstellung an den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Dieser Krieg zählt wie der Völkermord an den europäischen Juden und die Ermordung weiterer Bevölkerungsgruppen zu den großen Verbrechenskomplexen des Nationalsozialismus, denen durch planmäßige Vernichtung Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Unsere zwei Besuchergruppen wurden sehr freundlich empfangen und erhielten sachkundig vorgetragene Informationen über die nach 1990 neu gestaltete Ausstellung.

Ein T34 der Roten Armee im Außenbereich des Museums - Foto: Wolfgang Krieger

So hinterlässt der 1. Teil der Ausstellung mit den in schwarz ausgekleideten Räumen bei gedämpfter, fast ausgeschalteter Raumbeleuchtung einen starken Eindruck auf die Tragik auf das der Kapitulation Vorausgegangene. Mit anderen, helleren Farben sind die Räume mit Materialien ausgestattet, die im zweiten Teil die Sicht der Sowjetunion auf den Großen Vaterländischen Krieg und im 3. Teil die Sicht der Deutschen auf die verheerenden Kriegsfolgen im eigenen Land darstellen.

Die Ausstellung legt mit schonungsloser Offenheit Zeugnis ab über die Folgen des von Nazi-Deutschland ausgehenden beispiellosen Vernichtungskrieges, dem über 50 Millionen Menschen, davon allein 27 Millionen Menschen in der Sowjetunion zum Opfer fielen. Den Toten zum Gedenken, der heutigen und zukünftigen Generation als mahnende Erinnerung sei dieses Museum empfohlen.

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