Nr. 10/2017

Landesbereich V

Baden - Württemberg

 

Landesbereich

Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) hat sich in den 65 Jahren seit ihrer Gründung zu einem wirkungsvollen Instrument sicherheitspolitischer Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Sie rückt als Mediator zwischen Politik und Gesellschaft Fragen der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. Daneben ist die GSP ein verlässlicher Partner der Bundeswehr. Die besondere Berücksichtigung der deutschen Streitkräfte in der Informationsarbeit gehört zum satzungsgemäßen Auftrag der Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund hat sich über die Jahrzehnte eine vielfältige Zusammenarbeit von GSP und Bundeswehr entwickelt. Einerseits fördern Dienststellen der Bundeswehr in der Informationsarbeit die Aktivitäten der GSP im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Zentrale Dienstvorschrift A 600-1), andererseits können die Aktivitäten der GSP die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr organisatorisch, inhaltlich und finanziell erheblich entlasten. In der Vergangenheit wurde davon auch im Landesbereich V – Baden-Württemberg bestmöglichen Gebrauch gemacht.

Zur Zusammenarbeit gehört auch die Kontaktpflege, etwa durch Einladung der Sektionsleiter der GSP zu truppeninternen Veranstaltungen, wie Übungen, Festveranstaltungen, Verabschiedungen, Großer Zapfenstreich, Feierliche Gelöbnisse etc.

Es sei daher gestattet, dass in diesem periodischen Beitrag einmal zwei Veranstaltungen der Bundeswehr in den Mittelpunkt gerückt werden, die im Rahmen der Kontaktpflege unter Beteiligung von GSP-Repräsentanten stattfanden.

10 Jahre Landeskommando Baden-Württemberg

Das 10-jährige Bestehen des Landeskommandos Baden-Württemberg würdigten Vertreter der Behörden des Bundes und des Landes, der Wirtschaft, der Industrie, des Konsularischen Korps, der Bundeswehr, der befreundeten Streitkräfte, der Kirchen, der Schulen, der Universitäten sowie der Hilfsorganisationen und Verbände am 13. Februar 2017 mit einem Festakt in der Theodor-Heuss-Kaserne in Stuttgart.

Der Staatssekretär im Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration, Martin Jäger, gratulierte dem Kommandeur, Oberst Christian Walkling, und den Soldaten, sowie den zivilen Mitarbeitern des Landeskommandos zur erfolgreichen Arbeit in den vergangenen zehn Jahren und überbrachte in seinem Grußwort den Dank der Landesregierung an die Bundeswehr für die traditionell vertrauensvolle, verlässliche und gute Zusammenarbeit.

In seinem Vortrag stellte der Kommandeur Lkdo BW die Geschichte, die eingenommene Struktur die erfolgreich durrchgeführten Aufträge und Truppenübungen - die vielfältigen Aufgaben des Kommandos dar. Das Aufgabenspektrum umfasst u. a. auch die Durchführung von sicherheitspolitischen Informationsveranstaltungen.

Mit diesen Hochwertveranstaltungen und einer zeitaktuellen Themenauswahl wurden in den vergangenen 10 Jahren über 5500 Gäste erreicht. Dieses Ergebnis ist für den Kdr LKdo BW sehr erfreulich und für den Mitveranstalter GSP Landsbereich V, der bei den Wintervorträgen Unterstützung leisten konnte, eine unverzichtbare Grundlage bei Umsetzung der GSP-Zielsetzungen.

Wir wünschen dem Landeskommando Baden-Württemberg viel Erfolg bei allen kommenden Aufgaben.

Dem Kommandeur, Oberst Christian Walkling, danken wir für die nachhaltige Unterstützung und freuen uns auf die Fortsetzung dieser erfolgreichen Zusammenarbeit.

 

Stauffenberg-Gedenkveranstaltung am 20. Juli 2017 in Ulm

Der Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung, Generalleutnant Richard Roßmanith begrüßt die anwesenden Gäste in der Wilhelmsburg-Kaserne in Ulm zum Gedenkappell anlässlich des 20. Juli 1944 und dankt für die Bereitschaft, sich, zusammen mit Soldaten der Bundeswehr, derer zu erinnern, die nicht nur Befehl und Gehorsam kannten, sondern im Widerstand gegen ein verbrecherisches Regime ihrem Gewissen den Vorrang gaben.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) – Fotograf: Unbekannt, gemeinfrei

Besonders herzlich wurde GenMaj a.D. Berthold Graf Schenk von Stauffenberg willkommen geheißen.

Es ist das dritte Mal, dass diese Gedenkveranstaltung in der Wilhelmsburg-Kaserne durchgeführt wird. Der mit der Auflösung der 10. Panzerdivision in Sigmaringen von General Schneiderhan verfolgte Gedanke, dem Gedenken an den militärischen Widerstand im 3. Reich und insbesondere an Oberst Graf Stauffenberg auch künftig in Schwaben und in der Bundeswehr einen Platz zu erhalten, ist nun wiederholt Realität geworden. Es ist damit noch nicht von einer Tradition zu sprechen, aber es wurde in Ulm ein Ort und eine würdige Gelegenheit für dieses Gedenken gefunden, welches sich offensichtlich auf Dauer etablieren kann.

General Roßmanith: „Wir gedenken heute des militärischen Widerstands von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg gegen das nationalsozialistische Unrecht und damit eines Offiziers der Wehrmacht. Auch wenn es hier offensichtlich ist, so wird damit auch klar, dass mit dem Gedenken an den Widerstand wir die Erinnerung an die Wehrmacht nicht tilgen können. Das eine bedingt das andere. Wir können aber daraus lernen.

Dabei sind es vor allem zwei Lehren, die angesichts des heutigen Tages von besonderer Bedeutung sind:

Erstens, dass militärische Tüchtigkeit von dem verbrecherischen Zusammenhang, dem sie diente, zu unterscheiden ist und zweitens einzusehen, dass diese Tüchtigkeit nichts wert ist, wenn sie sich missbrauchen lässt. Generalmajor Henning von Treskow, Generaloberst Erich Hoepner und Oberst Graf Stauffenberg waren sich dessen bewusst geworden. „Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterlässt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor dem eigenen Gewissen.“ So hat Oberst Graf Stauffenberg dies zum Ausdruck gebracht. Wir gedenken seiner für diese Umkehr und der Hinwendung zum Widerstand.

Sein Vorbild für die Bundeswehr besteht in der Mahnung, gottlose und sittenwidrige Be-fehle zu verweigern und gegebenenfalls dem entgleisten Staat „in die Speichen zu fallen“ wie Dieter Bonhoeffer dies so treffend zum Ausdruck gebracht hat.

Dieses Vorbild würde aber zu den Soldaten der Bundeswehr gar nicht sprechen, wenn von der Wehrmacht geschwiegen würde. Die Wehrmacht ist geradezu die Projektionsfläche, auf der das Selbstverständnis der Bundeswehr entwickelt wurde und vor der es auch heute noch verstanden werden sollte. Es ist eine Fiktion, so zu tun, als wäre die Bundeswehr aus dem Nichts entstanden und könnte allein aus sich heraus eine Tradition begründen. Eine Stunde Null gab es für die Bundeswehr so wenig wie für den Nachkriegsstaat und die Nachkriegsgesellschaft. Aus der Auseinandersetzung mit und letztlich der aktiven und bewussten Vertreibung der Gespenster der Vergangenheit, nicht aus der Leugnung der unseligen Vergangenheit bezieht unser Staat und unsere Gesellschaft bis heute Selbstbehauptungswillen und moralische Energie.

Und nicht anders kann es für die Bundeswehr sein. Der Punkt, der letztlich Identität begründet, ist Teil einer unteilbaren, aber von tiefen Brüchen gekennzeichneten Geschichte. Gerade deswegen muss sie präsent bleiben. Vielleicht auch in Form eines ausgestellten Wehrmachtshelms oder der Fotographie eines ehemaligen Bundeskanzlers in Wehrmachtsuniform. Und dieser Zusammenhang gibt dem Gedenken an Oberst Graf Stauffenberg seine besondere Bedeutung.“

Jochen Griesinger
Landesvorsitzender V
In eigener redaktioneller Verantwortung

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