Nachschau - Veranstaltung am 22.06.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Das Streitkräfteamt -
die Vielfalt als Besonderheit

Referent:

Generalmajor Werner Weisenburger

Amtschef Streitkräfteamt
 

am Montag, 22. Juni 2015

 
Foto: PIZ SKB/Fonrobert
 

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Eigenbericht der Sektion Bonn

Ein außergewöhnliches Amt

Von Servatius Maeßen

Zum Informationsangebot der Sektion Bonn gehört auch die Begleitung der Neuausrichtung der Bundeswehr. Angesichts des schwindenden öffentlichen Interesses an Sicherheitspolitik im Allgemeinen und der Bundeswehr im Besonderen gilt es, den Engagierten und Interessierten Informationen zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen, als Multiplikatoren in die Gesellschaft hinein zu wirken.

Im Verlauf der Neuausrichtung der Bundeswehr haben sich nicht nur Organisationsstrukturen und –begriffe geändert, sondern auch Aufgaben, Inhalte und Abläufe werden angepasst, ergänzt, erweitert oder verändert. Seit 40 Jahren ist die Bezeichnung „Streitkräfteamt“ geläufig. Das Amt ist Nachfolger des 1959 geschaffenen Bundeswehramts.

Wie sich dieses organisatorische Urgestein heute präsentiert war Thema eines Vortrags unter der Überschrift „Das Streitkräfteamt – die Vielfalt als Besonderheit“. Dazu trug vor der Amtschef des Streitkräfteamts (SKA), Generalmajor Werner Weisenburger.

Das SKA gehört zur Streitkräftebasis, dem mit ca. 47.000 Soldaten und zivilen Mitarbeitern personell zweitstärksten Organisationsbereich der Bundeswehr. Es versteht sich als Dienstleister für die Bundeswehr. „Alles, was nicht zu den Kernaufgaben der Teilstreitkräfte und Fach- und Spezialkommandos gehört, finden Sie bei mir!“ so der Amtschef.

Das SKA ist eine Kommandobehörde mit truppendienstlichen Führungsaufgaben, in der zugleich eine Fülle von bundeswehr- und streitkräftegemeinsamen Fachaufgaben im Auftrag des BMVg wahrgenommen wird.

In sehr plastischer und mit eingängigen Beispielen garnierter Weise beschrieb Generalmajor Weisenburger die Dienststellen im In- und Ausland, z.B.: Sportschule der Bundeswehr, Zentrum für Informationsarbeit der Bw, Zentrum für Verifikationsaufgaben, Zentrum für Militärmusik, 13 deutsche Delegationen bei nationalen und internationalen Stäben in Europa, 63 MilAttStäbe mit 69 Nebenakkreditierungen weltweit. (Diese Aufzählung ist nur beispielhaft; mehr Details finden Sie unter www.kommando.streitkräftebasis.de/ska.

Zu den Fachaufgaben gehört z.B. das Alarmwesen der Bundeswehr. „Angesichts der sicherheitspolitischen Entwicklungen in Osteuropa intensivieren wir die Aktivitäten auf diesem Gebiet. Hier stützen wir uns ab auf das Wissen derer, die bereits vor 1990 Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt haben,“ stellte der Amtschef fest. Weitere Fachaufgaben sind das Verbindungswesen Bundeswehr, die Betreuungsaufgaben der Bundeswehr und Reservistenangelegenheiten. Der General unterstrich die wachsende Bedeutung der Reserve, deren Angehörige nicht nur im Jahresdurchschnitt 7% der Einsatzkontingente stellte, sondern auch vakante Stellen im Inland kompetent besetzen. Gerade hier zeichnet sich angesichts sozialer Komponenten des Attraktivitätsprogramms und der EU-Arbeitszeitregelung wachsender Bedarf ab. Und schließlich sind zu erwähnen die umfassenden Aufgaben des Geheimschutzbeauftragten.

Lebhafte Aussprache - Foto: Kalle Berg

In einer sehr lebhaften und von Themenvielfalt geprägten Aussprache stand Generalmajor Weisenburger freimütig und kompetent Rede und Antwort zu Fragen zum Attraktivitätsprogramms, der Beurteilungspflicht bei globaler Leitungsspanne, der IT-Sicherheit, zur Aufgabenabschichtung aus dem BMVg in den nachgeordneten Bereich, zur Betreuung Einsatzgeschädigter, zum Attaché-Dienst und zum Einfluss der sicherheitspolitischen Lageveränderung auf die Aufgabenwahrnehmung. Zur letzten Frage führte der Referent aus, dass sich die Arbeit im Kalten Krieg bis 1990 auf die Abschreckung durch hohe Bereitschaft konzentrierte, nach 1990 die Beschäftigung mit den Auslandseinsätzen im Mittelpunkt stand und nun absehbar sei, dass man sich künftig wohl auf beiden Feldern engagieren müsse.

Fazit: Ein auf den ersten Blick trockenes Thema wurde kompetent, lebendig und überzeugend dargeboten. Der Amtschef SKA hat es verstanden, „Die Vielfalt als Besonderheit“ einprägsam zu illustrieren. Dem Zuhörerkreis wurde deutlich, wie die Fülle an Aufgaben im SKA funktioniert und welche Bedeutung die global dislozierten Dienststellen und die Wahrnehmung einer Vielfalt von Fachaufgaben mit Unikatcharakter für die Einsatzfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Bundeswehr haben.

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