Nachschau - Veranstaltung am 27.06.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

China
und die Sicherheitsarchitektur in Ostasien

 
Referent:

Professor Dr. Sven Bernhard Gareis

Stellvertretender Dekan am George C. Marshall European Center
for Security Studies, Garmisch-Partenkirchen
Foto: Sven Gareis - Eigenes Bild
 

am Dienstag, 27. Juni 2017, 19.30 Uhr
im Café Schwarz
Breitenburger Str. 14-16, Itzehoe

 

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Bericht der Sektion Itzehoe-Steinburg

Das Asiatische Paradoxon

GSP-Vortrag über China und die Sicherheitsarchitektur in Ostasien

Von Winfred Krech
Professor Dr. Sven Gareis (li.) mit Sektionsleiter Pastor i.R. Winfred Krech

Angesichts der beunruhigenden Nachrichten über chinesische Expansionsbestrebungen und die mögliche Eskalation bestehender Konflikte, z. B. zwischen Nord-Korea und seinen Nachbarn, hatte die GSP-Sektion Steinburg mit Prof. Gareis einen Kenner der Konfliktregion geladen, um sich über Konflikt-Ursachen und mögliche zukünftige Entwicklungen unterrichten zu lassen.

Die durchaus komplexe Situation im südostasiatischen Raum lässt sich vereinfacht mit dem Begriff des Asiatischen Paradoxons umreißen: Die zahlreichen konfliktträchtigen Konstellationen in diesem Raum werden durch ein noch komplexeres System gegenseitiger wirtschaftlicher Verflechtungen und Abhängigkeiten unter Kontrolle gehalten. Südost-Asien ist derzeit durch eine ungebrochene wirtschaftliche Dynamik geprägt. Dem gewaltigen Anstieg des wirtschaftlichen Potenzial der meisten Staaten dieser Region steht aber das Bedürfnis nach Stabilität und ein Gefühl der Verletzbarkeit gegenüber. Dies manifestiert sich auch in den Gebietsansprüchen, die immer wieder gegenüber Nachbarstaaten erhoben werden, und dem Bemühen, schlagkräftige Streitkräfte, vor allem zur See, aufzubauen.

Zurzeit sind es besonders Nord-Korea und die VR China, die von den Nachbarstaaten und vor allem den USA als störende Mächte in dieser Region angesehen werden.

Der eigentliche Antrieb des nordkoreanischen Säbelrasselns ist wohl die Angst der herrschenden Clique vor dem Untergang. Und die möglichen Folgen eines Unterganges dieses Staates lassen die USA und China zögern, massiver zu intervenieren.

Wenn China immer wieder einmal versucht, seine Muskeln spielen zu lassen, dann geschieht dies wohl vor allem aus innenpolitischen Gründen oder um sein Gesicht, sein Prestige zu wahren. Zur Zeit besteht für China keine Aussicht, in einem militärischen Konflikt mit den USA zu siegen. Es bleibt aber die Gefahr eines Krieges durch "Zufall" oder aus innenpolitischen Zwängen.

Eine Entwarnung

Angesichts der in China bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme, des bisher nicht ausreichenden militärischen Potenzials und dem Fehlen von Verbündeten geht Gareis davon aus, dass der Zustand in dieser Region auf Dauer angespannt, insgesamt aber wohl stabil bleiben wird.

Für China und die benachbarten Staaten werden die wirtschaftlichen Interessen, dazu gehören auch ungestörte Seewege, militärische Konflikte verhindern oder zumindest begrenzen.

 
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