Nachschau - Veranstaltung am 15.10.2014

 

Spannende Zeitreise

Thomas Raufeisen referiert über seine Haftzeit in der DDR

Bremervörde. Am Donnerstag hat Thomas Raufeisen – Sohn des ehemaligen DDR-Spions Armin Raufeisen, der mit der Familie im Januar 1979 unter falschem Vorwand in die DDR fuhr – Schülern des Beruflichen Gymnasiums an den Berufsbildenden Schulen Bremervörde von seiner Jugend in der DDR berichtet – insbesondere von dem Tag, der seine Familie zerstören sollte (BZ berichtete). Bereits am Vorabend referierte Raufeisen, auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), im EWE-Kundenzentrum Bremervörde.

Thomas Raufeisen referierte vor Schülern des Beruflichen Gymnasiums an den Berufsbildenden Schulen Bremervörde Foto: sj

Die abendliche Veranstaltung war mit über 80 Teilnehmern sehr gut besucht. Thomas Raufeisen, Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, erzählte mit bewegenden Worten, unterlegt mit Auszügen aus seinem Buch „Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei“. „Es gelang ihm durch seine authentischen Vortragsweise die Zuhörer zu fesseln. Da er während seines Vortrages Fragen zuließ, ergab sich die Situation, dass zwei der Fragesteller sich als ehemalige Häftlinge der DDR outeten, die in ihrer Vergangenheit wegen Verteilen von Flugblättern und versuchter Republikflucht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden“, berichtet Werner Hinrichs, Landesvorsitzender der GSP Niedersachsen und Bremen und Leiter der Sektion Elbe-Weser.

Der Referent (rechts)bei der abendlichen Veranstaltung im EWE - Kundenzentrum mit Sektionsleiter Werner Hinrichs

Günter Hirschfeld aus Selsingen, der wegen Verteilen von Flugblättern als 16-Jähriger 1950 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Seine selbst erstellten Flugblätter mit dem Inhalt „Weder Hitlerdiktatur noch Diktatur des Proletariats – Wir wollen endlich unsere Freiheit“ zeigten, wie unbeugsam der Unrechtsstaat schon kurz nach seiner Gründung gegen Andersdenkende vorging.

Die abendliche Veranstaltung war mit über 80 Teilnehmern sehr gut besucht

Dr. Hans Saschek, Zahnarzt aus Wilhelmshaven, wurde als 26-Jähriger nach Paragraph 213 DDR-Strafgesetzbuch „Republikflucht im schweren Falle“ zu zweieinhalb Jahren verurteilt. Er hat die ganze Strafe im Stasi-Gefängnis Bautzen II verbüßt.

Drei ehemalige Ex-DDR-„Knastis“, die sich viel zu erzählen hatten.

Der dritte, ehemalige „Knasti“, so bezeichneten sich die drei Ex-DDR-Häftlinge, war der Referent Thomas Raufeisen. „Die drei Männer, obwohl sie sich noch nie begegnet waren, hatten viel gemeinsamen Gesprächsstoff über die willkürlichen Haftbedingungen in der ehemaligen DDR“, teilt Werner Hinrichs mit. (sj)

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