Nachschau - Veranstaltung am 21.01.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Sicherheitspolitische Gesamtlage
aus sanitätsdienstlicher Sicht

Sanitätssoldaten des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte von Afghanistan
bis zum Ebola-Einsatz in Westafrika

Referent:

Oberstarzt Dr. Ralf Hoffmann

Kommandeur Kommando Schnelle Einsatzkräfte
Sanitätsdienst „Ostfriesland“
 

am Mittwoch, 21. Januar 2015, 19:00 Uhr

im EWE – Kundencenter Bremervörde
Marktstr. 20 - rückwärtiger Eingang –

 

Zur Veranstaltung:

Mit Oberstarzt Dr. Ralf Hoffmann, Kommandeur des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ (Kdo SES) konnten wir für unseren ersten Vortragsabend im neuem Jahr einen Experten aus dem Sanitätswesen der Bundeswehr gewinnen.

Für die Einsätze der Bundeswehr ist eine gute sanitätsdienstliche Unterstützung unerlässlich. Das Kdo SES stellt die flexible, schnelle und qualitativ hochwertige sanitätsdienstliche Versorgung im Einsatz dafür sicher. Bei seinen Ausführungen zum Kdo SES wird Oberstarzt Dr. Hoffmann einerseits die unmittelbare medizinische Versorgung am Ort des Geschehens und andererseits den Verwundetentransport im Einsatzraum, aber auch über den Einsatz der Sanitätssoldaten im Kampf um die Ebola – Epidemie in Westafrika eingehen.

 

*****

 
Eigenbericht der Sektion Elbe-Weser

Schnelle Erstversorgung ist das Wichtigste

Vortrag über Sanitätsdienst der Bundeswehr im EWE - Kundencenter

Von Hans-Dieter Kück
Andreas Woelk, links, und Sektionsleiter Werner Hinrichs - Foto: Hans-Dieter Kück

Bremervörde (hdk). Eine schnelle Selbst- und Kameradenhilfe ist die wichtigste Voraussetzung für eine effektive Versorgung von verwundeten oder verletzten Soldaten. Nur so kann die Rettungskette im Einsatz funktionieren. Das stellte OberFeld Apotheker (OFAp) Andreas Woelk bei einem Vortrag im EWE-Kundencenter in Bremervörde fest. Auf Einladung der Sektion Elbe-Weser der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und der Kreisgruppe des Reservistenverbandes sprach der 55-jährige Oberfeldapotheker ( im Rang eines Oberstleutnant) vom Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (SES) aus Leer über das Sanitätswesen der Bundeswehr.

Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätswesen Ostfriesland wurde im Jahr 2003 gegründet und hat seine Standorte z. Z. in Leer und in Schwanewede. Bei dem Kommando handelt es sich um ein spezialisiertes Kommando des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Schwerpunkt der Arbeit ist die Beteiligung sanitätsdienstlicher Einsatzkräfte an Anfangsoperationen und schnellen Operationen, wobei auch die humanitäre Hilfe mit eingeschlossen ist. Darüber hinaus stellt das Kommando die sanitätsdienstliche Versorgung der Spezialisierten Kräfte und der Spezialkräfte der Bundeswehr sicher.

Andreas Woelk, der als Vertreter für den ursprünglich eingeplanten Kommandeur des Kommandos, Oberstarzt Dr. Klaus Hoffmann sprach, stellte in seinen Ausführungen auch den Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr vor, der eine bedarfsgerechte sanitätsdienstliche Versorgung und Unterstützung der militärischen Organisationsbereiche in den Teilstreitkräften im Einsatz und im Friedensbetrieb an den Standorten vor. Dabei sprach er auch die Rolle des Sanitätsdienstes bei der Berufswahl an. Gerade im medizinischen Bereich bietet sich auch im Kommando SES für männliche und weibliche Interessierte eine ganze Palette von Ausbildungs-. und Einstiegsberufen. Vom medizinischen Fachangestellten, über Krankenpfleger und-schwestern, Elektronikern, Bürokaufmann, Medizintechniker bis hin zur Rettungsassistentin und Medizinisch technischen Assistent oder Koch kann man hier eigentlich alles für sich finden und mit einer Verpflichtung seinen Berufswunsch realisieren.

In der personellen Ausstattung des Kommandos sind 23 % der Soldaten weiblich. Das bedeutet in Zahlen ausgedrückt von den rd. 1.700 Soldaten sind 8% weibliche Offiziere, 25% weibliche Feldwebel, 26% weibliche Unteroffiziere und 23 % weibliche Mannschaftsdienstgrade. Weibliche Sanitätssoldaten hat es aber nicht erst seit Gründung des Kommandos oder der Bundeswehr gegeben, sondern sie waren schon immer in den verschiedenen Armeen tätig.

Oberfeldapotheker Woelk sprach im EWE-Kundenzentrum - Foto: Hans-Dieter Kück

Bezogen auf die Einsatzarbeit hob der Redner die besondere Beachtung der Rettungskette im Einsatz hervor. Die auf die Selbst- und Kameradenhilfe im Einsatzraum durchgeführte Erstversorgung ist für eine gute Weiterversorgung der verwundeten Soldaten unabdingbar. Darum gehört heute die entsprechende Ausbildung der Soldaten auf diesem Gebiet mit zur gründlichen Vorbereitung . Gerade bei den Einsätzen in Afghanistan habe sich dieses immer wieder positiv bewiesen und dadurch nachweislich höhere personelle Verluste verhindert. Woelk stellte den Ablauf der Rettungskette an den verschiedenen Stationen bei der Versorgung vor und unterstrich dabei auch die Rolle der Luftwaffe und der Verbündeten im Transportbereich.

Das Sanitätswesen hat sich in den letzten Jahren immer mehr verbessert und modernisiert. Die Einsatzlazarette und Rettungszentren bieten ein optimale Versorgungsmöglichkeit im Einsatzraum und werden mit der Rückführung in das Heimatland abgerundet.

Eingehend stellte der Redner auch die Arbeitsweise in den Luftlandesrettungszentren vor. Heute werden solche Zentren immer mehr auch in internationaler Zusammenarbeit betrieben, wie das Kommando gemeinsam u.a. mit den niederländischen Verbündeten praktiziert. Diese Zentren bieten mittels schnell zu errichtender Zeltmodule von der Notfallaufnahme, über Operationsgruppen, Pflegestation, Röntgen- und Laboreinheiten bis hin zu Sterilisation alle notwendigen Einrichtungen wie in einem richtigen Krankenhaus, nur eben mobil. Die Aufnahmebereitschaft ist im Einsatz nach einer Stunde hergestellt, die Arbeitsbereitschaft soll in 2 Stunden erreicht sein und die Einsatzbereitschaft sollte, je nach Einsatzlage, innerhalb von 4-8 Stunden gewährleistet sein. Die Durchhaltefähigkeit ist auf die Dauer von bis zu 7 Tagen geplant.

Vorgestellt wurden auch die verschiedenen Auslandseinsätze des Kommandos von Afghanistan bis Mali. Es zeichnet sich hier ein Trend ab, zu kleinen Einsätzen wie in Mali. Hierzu gehörte auch die Versorgung der Soldaten der EU durch eine SanitätsEinsatzKompanie. Diese erfolgte auch mit Unterstützung der Malischen Streitkräfte. Insgesamt nahmen ein diesem Einsatz 40 Bundeswehrsanitäter, 6 Österreicher und 3 Ungarn teil, die eine gute Zusammenarbeit leisteten.

Der letzte Schwerpunkteinsatz war die Ebola-Hilfsaktion in Westafrika. Hier wurden gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz der Aufbau und Betrieb von 2 Lazaretten in Sierra Leone und Liberia zur Unterstützung der Behandlung von Ebola Patienten betrieben. Seitens der Bundeswehr wurde dieses Projekt auch mit Material, Personal und Logistik unterstützt.

Zusammenfassend stellte Andreas Woelk fest, dass das Kommando SES hoch leistungsfähig ist und Erfahrung im Einsatz hat. Allerdings sind auch bei uns die Ressourcen knapp, so Woelk. Es mangelt aber nicht an Aufträgen, wobei diese eher häufiger aber auch kleiner werden. Die Belastung für das Personal werde aber nicht kleiner werden. Einsätze mit Partnern wie im Falle Mali und Westafrika erhöhen aber die Möglichkeiten. Ein Ausblick wagte er in Richtung Ostukraine wo die Bundeswehr für die OSZE vorgesehen ist, zur Überwachung der Waffenstillstandslinie. Hier wird die sanitätsdienstliche Versorgung der rd. 200 Angehörigen des deutschen Kontingents anstehen.

Sektionsleiter Werner Hinrichs dankte dem Referenten für einen sehr interessanten Vortrag, der einen informativen Einblick in die Arbeit des Kommandos SES bot.

Nach oben Zurück
Veranstaltungskalender
 

GSP-Veranstaltungskalender

Legende: Termin exportieren - Zur Sektionsseite - Termininfo versenden - Terminerinnerung anfordern - Bei Veranstaltung anmelden