Nachschau - Veranstaltung am 22.11.2016

 
 
 

Vortragsveranstaltung
für Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen
der Haupt- und Realschule

zum Thema

Syrien

 
Referent:

Dr. Kinan Jaeger

Lehrbeauftragter der Uni Bonn
 

am Dienstag, 22. November 2016
in der Albert-Einstein-Schule
Wülferoder Str. 46, 30880 Laatzen

 

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vom 23.11.2016

"Es gibt nur Waffe oder Flucht"

Islamwissenschaftler und Jugendoffizier diskutieren mit AES-Schülern über Syrienkonflikt

VON ASTRID KÖHLER
"Stellt Fragen!": Islamwissenschaftler Kinan Jaeger (großes Bild) und Politiklehrer Joris Doelle (kleines Biid) versuchen die Komplexität des Syrtenkonflikts ein wenig greifbarer zu machen. Fotos: Köhler

LAATZEN-MITTE. Warum Ist der Syrienkonflikt nach Jahren noch immer ungelöst? Was sind die Ursachen und Folgen? Wie ist die Bundeswehr beteiligt und wie agiert der sogenannte Islamische Staat? Darum ging es am Dienstag bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung mit zwei Experten für insgesamt 150 Laatzener KGS-Schüler.

Mit dem neuen Kooperationspartner der KGS - der unbhängigen Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. - nach Laatzen gekommen waren der Islam- und Politikwissenschaftler Kinan Jaeger sowie Martin Neumann, Jugendoffizier der Bundeswehr und Referent für Sicherheitsfragen. Gemeinsam versuchten sie den Zehntklässlern in zwei Doppelstunden die komplexe Situation in Syrien wie den umliegenden Staaten näher zu bringen: „Es gibt so viele Beteiligte, dass die Krise von Innen heraus nicht mehr zu lösen ist", betonte der in Damaskus als Sohn eines Syrers und einer Deutschen geborene Jaeger: „Wer nichts mehr zu verlieren hat, haut ab oder greift zur Waffe. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht." Von den einst 24 Millionen Einwohnern Syriens (Stand 2011) sind vier Jahre später fast 270.000 Menschen tot. Und fast jeder Zweite geflohen - 4,5 Millionen davon ins Ausland, ergänzte Neumann, der die Rolle der Bundeswehr erläuterte. Diese bildet Perschmerga - Kurden aus dem Autonomiegebiet im Nordirak- an der Waffe und für die Entschärfung von Sprengsätzen aus und unterstützt außerdem mit Aufklärungs- und speziellen Tankflugzeugen die Luftangriffe der lnternationalen Staatengemeinschaft.

Der Konflikt basiert auf einem komplexen Geflecht konkurrierender Gruppen - Anhänger und Gegner des Assad-Regimes, Sunniten und Schiiten und weitere - innerhalb und außerhalb Syriens bis zu den Weltmächten USA und Russland, so die Experten. „Je übler die Verhältnisse sind, desto leichter ist es für Radikale und Extremisten, Leute für ihre Sache zu gewinnen, betonte Jaeger, nachdem er einen Clip mit Videobildern der zerstörten Stadt Homs gezeigt hatte. Die Schwäche der Region sei der Nährboden für den Islamischen Staat (IS) geworden, dessen Terror bis Europa ausstrahlt. Der IS stehe für einen Protest und „wir haben den Protest selbst gezüchtet", so Jaeger während der Diskussion. Es gebe noch keine Lösungen, aber Ideen, wie es gelingen kann, terroristische Netzwerke zu bekämpfen. Danach gefragt nannten auch die Schül,r Ideen: Armut und Perspektivlosigkeit sind zu beseitigen, Hass und Angst entgegenzutreten, Manipulationen zu verhindern und Traumata zu behandeln.

Dass der seit 70 Jahren währende Frieden in Deutschland alles andere als selbstverständlich ist, Freiheit und Mitbestimmung wichtige Grundlagen dafür sind und sie Informationen und Aufklärung einfordern müssen, das wurde den Schülern deutlich. Politiklehrer Joris Doelle lobte die Zehntklässler für ihre Aufmerksamkeit und ermunterte sie auch gerade mit Blick auf die Zukunft: „Stellt Fragen!"

 
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