Sektion Rheine

 
vom 24.11.2015

Friedliche Revolution am Dio

Ausstellung zur deutschen Einheit ist noch bis zum 10. Dezember zu sehen

RHEINE. Der Arbeitskreis Sicherheitspolitik präsentiert im Gymnasium Dionysianum zurzeit die Ausstellung "Der Weg zur deutschen Einheit".

"Die friedliche Revolution 1989/90 steht im krassen Gegensatz zum aktuellen Terror und bestätigt überzeugend, dass es möglich ist, große Politik auch mit friedlichen Mitteln zu machen", sagte Alfred Franz jetzt zum Auftakt der Ausstellung.

Damals überwanden die DDR-Bürger mit ihren friedlichen Demonstrationen die Mauer in Berlin und die innerdeutsche Grenze und stürzten die SED-Diktatur. Zugleich wurde mit dem Ende des Ost-West-Konflikts zwischen Warschauer Pakt und NATO der Weg geöffnet zu einem freien Europa. Die Sieger des Zweiten Weltkrieges stimmten zu, dass Deutschland mit der Einigung wieder ein souveräner Staat wurde. Damals hofften viele Menschen auf ein Zeitalter des Friedens und ein sicheres Leben in Freiheit, erläuterte Günter Thum als Zeitzeuge, in jener Zeit verantwortlicher Bürgermeister in Rheine.

Aber was hat die deutsche Einheit mit den Jugendlichen von heute zu tun? Und haben die Ereignisse von 1989/90 wirklich das Leben der Menschen verändert? Dann müsste sich dies auch am Dionysianum nachweisen lassen.

Zunächst führte die deutsche Einheit in Verbindung mit der politischen Öffnung Europas im Bildungsbereich allgemein zu einem Ausbau der modernen Fremdsprachen. Auch das Dio wandelt sich. Spanisch kommt als dritte moderne Weltsprache hinzu. Es entstehen neue Kontakte, nach Osten mit Cottbus in Brandenburg und Warschau in Polen, auch mit Weißrussland wird es versucht, und im Westen werden Schulpartnerschaften mit England, Frankreich und Spanien gepflegt, nicht zu vergessen auch mit Peru und Israel. In Verbindung mit der Städtepartnerschaft nehmen Dionysianer auch am Austausch mit Portugal und Litauen teil.

Bis zu 15 Prozent der Schülerschaft nutzt heute besonders den Jahrgang 10, individuell privat Europa und die Welt zu erkunden, ergänzte Oliver Meer als Schulleiter. Das Dionysianum ist eine europäische, weltoffene Schule. Doch begann der internationale Terror sein hässliches Gesicht zu zeigen. Die Kontakte mit Israel konnten wegen der wachsenden Gefährdung nicht fortgesetzt werden. Auch die Euro- und Griechenlandkrise, jetzt noch verstärkt durch die Flüchtlingskrise, macht sich allgemein bemerkbar bis hin zum internationalen Jugendaustausch. Viele Menschen fliehen wegen politischer Gewaltherrschaft, sozialer Unruhen und terroristischer Anschläge in ihrer Not nach Europa und kommen besonders nach Deutschland. In der Hoffnung, hier sicher zu sein. Wie konnte es international soweit kommen? Hier ist Alexander Burmeister vom Traditionsverband Logistik Rheine gefragt, denn er hatte sich jahrelang als Mitarbeiter des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages mit internationalen Krisen befasst.

Auch die Austellung versucht, näher darauf einzugehen. Sie bringt kein fertiges Geschichtsbild, versteht sich als Zwischenbilanz, fordert den Betrachter heraus, sich mit ihrer Hilfe eine eigene Meinung zu bilden, weitere Quellen und Zeitzeugen einzubeziehen. Rund 350 Schüler werden sich am Dionysianum bis zum 10. Dezember mit ihr befassen. Bei all ihren Gesprächen auch vorher an den Kaufmännischen Schulen und am Kopernikus-Gymnasium stellte Hubert Scharf von der Europa-Union für die Veranstalter abschließend fest, dass die Jugendlichen in Rheine Hass und Gewalt strikt ablehnen: Ein hoffnungsvolles Zeichen gegen den internationalen Terror, das Mut macht.

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