Nachschau - Veranstaltung am 01.12.2016

 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Kernprobleme der Integration von Muslimen
in die europäische Gesellschaft

 
Referent:

Professor emer. Dr. Tilman Nagel

Professor für Arabistik und Islamwissenschaft
an der Universität Göttingen
 

am Donnerstag, 01. Dezember 2016, 19.30 Uhr
im Haus an der Eder
Waberner Straße 7, 34560 Fritzlar

 

Zum Referenten:

Prof. Dr. Tilman Nagel, Jahrgang 1942, hatte von 1981 bis 2007 den Lehrstuhl der Arabistik und Islamwissenschaft der Universität Göttingen inne. Zahlreiche Veröffentlichungen auf dem Gebiet der islamischen Geschichte und Religionsgeschichte belegen den Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Daneben war er seit 1980 in verschiedenen Gremien mit Fragen der inhaltlichen Gestaltung eines islamischen Religionsunterrichts in einer säkularisierten Gesellschaft sowie allgemein mit Problemen der Eingliederung von Muslimen in eine freiheitliche, säkularisierte Gesellschaft befasst. Seit 1989 ist der Referent Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Zur Veranstaltung:

Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zeichneten sich Schwierigkeiten ab, die aus der dauerhaften Ansiedlung von Muslimen in Europa resultieren würden. Versuche, diese Probleme zu erfassen, genau zu analysieren und dann über mögliche Lösungen nachzudenken, blieben im Formalen stecken. In Deutschland rang man den Vertretern der größten muslimischen Verbände das Zugeständnis einer Anerkennung des Grundgesetzes ab, ließ aber die Frage offen, ob die im Grundgesetz verbürgte Religionsfreiheit den Muslimen erlaube, die dem säkularen Staat und einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung widerstreitenden Grundzüge ihrer Religion uneingeschränkt weiter zu pflegen. Durch die Formel "Der Islam gehört zu Deutschland" wird die Diskussion über dieses Thema tabuisiert. Tilman Nagel macht jedoch dieses Thema zum Gegenstand seines Vortrags. Er zeigt, wie die vor 25 Jahren von etlichen Islamwissenschaftlern propagierte These, auch der Islam habe seine "Aufklärung" gehabt, der Festigung des erwähnten Tabus förderlich ist. Vor allem aber führt er aus, inwiefern der Islam ein Typus von Religion ist, der in wesentlichen Bereichen der Auslegung des Daseins des Menschen den hiesigen Traditionen zuwiderläuft. Bis jetzt ist in Europa nur eine winzige Minderheit unter den Muslimen bereit, in eine offene, redliche Erörterung dieser Schwierigkeiten einzutreten.

 
Foto: bdk-berlin.org
 
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