Nachschau - Veranstaltung am 12.04.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Fliegende Scharfschützen?

Schlussfolgerungen aus der rechtlichen und ethischen Bewertung
von Scharfschützen für die aktuelle Drohnendebatte

Referent:

Dr. Niklas Schörnig

Wiss. Mitarbeiter der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
 

am Dienstag, 12. April 2016, 19.30 Uhr
im Forum Wolf Graf von Baudissin,
Zentrum Innere Führung der Bundeswehr
Pfaffendorfer-Höhe
Von-Witzleben-Straße 17, Koblenz

 

Zur Veranstaltung:

Bewaffnete Drohnen (auch als Unmanned Combat Aerial Vehicles, UCAVs, bezeichnet) lösen bei vielen Menschen Unbehagen und Ablehnung aus, speziell wenn die Systeme zu "gezielten Tötungen" eingesetzt werden. Scharfschützen sahen sich historisch ebenfalls immer wieder starker Kritik ausgesetzt, speziell in demokratischen Staaten. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass Scharfschützen in den vergangenen ein bis zwei Dekaden einen "Imagewandel" durchlaufen haben und inzwischen - zumindest in den USA - als hochspezialisierte Kräfte Ansehen erworben haben. Im Rahmen des geplanten Vortrags wird argumentiert, dass Kampfdrohnen- und Scharfschützeneinsätze erhebliche strukturelle Ähnlichkeiten aufweisen, die es ermöglichen, aus den Erfahrungen mit der rechtlichen und ethischen Bewertung von Scharfschützen Rückschlüsse auf Kampfdrohneneinsätze zu ziehen. Neben einer rechtlichen Einordnung des Einsatzes von Scharfschützen aus völkerrechtlicher Sicht betrachtet der Vortrag deshalb die ethische Bewertung von Scharfschützen über die letzten 100 Jahre und fragt, welche Gründe für den (unterstellten) Wandel der Bewertung durch Militär und Gesellschaft in Frage kommen. Darauf aufbauend wird schließlich diskutiert, inwieweit sich aus der Entwicklung Parallelen zur rechtlichen und ethischen Bewertung von Kampfdrohnen ableiten lassen und ob im Bereich der "gezielten Tötungen" durch Kampfdrohnen eine ähnliche Entwicklung der Bewertung hin zu stärkerer gesellschaftlicher Akzeptanz – je nach eigener Perspektive – zu erwarten bzw. zu befürchten ist und wo die Grenzen gesellschaftlicher Akzeptanz liegen könnten.

Niklas Schörnig, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und regelmäßig Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt. Er promovierte 2005 mit einer Arbeit zur amerikanischen Rüstungsindustriepolitik der 1990er Jahre. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind militärische Transformation westlicher Staaten, Hightech-Rüstung, militärische Robotik, Zukunft des Krieges und australische Außen- und Sicherheitspolitik.

 
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