Nachschau - Veranstaltung am 01.06.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Das Heer der Zukunft

Referent:

Oberst i.G. Eberhard Deppisch

Abteilungsleiter I Grundlagen/Querschnitt
im Amt für Heeresentwicklung (AHEntwg), Köln
 

am Montag, 1. Juni 2015, 19.30 Uhr

im Hotel Krupp
Poststr. 4, 53474 Bad Neuenahr

 
Foto: Haverbusch
 

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vom 06.06.2015

Gedanken zum Militär der Zukunft

Vortrag: Gesellschaft für Sicherheitspolitik wagte Blick auf Entwicklung der Bundeswehr im Jahr 2030

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach
Reger Gedankenaustausch: Referent Oberst i.G. (im Generalsstab) Eberhard Deppisch (links) und Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch. - Foto: Jochen Tarrach

Kreisstadt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen und damit die Herausforderungen, denen die Bundeswehr künftig gegenübersteht, sind vielschichtiger und anspruchsvoller geworden. Ein solcher Komplexitätszuwachs wird gerade vor dem Hintergrund eines explosionsartigen Wachstums an Wissen und rasanter Verbreitung moderner Technologie weitere Dynamik bekommen. Wie muss also die Bundeswehr darauf reagieren? Welche Waffensysteme benötigt sie, und welchen personellen Umfang muss sie mindestens haben? Einen weiten Blick in die Zukunft der Bundeswehr versuchten angesichts dieser Fragen die Mitglieder der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und ihr Sektionsleiter für den Bereich Bad Neuenahr-Ahrweiler, Oberst a. D. Gerd-Heinz Haverbusch.

Zu ihrer monatlichen Vortragsund Diskussionsveranstaltung trafen sie sich im Hotel Krupp in Bad Neuenahr. Unter den Gästen war auch Generalleutnant a. D. Kurt Herrmann als Präsident der Clausewitz-Gesellschaft. Der Referent, Oberst i.G. Eberhard Deppisch, aus dem erst 2013 aufgestellten Amt für Heeresentwicklung (AHEntwg) in Köln beschäftigt sich in seinem Aufgabenbereich mit der ganzheitlichen Weiterentwicklung von Konzeption, Ausbildung, Organisation und Materialplanung des Heeres. Seine Aufgabe ist es, die notwendigen langfristigen Planungen und die Fähigkeit des Heeres, auf neue Bedrohungen schnell und angemessen reagieren zu können, in Einklang zu bringen. Nicht zuletzt durch die aktuellen Entwicklungen in Osteuropa, Afrika und Vorderasien sowie die Ausrüstung von Terrorgruppen mit modernsten Waffen ist diese Aufgabe verstärkt in den Vordergrund gerückt.

Die Streitkräfte definieren sich heute nicht mehr über die personelle Anzahl, sondern über ihre Fähigkeiten. So präsentierte der Referent viele mögliche Beispiele für Waffen der Zukunft, so zum Beispiel auch über unbemannte Waffensysteme, aber bindende Voraussagen konnte er nicht treffen. Nur so viel: „Die Zukunftsentwicklung wird spannend sein“, meinte er, und das werde die Personalentwicklung ebenso wie das Material der Bundeswehr und der ihr verbundenen Armeen in der Nato betreffen. Um den politischen Entscheidungsträgern auch zukünftig den erforderlichen Handlungsspielraum in der Konfliktverhütung und Krisenbewältigung zu ermöglichen, müssen diese Kräfte schnell verfügbar sein, sowie über eine angemessene Fähigkeit Waffen) verfügen, so Oberst Deppisch.

Klar ist für ihn als Heeresoffizier, dass die Entscheidungen bei zukünftigen Konflikten nicht allein aus der Luft, sondern in Verbindung mit den Landstreitkräften an Land herbeigeführt werden. Doch welche Waffen sollen dafür in Zukunft vorgehalten werden? Über diese Frage müsse man wegen der langen Beschaffungsdauer frühzeitig entscheiden. Man dürfe hier auf keinen Fall jeden Trend aufgreifen, sondern konsequent jene Fähigkeiten weiter entwickeln, die sinnvoll sind. Kern des Heeres bleiben nach Worten des Obersten auch zukünftig duell- und durchsetzungsfähige Kräfte. Fest stehe jedoch, dass eine Weiterentwicklung der Bundeswehr trotz aller Waffentechnik nur nach dem Prinzip der Inneren Führung im Einklang mit den Freiheitsprinzipien des demokratischen Rechtsstaates geschehen kann.

Wie also soll die Bundeswehr im Jahr 2030 oder 2040 aussehen? Am Ende des Vortrages blieben mehr Fragen als Antworten. Der Oberst war vorsichtig, denn schon manch einer lag mit seinen sicheren Prognosen daneben. So zum Beispiel der französische Marschall Ferdinand Foch. Er sagte im Jahr 1911 voraus: „Flugzeuge sind interessante Spielzeuge, jedoch ohne jeden militärischen Wert.“ Derartig daneben liegen dürfe man in Zukunft nicht.

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