Nachschau - Veranstaltung am 16.11.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Steht der Nahe Osten vor dem Abgrund?

Versuch einer Analyse und Aufzeigen von Lösungsansätzen

 
Referent:
 

Dr. Kinan Jaeger

Lehrbeauftragter der Uni Bonn
Kinan Jaeger - Foto: Haverbusch
 

am Donnerstag, 16. November 2017, 19:30 Uhr
im Hotel Krupp
Poststraße 4, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

 

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vom 25.11.2017

Pokerspiel um Macht und Einfluss

GSP sieht kaum Lösungsmöglichkeiten für den Nahen Osten

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach
Mit Dr. Kinan Jaeger (r.) hatte GSP-Sektionsleiter Josef Schmidhofer (l.) einen kompetenten Referenten engagiert. Allerdings konnte auch dieser keine schnelle Lösung für das Nahostproblem aufzeigen. - Foto: Jochen Tarrach

Bad Neuenahr „Steht der Nahe Osten vor dem Abgrund? Versuch einer Analyse und Aufzeigen von Lösungsansätzen.“ Das war die Frage, mit der sich die Mitglieder und Gäste der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) bei ihrem jüngsten Treffen im Hotel Krupp in Bad Neuenahr beschäftigten. Wieder waren es mehr als 50 Bürger, die sich von den spannenden Vortrags- und Diskussionsangeboten der GSP angesprochen fühlten. Um es gleich vorweg zu sagen: Der Versuch einer Analyse und das Aufzeigen von Lösungsansätzen misslang gründlich. Und das, obwohl auf Einladung von Sektionsleiter Josef Schmidhofer mit Dr. Kinan Jäger von der Uni Bonn, der selbst in Damaskus geboren ist und drei syrische Halbbrüder hat, ein profilierter Experte zur Diskussion zur Verfügung stand. Es genügte schon eine einzige bildliche Darstellung der verschiedenen Interessenlagen, die im Nahen Osten aufeinander treffen, um dort kaum jemals eine Friedenschance am Horizont schimmern zu sehen. Syrische Regierung, syrische Rebellen, Terrormiliz IS, kurdische Miliz, von der Türkei unterstützte Rebellen, Interessen des Irak und Saudi Arabiens, Israel, Palästinenser, Sunniten, Schiiten und natürlich die Interessen der Großmächte Russland und USA. All diese Gruppen stehen hier auf engstem Raum in Syrien und dem Irak weitgehend in Stellvertreterkriegen gegeneinander. „Alles nur ein Poker um Macht und Einfluss“ so Kinan Jäger. Das alles ist kaum zu entwirren und so machte sich selbst nach dem spannenden Vortrag des Referenten Ratlosigkeit breit und Lösungsansätze wurden keine erkannt. Die Europäische Union (EU) schaut bisher weitgehend untätig zu, obwohl dort spätestens seit der Flüchtlingskrise bekannt ist, dass nur großzügige wirtschaftliche Hilfe, so etwas wie ein Marschall-Plan für den Nahen Osten, auf längere Sicht Frieden bringen kann. Das bedeute: Entwicklungshilfe aufstocken und Arbeitsplätze schaffen. Europa müsse aufpassen, dass es nicht der Dumme sei, denn Russland und die USA handelten über die Köpfe der Europäer hinweg. Neu ins Spiel mit globalem Denken kämen auch immer mehr die Chinesen als wartender Riese im Hintergrund. Und die Interessen der drei Staaten ließen sich mit einem kurzen Wort beschreiben: Öl. Der Schlüssel für einen Frieden auf lange Sicht liege in der Wirtschaft: So etwas wie Demokratie funktioniere nur dort, wo Stabilität herrsche und die Menschen satt sein. Der Referent bezeichnete den Krieg im Nahen Osten als den kompliziertesten Konflikt den wir derzeit auf der Welt kennen. Für uns in Europa käme als Problem noch die Flüchtlingswelle aus Afrika hinzu. Niemand, bis hin nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, könne sagen, dass ihn das alles nichts angehe. Europa und besonders Deutschland bedeute für die Menschen Reichtum, der Nahe Osten und Afrika totale Armut. Und das, obwohl doch die reichsten Menschen der Welt in dieser Zone der Welt sitzen auch ebenfalls Muslime sind. Doch da reiche die Solidarität nicht sehr weit. So war es also Ratlosigkeit, welche die Zuhörer an diesem Abend auch nach anschließender Diskussion mit auf den Heimweg nahmen. „Es sieht schlecht aus“, resümierte Dr. Kinan Jaeger.

Lesen Sie auch den Bericht der Sektion Bad Neuenahr - Ahrweiler ...
 
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