Nachschau - Veranstaltung am 23.01.2018

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Ein Jahr Trump -

eine erste Bilanz und was wir noch zu erwarten haben

 
Referent:

Professor Dr. Thomas Jäger

Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln
Foto: Uni Köln
 

am Dienstag, 23. Januar 2018, 19:30 Uhr
im Hotel Krupp
Poststraße 4, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

 

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vom 26.01.2017

Trump: Trotz allem auf dem Weg zur Wiederwahl?

Analyse: Politikwissenschaftler zog eine faszinierende Bilanz zur aktuellen US-Präsidentschaft, die vielleicht erfolgreicher ist als vermutet

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach
Mit Dr. Thomas Jäger, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Professor an der Universität Köln, hatte die GSP einen ebenso kompetenten wie lebhaften Redner zu Gast. - Foto: Jochen Tarrach

Bad Neuenahr. Kein Tag ohne neue Nachrichten über Donald Trump. Der amerikanische Präsident bestimmt seit einem Jahr in großem Maße das Nachrichtenaufkommen in der Weltpresse, ob Fake News oder nicht. Und genau diese Mediendominanz hat die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Jäger von der Uni Köln im Hotel Krupp in Bad Neuenahr zum Thema eines spannenden Vortrages mit anschließender Diskussion gemacht. Fast überfüllt von Zuhörern, darunter auch etliche junge Leute, war der Saal angesichts des Mottos „Ein Jahr Trump – eine erste Bilanz und was wir noch zu erwarten haben“.

Dr. Thomas Jäger ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität der Domstadt, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Herausgeber der „Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik“. Er warnte davor, Trump in der Wahrnehmung allein auf einen unsicheren politischen Amateur zu reduzieren. „Die Agenda Trump wurde im ersten Jahr seiner Präsidentschaft erfolgreicher umgesetzt, als es in Europa wahrgenommen wird“, so das Resümee des Politikprofessors. „Man wird in den USA nicht Präsident, um intellektuelle Reden zu halten, sondern um zu handeln.“ Der Präsident habe viel sachliche Politik geleistet und damit vor allem seine Wähler bedient, obwohl das alles von einem täglichen, gewaltigen Theaterdonner begleitet war. Er nutze jedes Thema, seine Anhänger zu begeistern. Aus ihrer Sicht ist er ein erfolgreicher Präsident. Das habe Methode, und er schaffe es trotz der tiefen Spaltung des Landes so, weitgehend die öffentliche Meinung zu steuern.

„Ich werde immer vorsichtiger mit Prognosen über den Präsidenten“, so Jäger, denn seine gesamte Politik sei darauf ausgerichtet, die Nationalpopulisten als auch die Wirtschafter der Wall Street ausgeglichen zu bedienen. Einwanderungspolitik und sein bisher größter Erfolg, eine Steuerreform, die vieles auf den Kopf stelle, seien in den USA außerordentlich populär. Keinesfalls rechne er mit dem besonders in Europa oft prophezeiten vorzeitigen Ende der Präsidentschaft Trumps. Ganz im Gegenteil, er lege kontinuierlich und konsequent die Grundlagen für eine erfolgreiche Wiederwahl. Es gebe einen „offenen Wechsel“ auf die Zukunft, und man müsse sehen, wohin die Politik Trumps führe, die natürlich auch neue Probleme aufwerfe.

So zum Beispiel die Einwanderungspolitik. Bei nur 4 Prozent Arbeitslosigkeit müsse bald die Antwort gegeben werden, woher die Arbeitskräfte der Zukunft kommen sollen. In der Außenpolitik mache Trump in alle Richtungen Politik, halte sich dabei alle Möglichkeiten offen. Aber auch hier viel Theaterdonner. Es sei schwer zu sagen, welche Optionen sich durchsetzen könnten. Iran, Naher Osten, Russland und vor allem Nordkorea als Schild vor China lägen im Fadenkreuz. Besonders die Chinesen versuchten mit Energie, die Einflusszonen ihres Landes in der Welt zu erweitern und die USA auszustechen. Hier sah Jäger die zentrale Frage der nächsten Jahre. Nordkorea biete ein Feld für Theaterdonner, verhindere aber derzeit noch die offene Auseinandersetzung zwischen den beiden Ländern. Unbeantwortet sei noch, ob Trump dazu Russland als Verbündeten einbindet oder nicht. Und wo bleibt dabei Europa? „Das Einzige, was Trump recht wenig interessiert, ist Europa“, so die verblüffende Aussage des Politikprofessors. Europa war in der Veranstaltung dem Fachmann Jäger deshalb auch nur eine kurze Fußnote wert. Spannend war für die Zuhörer der lebendig vorgetragene Ausflug in die große Weltpolitik trotzdem, wenn auch die Handlungsfelder der großen Politik diesmal ganz woanders lagen.

Die RZ lädt in Verbindung mit der Atlantischen Akademie zu einer weiteren Trump-Veranstaltung ein, und zwar für Montag, 29. Januar, von 18 bis 19.30 Uhr in das RZ-Druckhaus in Koblenz. Der Heidelberger Politikwissenschaftler Dr. Martin Thunert wird ebenfalls eine Zwischenbilanz der Amtszeit ziehen.

Lesen Sie auch den Bericht der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler

 
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