Nachschau - Veranstaltung am 26.02.2018

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Generation Putin –

Wie eine junge Generation sich aufmacht ihr Land zu verändern!

 
Referent:

Brigadegeneral a.D. Winfried Vogel

Leiter der Ausstellung Weiße Rose in Russland
Foto: Haverbusch
 

am Montag, 26. Februar 2018, 19:30 Uhr
im Hotel Krupp
Poststraße 4, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

 
 
Bericht der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler

Generation Putin

Vortrag vermittelte interessante Einblicke in das Alltagsleben der jungen Generation Russlands

Von Klaus Kretzschmar
Brigadegeneral a.D. Winfried Vogel (li.) mit Sektionsleiter Josef Schmidhofer - Foto: Brigitte Schmidhofer

Bad Neuenahr. „Generation Putin – Wie eine junge Generation sich aufmacht ihr Land zu verändern“, war das Thema eines Vortrages der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik im Hotel „Krupp“. Als kompetenter Referent konnte diesmal Brigadegeneral a.D. Winfried Vogel gewonnen werden, der seit 1999 als Leiter der Ausstellung „Weiße Rose“ in mehr als 35 russischen Städten aufgetreten ist und dabei in einer Vielzahl von Vorträgen und Diskussionen mit Schülern und Studenten persönliche Eindrücke von den Wünschen und Lebenszielen der jungen Generation in Russland mitgebracht hat. Vogel wurde an diesem Abend begleitet von Herrn Sergey Födorow, der im Generalkonsulat der Russischen Föderation als Konsul tätig ist.

Im ersten Teil seiner Ausführungen ging Vogel auf die Amtszeiten der Präsidenten Gorbatschow, Jelzin und Putin ein. Er charakterisierte die Ära Gorbatschow als Niedergang der Großmacht Sowjetunion, verbunden mit der Verarmung großer Teile des Volkes und dem Identitätsverlust der Sieger des 2. Weltkrieges. Die positiven Aspekte der Präsidentschaft Gorbatschows, wie Öffnung zum Westen, militärische Entspannung, deutsche Wiedervereinigung und mehr Rechte für die Russische Bevölkerung werden erst langsam erkannt. Dabei spielt die junge Generation eine wichtige Rolle, da sie diese Zeit unter einem anderen Blickwinkel sieht als ihre Eltern.

Die Ablösung Gorbatschows durch Jelzin war das zwangsläufige Ergebnis eines misslungenen Versuches, demokratische Prozesse im Land unter Beibehaltung alter Machtstrukturen voran zu bringen. Aber auch einem Präsidenten Jelzin war es nicht möglich, das riesige Reich wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Die Schaffung einer Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gelang nicht; viele ehemalige Sowjetrepubliken wollten die Selbständigkeit; es kam zu Kriegen zwischen ihnen; die Wirtschaft war nicht auf ein solches Szenario vorbereitet und brach zusammen. In dieser Situation berief der schwerkranke Jelzin Putin zu seinem Nachfolger.

Putin, der selbst aus ärmlichsten Verhältnissen stammte, „erbte“ ein Chaos; Sabotage und Gewaltakte waren an der Tagesordnung; das Militär spielte dem neuen Präsidenten übel mit, indem es ihm wichtige Informationen vorenthielt und somit zu einem weiteren Vertrauensverlust in der Bevölkerung beitrug. Putin gelang es nur durch konsequentes und hartes Durchgreifen, die Situation in den Griff zu bekommen; es wurden wieder Löhne und Renten gezahlt, die Versorgung der Bevölkerung verbesserte sich und auch im internationalen Rahmen versucht die Russische Föderation wieder mehr Gewicht zu gewinnen.

General Vogel lockerte seinen Vortrag dann mit ein paar Bildern aus dem Alltagsleben der jungen Generation auf. Die Aufnahmen aus Kindereinrichtungen; Schule, Studium und Freizeitgestaltung unterscheiden sich dabei nicht wesentlich von denen in Deutschland. Einziger Unterschied: Die russische Jugend zeigt mehr Heimatverbundenheit und Patriotismus als ihre Altersgenossen in Deutschland und Europa.

Abschließend fasste der Referent die Charakteristik der Generation Putin wie folgt zusammen: die Jugend lobt die neue Freiheit und Unabhängigkeit; sie hat eine kritische Haltung gegenüber Politik und Presse; die Errungenschaften der westlichen Welt werden bewundert, aber nicht einfach kopiert; die Jugend engagiert sich stärker in Gesellschaft und Kirche als das in Europa der Fall ist; das findet seinen Niederschlag auch in der Bereitschaft, Verantwortung in staatlichen Organisationen einschließlich der Armee zu übernehmen.

Es war ein sehr interessanter Abend für alle Zuhörer, der deutlich machte, dass der Alltag insbesondere für die junge Generation in der Russischen Föderation wesentlich vielschichtiger und auch hoffnungsvoller ist, als uns das teilweise in den deutschen Medien vermittelt wird.

 
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