Nachschau - Veranstaltung am 16.03.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Aktionsplan des Flüchtlingsgipfels auf Malta
– trägt er Früchte?

Referent:

Dustin Dehéz

Senior Analyst Peace and Security, Manatee Global Advisors GmbH
 

am Mittwoch, 16. März 2016, 19.30 Uhr
im Burgwald-Kasino

 

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vom 24.03.2016

Kurzfristig keine Verbesserung

Gesellschaft für Sicherheitspolitik hatte Experten für Flüchtlingsfragen zu Gast

FRANKENBERG. „Das Thema Flüchtlinge wird uns noch lange beschäftigen.“ So lautete eine der Aussagen von Dustin Dehéz. Der Referent war auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Waldeck-Frankenberg, in die Illerstadt gekommen, um einen Vortrag zum Thema „Aktionsplan des Flüchtlingsgipfels auf Malta – trägt er Früchte?“ zu halten. Sektionsleiter Meik Kotthoff hatte ihn zuvor herzlich begrüßt.

Dustin Dehéz ist unter anderem Vorsitzender des hessischen Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN). Er pendelt zwischen Deutschland und Ghana und kann aus seinen Erfahrungen viel Aktuelles in seine Vorträge einbauen. Zur Zeit geht man laut Dehéz von 60 Millionen Flüchtlingen weltweit aus. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen UNHCR teile die Migranten in drei Gruppen ein:

• Erstens in die Gruppe derjenigen, die nie ihr Land verlassen. Dies ist mit zwei Drittel die größte Gruppe.

• Zweitens in die Flüchtlinge, die in die Nachbarländer fliehen, also nur eine Grenze überschreiten.

• Drittens in eine kleine Gruppe, die mehrere Grenzen überschreitet. Dazu zählen alle, die auch zu uns kommen.

Deutlich zeigte Dehéz die Situation einiger Staaten auf. So habe Libanon mit gerade einmal 5,8 Millionen Einwohnern rund 1,1 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Auf einen Einwohner kämen also etwa sechs Flüchtlinge. „Bei uns wären dies etwa ein Flüchtling auf 80 Einwohner“, sagte Dehéz.

Äthiopien sei mit 660 000 Flüchtlingen das fünftgrößte Aufnahmeland. Die finanzielle Unterstützung durch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sei katastrophal. Dieses könne aber nur aus dem schöpfen, was es bei den Staaten „erbettelt“ habe.

Dehéz kam auch auf den Flüchtlingsgipfel im November auf Malta zu sprechen. Dort diskutierten die EU- und Afrikastaaten das Problem. Es war laut Dehéz mehr oder weniger eine Analyse und Bestandsaufnahme. So sollen die Gründe der Migration herausgefunden und ökonomische Integrationsmechanismen geschaffen werden. Die wirtschaftliche Entwicklung soll gestärkt, die Nahrungssicherheit gefördert werden. Der Zugang zu Wasser, Nahrung und Grundversorgung müsse garantiert werden. Die afrikanische Sicherheitsstruktur soll gestärkt und legale Migration müsse geschaffen werden.

Zudem sollen der Menschenhandel, die illegale Migration und die organisierte Kriminalität stärker bekämpft werden. Dazu seien die Polizei und Grenzbehörden personell und materiell besser auszustatten.

Dies alles sei aber nur mit mehr finanziellem Aufwand zu verwirklichen, so Dehéz. Es werde ein langer Weg, kurzfristig seien kaum Verbesserung zu erreichen. - (nh/dau)

 
Lesen Sie auch den Bericht der Sektion Waldeck-Frankenberg ...
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