Sektion Mecklenburg

Sektion Mecklenburg

Donnerstag, 07.11.2019 - 18:00

Bündnisverteidigung und neue NATO-Strategie - Was bedeutet das für Deutschland

2. Schweriner Sicherheitsdialog

Podiumsdiskussion

Programm

    18.00 h   Begrüßung
  Brigadegeneral Gerd Josef Kropf,  Kommandeur des Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern
  Harry Preetz, Leiter GSP-Landesbereich I
  18.15 h   Einführung in die Veranstaltung
  Generalleutnant a.D. Kersten Lahl - Vizepräsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik
  18.25 h   Keynote
  Dr. Rudolf Adam, ehem. Präsident der Präsident der Bundesakakdemie für Sicherheitspolitik, ehem. Gesandter und Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in London
  18.45 h    Paneldiskussion
  Moderation: Generalleutnant a.D. Kersten Lahl
  >>>   Brigadegeneral Wolfgang Wien - Chef des Stabes der deutschen militärischen Vertretung beim NATO-Militärausschuss und der EU in Brüssel
  >>>   Lorenz Caffier - Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundesrates
  >>>   Tobias Pflüger - Mitglied des Bundestages und Friedensforscher
  >>>   Dr. Rudolf Adam - externer Dozent am Zentralinstitut studium plus der Universität der Bundeswehr München
  20.15 h Stehempfang mit Imbiss
  21.30 h Ende der Veranstaltung
   

 

Ort: Orangerie des Schweriner Schlosses - Lennéstraße 1 , 19053 Schwerin
Organisator: Herr Frank Porsch , Sektionsleiter porsch-sn@gsp-sipo.de
Fritz Reuter Straße 25, 19053 Schwerin  01732322700


von Frank Porsch und Jörn Hausknecht,  Sektionsleiter und Stellv. Sektionsleiter GSP-Sektion MECKLENBURG

Am 07.11.2019 fand der 2. Schweriner Sicherheitsdialog in der Orangerie des Schweriner Schlosses statt. 165 Personen aus Politik, Behörden, Wirtschaft und anderen Bereichen mit sicherheitspolitischem Interesse folgten der Einladung für diesen Abend. Hervorzuheben ist die Teilnahme des Verteidigungsattachés  der Sozialistischen Republik Vietnam und des stellvertretenden Heeresattachés der Russischen Förderation, die mit großem Interesse den Vorträge folgten.

Die Kooperationsveranstaltung der GSP mit bewährten Partnern, wie dem Landeskommando M-V, der Deutsche Atlantische Gesellschaft, der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und der Deutsche BundeswehrVerband war ein voller Erfolg mit einem hochkarätigem Podium.

Die Begrüßung des Publikums und der Teilnehmer des Panels wurde persönlich vom Leiter des LB1 der GSP, Herrn Harry Preetz und dem Kommandeur des LKdo M-V, Herrn Brigadegeneral Gerd Josef Kropf, vorgenommen. Die folgenden Panelisten und der exklusive Veranstaltungsort unterstrichen den hohen Anspruch des Sicherheitsdialogs.

Generalleutnant a. D. Kersten Lahl führte in die Veranstaltung ein und moderierte genau nach Zeitplan den Abend; das Thema hätte sonst sicherlich Gesprächsstoff für die ganze Nacht gegeben.

Dr. Rudolf Georg Adam, bundesdeutscher Diplomat während der Wendezeit in Moskau und jetzt externer Dozent am Zentralinstitut „studium plus“ der Universität der Bundeswehr München, trug den Grundgedanken authentisch und mit faszinierenden Details aus der Zeit der globalen Umstrukturierungen vor. So wurde den Gästen bisher unbekanntes Hintergrundwissen und Einblicke in die Diplomatie dieser Zeit vermittelt.

Herr Lorenz Caffier, Innenminister unseres Bundeslandes und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundesrates, präsentierte Sichtweisen zum Thema aus dem Blickwinkel von Polizei und Landesebene.

Brigadegeneral Wolfgang Wien ist Chef des Stabes der deutschen militärischen Vertretung beim NATO-Militärausschuss und der EU. Er konnte mit der allerletzten nicht bestreikten Lufthansa-Maschine „den Kessel in Brüssel“ verlassen und erläuterte das Thema eindrucksvoll aus Sicht von Bundeswehr und deutscher Sicherheitspolitik.

MdB Tobias Pflüger und seine kurzfristige Nachbesetzung von den LINKEN mussten leider kurzfristig absagen.

Um es vorwegzunehmen: großer Dank gilt allen Penalisten des Abends für die interessanten Einblicke in ihre Bereiche, Strukturen und Sichtweisen und die vor allem erstaunlich offenen, beherzten, kompetenten und auch kritischen Beiträge. Dies lud die Gäste zum Nachdenken und Diskutieren über verschiedene Schwerpunkte und Probleme ein.

Hier sind die Bündnisverteidigung und neue NATO-Strategien zu nennen. Dies wird durch unterschiedliche Ausrichtungen der Bündnispartner in Europa erschwert, wodurch die Außenwirkung gegenüber Russland und den USA beeinträchtigt wird.

Verschiedene NATO-Partner wurden kritisch beleuchtet, unter Berücksichtigung ihrer landeseigenen Interessen und dem Versuch zur Durchsetzung dieser in Europa und im Bündnis.

Natürlich kamen auch die Ausrichtung der NATO und europäischer Sicherheitspolitik für die Zukunft, die geforderten 2% vom BIP sowie Probleme bei Materialbeschaffung und -organisation in Bereichen von Polizei und Bundeswehr zur Sprache. Hier konnten viele Gäste nur die Köpfe über die derzeitigen geltenden Verwaltungsprozesse mit lähmender Bürokratie schütteln. Unser Innenminister und Brigadegeneral Wien stellten dies anhand von aktuellen Beispielen mehr als deutlich dar.

Alle drei Penalisten stellten die europäische Sichtweise und derzeitige Lage, auch in Hinblick auf Russland, dar. Es muss hier ein Miteinander geben - die Gefahr vom „russischen Bären“ ist doch nicht so groß, wie medial dargestellt. Das vorherrschende Bedrohungsszenario auf atomarer und konventioneller Ebene entspricht nicht dem was propagiert wird. Dies ist die gemeinsame Meinung des Podiums nach Analyse des materiellen Potentials Russlands, unter Berücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung und der Mentalität. Die Herausforderungen und Bedrohungen liegen hier eher im Cyberraum, wo derzeit ungeahnte Möglichkeiten be- und entstehen.

Anschließend fand eine Fragerunde statt. Spätestens hier war klar, dass in der kurzen Zeit das Thema bestenfalls angerissen, aber keinesfalls erschöpfend behandelt werden kann. Dank der Penalisten konnten aber einzelne Fragen der Gäste während des abschließenden Stehempfangs weiter vertieft und diskutiert werden.

Diese Veranstaltung hat die Messlatte hoch gelegt, als GSP wollen wir hier gerne beim 3. Schweriner Sicherheitsdialog in 2020 anknüpfen.