Sektion Celle

Sektion Celle

Dienstag, 11.02.2020 - 09:00

Besuch im Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit

Mitglieder der Sektionen Minden und Celle zu Besuch auf dem Flugplatz Celle

Was ist aus dem Heeresflugplatz Celle geworden? Was passiert heute in der Immelmann-Kaserne in Celle-Wietzenbruch? Diese und andere Fragen stellen sich verständlicherweise viele ehemalige Soldaten, die hier stationiert waren, überwiegend in dem 2003 aufgelösten Heeresfliegerregiment 16. Bereits kurz nach Aufstellung des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit (Ausb/ÜbZLbwglk) im November 2016 erhielt die Gemeinschaft der Heeresflieger (GdH) Celle-Faßberg e.V. eine Einweisung in Auftrag und Gliederung dieser neuen zentralen Ausbildungseinrichtung des Heeres. Man vereinbarte damals, nach Beginn der Regelausbildung eine umfassende Informationsveranstaltung durchzuführen.
Truppenbesuch

Oberst Jörn Rohmann, Kommandeur Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit


Gäste aus Minden und Celle, v.l.n.r: Oberstleutnant Heinz Bernd Claus, Oberst Jörn Rohmann, Oberstleutnant a.D. Rainer Lüttge (SL Minden), Kapitänleutnant d.R. Heiko Wolff (SL Celle)


Einweisung im Flugsicherungsradarzentrum


Die Gäste aus Minden und Celle vor einer C 160 „Transall“ auf dem Flugplatz in Celle-Wietzenbruch


Einweisung in die taktische Simulation durch Hauptmann Merz


Arbeitsraum „Taktische Simulation"


Text: Hans-Heinrich Heidmann, Fotos: Gert Schulz (Alle Beteiligten wurden auf die EU-DSGVO hingewiesen und erklärten sich mit einer Veröffentlichung einverstanden.)

Dazu hatte die GdH Celle-Faßberg e.V. ihre Mitglieder sowie die Angehörige der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Celle eingeladen. Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Minden nahm unter Führung ihres Vorsitzenden Oberstleutnant a.D. Rainer Lüttge ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Viele der anwesenden Bückeburger waren in Celle-Wietzenbruch stationiert. Nach der Begrüßung durch den Kommandeur Oberst Jörn Rohmann stellte Oberstleutnant Heinz Bernd Claus, als Wehrübender in der Funktion Chef des Stabes eingesetzt, die Ausbildungseinrichtung vor. Das Ausb/ÜbZLbwglk ist die zentrale Ausbildungseinrichtung des Heeres für alle Aspekte luftbeweglicher Operationen. Am Standort Celle mit dem dazugehörenden Flugplatz Wietzenbruch und dem Standortübungsplatz Celle-Scheuen sowie den in kurzer Flugentfernung gelegenen Truppenübungsplätzen werden aktuell im Schwerpunkt luftgestützte Operationen und künftig auch Luftlandeoperationen, der luftmechanisierte Einsatz und der Lufttransport allgemein geübt. Für die Ausbildung werden neben modernster Simulationstechnik auch im Aufbau befindliche Gefechtsstandmodule genutzt. Als Ausbildungsmittel stehen sowohl eine ausgediente C-160 Transall als auch zwei Waffenträger WIESEL zur Verfügung. In Celle-Wietzenbruch sind keine realen Luftfahrzeuge mehr stationiert. Die Heeresfliegerverbände bringen ihre eigenen TIGER und NH90 mit, die für den Fallschirmsprungdienst benötigten C-160 Transall oder A 400 M kommen beispielsweise aus Wunstorf oder Hohn. Fallschirmjägerkräfte und Truppenteile der luftbeweglichen Infanterie üben gemeinsam mit Heeresfliegern und mit Unterstützung von Transportflugzeugen wie auch Hubschraubern der Luftwaffe, beginnend mit der gemeinsamen Vorbereitung über die Befehlsgebung bis hin zum realen Flugdienst. Die übenden Verbände legen ihre Ausbildungsinhalte und Zielvorgaben selbst fest, derzeit überwiegend auf Zug- oder Kompanieebene. Das Personal des Ausb/ÜbZLbwglk unterstützt durch Beratung in der Vorbereitung, durch Bereitstellung der modernen Ausbildungsinfrastruktur und Simulationstechnik sowie durch eine umfangreiche und individuelle Auswertung mit Datenbereitstellung. Truppenteile der NATO-Partner, insbesondere aus den Niederlanden (NLD), nehmen zunehmend an den Übungsdurchgängen teil und unterstützen so das Ausb/ÜbZLbwglk auch mit ihren Luftfahrzeugen (CH47, Cougar oder auch AH64). Bei der Vorstellung des Ausb/ÜbZLbwglk hörten die Gäste auch den Celler Luftkavalleriemarsch, der eigens für das Ausb/ÜbZLbwglk komponiert und im Oktober 2017 erstmals der Celler Bevölkerung vorgestellt wurde.

Dem Vortrag folgten zwei interessante Einweisungen, jeweils im Wechsel. Der einen Gruppe wurde zunächst der im Aufbau befindliche Gefechtsstand mit seinen integrierten Zellen und der umfassenden IT-Ausstattung in der Halle V vorstellt. Es folgte die Einweisung in das Simulationssystem VBS 3 (Virtual Battle Space 3). In diesem computer-/simulationsgestützten Anteil der Ausbildung sitzt jeder Übungsteilnehmer an einem separaten Arbeitsplatz-Computer (APC). Er sieht seinen individuellen Ausschnitt wie im realen Einsatz und gibt seine Aktionen in den Rechner ein. Unabhängig von der Einweisung der Gäste lief gerade ein regulärer Übungsdurchgang eines Zuges des Fallschirmjägerregiments 26. Die andere Hälfte der Besuchergruppe erhielt unter Führung von Oberstleutnant Claus eine Führung durch die Kaserne mit einem Bus. Dabei wies er darauf hin, dass in der Immelmann-Kaserne auch das Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillon 2 mit seinem Bataillonsstab und zwei Ausbildungskompanien mit aktuell insgesamt 480 Lehrgangsteilnehmern stationiert ist. Marschierende Soldaten im Gefechtsanzug in Zugstärke ließen erkennen, dass heutzutage in dieser Kaserne die allgemeinmilitärische Ausbildung an Bedeutung gewonnen hat. Der Bus stoppte im Bereich des Towers.

Wer noch gut zu Fuß war, konnte die Treppen zum Tower hochsteigen. Die Einweisung im Radarkontrollzentrum stieß auf ein reges Interesse, was auch an den zahlreichen Fragen und Anmerkungen zu erkennen war. Die Einrichtungen der Flugsicherung, der Flugplatzfeuerwehr und des Sanitätsdienstes sind personell und materiell so aufgestellt, dass der Flugplatz während der regulären Flugdienstzeiten uneingeschränkt genutzt werden kann. Insbesondere während der Übungsdurchgänge, aber auch während der durch den Standort regelmäßig unterstützten Großübungen des Heeres (Schneller Adler, Green Griffin etc.), starten von Celle aus recht häufig Transportflugzeuge und Hubschrauber von Heer, Luftwaffe und der NLD 11 Luchtmobiele Brigade (LMB) mit luftbeweglicher Infanterie an Bord. Während der Rundfahrt erinnerten sich viele Gäste an ihre eigene Zeit auf dem Platz und erkannten auch ihre damaligen Hallen, Stabsbereiche und Unterkünfte. Die Gruppe die mit Oberstleutnant a.D. Geiger unterwegs war, erfuhr besonderes viel aus der Anfangszeit der Heeresflieger auf dem Platz. Dabei wies er u.a. auf Einrichtungen hin, die speziell für die Berliner Luftbrücke in Betrieb genommen und gehalten wurden. Bei den Ausführungen über seine damalige Drohnenlehr- und Versuchsstaffel gab es für alle viel Neues zu erfahren. I

m Rahmen der Abschlussbesprechung im Kasino bedankte sich Oberst a.D. Hans-Heinrich Heidmann bei Oberst Jörn Rohmann und Oberstleutnant Heinz Bernd Claus für die umfassende und informative Einweisung. In Celle-Wietzenbruch hat sich vieles geändert, an Bedeutung hat der Platz nicht verloren. Im Gegenteil, der Standort Celle ist seit 2017 ein sogenanntes FNC Cluster MN AMT (Framework Nation Concept / Multinational Air Manoeuvre Training) und gewinnt durch seine multinationale Ausrichtung auch für andere Partnernationen zunehmend an Bedeutung und Interesse.

 


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