Sektion Wilhelmshaven/Friesland

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Donnerstag, 24.05.2018 - 19:00

Das neue Machtzentrum: Russland, Türkei, Iran?

Vortrag und Diskussion
Referent: Dr. Heinrich Heiter , Dipl. Politologe und freier Publizist Ehem. Leiter der politischen Bildungsstätte Helmstedt e.V.

Der Referent, Dr. Heinrich Heiter, Jahrgang 1946, hat nach einer zweijährigen Bundeswehrdienstzeit ein Studium der Politikwissenschaft in Berlin mit dem Schwerpunkt sowjetische Innen- und Außenpolitik absolviert. Nach seiner Promotion im Jahre 1977 war er dreißig Jahre in der Erwachsenenbildung tätig. Sein Arbeitsgebiet lag im Bereich Internationale Politik. Von 1993 bis 2007 war er Leiter der Politischen Bildungsstätte Helmstedt. Neben einer intensiven Beschäftigung mit der Entwicklung des Nahen / Mittleren Ostens seit dem Jahr 2000 nutzte er die Möglichkeit zu mehreren Aufenthalten in Israel, im Gebiet der Westbank und des Golan sowie in Syrien, Jordanien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ort: Gorch-Fock-Haus - Victoriastr. 15 , 26382 Wilhelmshaven
Organisator: Herr Kapitän zur See a.D. Berend Burwitz , Sektionsleiter Wilhelmshaven/Friesland, Berend.Burwitz@gsp-sipo.de
0171 4727 146

Auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e. V. referierte der Politologe Dr. Heinrich Heiter aus Helmstedt am 24.05.2018 im Gorch-Fock-Haus vor zahlreichen Zuhörern über 'Das neue Machtzentrum: Russland, Türkei, Iran?' Der Referent beschrieb zunächst die politische Situation in Syrien. Dort herrscht mit Baschar Hafiz al-Assad ein Alawit. Dieser den Schiiten zuzuordnenden Glaubensrichtung gehören aber nur eine Minderheit der Syrer an so das schon dadurch gegenüber der fundamentalistischen schiitischen Mehrheit Spannungen entstehen. Russland baut in Syrien seine Stützpunkte mit direktem Zugang zum Mittelmeer aus. Es unterstützt Assad militärisch und hatte dort insgesamt 48.000 Streitkräfte eingesetzt darunter auch bezahlte Söldner, die die Hauptlast der Verluste trugen. Dabei ging es auch um die Erprobung von 200 Waffensystemen und die Weiterentwicklung operativer Fähigkeiten was durch die wechselnde Führung von insgesamt 5 Generälen bei den einzelnen Militäraktionen angezeigt ist. Die Türkei will unter Einsatz aller Mittel – so auch der Kauf von russischen Raketenabwehrsystemen S-400 - verhindern, dass die Kurden entlang der türkisch/syrischen Grenze ein zusammenhängendes Gebiet beherrschen.

Der Iran unterstützt Syrien im Kampf gegen den IS mit Einheiten seiner Revolutionsgarden unter Führung des GenMaj. Qassem Soleimani und will langfristig eine sichere Verbindung zum Mittelmeer.

Dr. Heiter analysierte dann die Ziele, Aktionen, die Zusammenarbeit und Widersprüche zwischen den Akteuren unter Einbeziehung des Assad-Regimes. Russland ist es zweifellos gelungen, zum dominierenden Machtfaktor in der Region aufzusteigen nicht zuletzt aufgrund einer fehlenden klaren Strategie der USA und der relativen Bedeutungslosigkeit Europas. Russland strebt nach erneuter Anerkennung als Weltmacht und permanenter Präsenz in Syrien mit strategischen Optionen für die gesamte Region. Iran will größeren Einfluss auf Syrien über eine tendenzielle Schiitisierung des Landes und die Durchsetzung einer "Landbrücke" über Irak, Syrien ans Mittelmeer zu militärischen Zwecken. Die Türkei ist auf die Zerschlagung der Kurden fixiert und strebt nach Einfluss auf den Prozess der Neugestaltung Syriens nach dem Ende der Konfliktsituation. Assad versteht seine eigene Rolle nicht als bloßer Befehlsempfänger (s. seine Entscheidung über die Offensive auf Ost Ghouta mit dem umstrittenen Giftgaseinsatz), auch wenn seine Herrschaft ohne Russland nicht möglich wäre.

Außerdem war die widersprüchliche Rolle der USA Gegenstand von Erörterungen: die Ankündigung Trumps eines Rückzuges aus Syrien ohne Abstimmung mit dem Außen- und Verteidigungsministerium sowie die Relativierung der Aussage nach zwei Tagen durch den amerikanischen Präsidenten. Nicht zuletzt ging es um die Frage einer möglichen Eskalation zwischen Israel und Iran bis zu einer militärischen Auseinandersetzung."


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