Sektion Fulda

Sektion Fulda

Dienstag, 27.08.2019 - 19:30

Fake News – Demokratische Stabilität und staatliche Sicherheit in Gefahr?

Vortrag und Diskussion
Referent: Helmut Fischer , Freiberuflicher Medienberater und Kommunikationstrainer
Ort: Hotel "Jägerhaus", Wintergarten - Bronnzeller Straße 8 , 36043 Fulda-Bronnzell
Organisator: Oberstleutnant d.R. Michael Willi Trost , Sektionsleiter Fulda fulda@gsp-sipo.de
Schimmelstr. 12, 36043 Fulda  0661 / 402882

Helmut Fischer engagiert vortragend



Dank an den Referenten

von Sektionsleiter Michael Trost -  Bilder von Gisbert Hluchnik

 Fake News – Demokratische Stabilität und staatliche Sicherheit in Gefahr?

Zu diesem Thema hatte die GSP Sektion Fulda zu einem trotz „Biergartenwetter“ gut besuchten Vortragsabend in den Wintergarten des Hotel „Jägerhaus“ in Fulda-Bronnzell eingeladen.

Nach einem kurzen Ausblick auf kommende Veranstaltungen der GSP wie die mit 48 Teilnehmern ausgebuchte Jahresfahrt ins Elsass und eine Kooperation mit dem Bonifatiushaus am 21. November zum Thema „Arabische Clans – die unterschätzte Gefahr“, begrüßte Sektionsleiter Michael Trost den Referenten, Oberst i.G. a.D. Helmut Fischer, der sich als freiberuflicher Medienberater und Kommunikationstrainer, u.a. auch bei verschiedenen GSP-Sektionen, als Experte für dieses wichtige Thema einen Namen gemacht hat.

Seit es Menschen gibt, haben Sie zur Durchsetzung Ihrer Interessen getrickst, manipuliert und gelogen, dass sich die Balken biegen. Das wird uns schon von dem griechischen Philosophen Platon überliefert und findet seine Fortsetzung bis in die Gegenwart, wie wir etwa an der Relotius-Affäre des „Spiegels“ im Jahre 2018 erleben konnten. „Eine Lüge ist halb um die Welt, bevor die Wahrheit die Chance hat, die Hose anzuziehen“, wusste schon der legendäre britische Premierminister Winston Churchill.    

„Postfaktisches Zeitalter“ und digitale Revolution - Was sind die Ursachen?

Trotz aller historische Vorläufer sprechen wir allerdings erst mit Blick auf die Gegenwart vom „postfaktischen Zeitalter“. Was die Ursachen für diese besorgniserregende Entwicklung sind, zeigte Helmut Fischer  auf. Eindringlich konnte er exemplarisch erläutern, dass durch die technischen Möglichkeiten der digitalen Revolution, vor allem über das Internet und soziale Netzwerke, Fake News auf Gesellschaften treffen, die aufgrund eines weit verbreiteten Misstrauens gegenüber Politik und Medien besonders empfänglich für alternative Fakten sind. Dies machten sich politischen Kräfte und Regierungen zu Nutze. Vor allem Populisten und autoritäre Regime würden, laut Fischer, den postfaktischen Raum besetzen. Da sich Fake News in den anonymen „Filterblasen“ und „Echokammern“ der Netzgesellschaft verstärkten, hätten sie das Potential Gesellschaften zu spalten und zu destabilisieren. Sie seien somit eine erhebliche Gefahr für die demokatisch verfassten Staaten des Westens, die von globalen Problemen herausgefordert würden.

Fake News nur als „Kita der künstlichen Intelligenz“ - Wie kann man sich gegen Fake News wappnen?

Da Fischer Fake News nur als „Kita der künstlichen Intelligenz“ der Zukunft sieht, sei es dringend notwendig, sich gegen diese stetig wachsende Gefahr zu wappnen. Dies gehe nur mit einer Veränderung unserer politischen Streitkultur und dem Abbau von moralischer Selbstüberhöhung. Denn die Ablehnung Andersdenkender, die Einschränkung der Meinungsfreiheit und staatlich verordnete Zensur seien der ideale Nährboden für Desinformation und Verschwörungstheorien.

Mindestens ebenso wichtig sei allerdings Bildung. Nur ein umfassend gebildeter Mensch verfüge über das notwendige Wissen und Differenzierungsvermögen, um  Fake News zu entlarven. „Sapere Aude. Wir brauchen eine zweite Periode der digitalen Aufklärung“! konstatierte Fischer. Die Nuzung des eigenen Verstandes sowei das Analysieren und Bewerten von Fakten müssten bereits in der Schule erlernt werden.

Mit diesen Standpunkten war er nicht nur am Vorabend der Schülerveranstaltung im Hotel „Jägerhaus“ sondern auch am nächsten Morgen in der Aula der Rabanus-Maurus-Schule, die sich als humanistsiches Gymnasium und Ort ganzheitlicher Bildung versteht, an der richtigen Adresse.

Für den Vortrag, an den sich eine lebhafte Frage- und Diskussionsphase anschloss, bedankte sich Sektionsleiter Trost mit herzlichen Worten beim Referenten und bei den vielen am Thema interessierten Zuhörern, von denen viele augenscheinlich zum ersten Mal bei der GSP zu Gast waren.