Sektion Augsburg-Lechfeld

Sektion Augsburg-Lechfeld

Montag, 07.10.2019 - 14:30

5. Augsburger Sicherheitsdialog - Das transatlantische Verhältnis - Brücke oder Graben?

Eine Kooperationsveranstaltung des Augsburg International e.V., des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. und der GSP Sektion Augsburg-Lechfeld

Zum nunmehr fünften Mal veranstalten der Verein Augsburg International, die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (Sektion Augsburg-Lechfeld) und der Reservistenverband Schwaben gemeinsam den Augsburger Sicherheitsdialog. Dieser thematisiert Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik im nationalen wie internationalen Kontext. Ausgewiesene Experten beleuchten dabei einen aktuellen Konfliktherd aus historischer, geografischer, politischer und sicherheitspolitischer Sicht.
Vortrag und Diskussion
Referent: Dr. Carlo Masala , Professor für Internationale Politik, Universität der Bundeswehr München
Referent: Dr. Rudolf G. Adam , Vizepräsident a.D. des Bundesnachrichtendienstes und Präsident a.D. der Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Referent: Markus Ferber , Mitglied des Europäischen Parlaments
Referent: Horst-Heinrich Brauß , Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V., Berlin

Generalleutnant a.D., letzte Funktion: Beigeordneter General sekretär für Verteidigungspolitik und Streitkräfteplanung im Internationalen Stab der NATO in Brüssel

Referent: Rainer Bonhorst , ehemaliger Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen (Moderator)
Ort: Haus Sankt Ulrich, Großer Tagungsraum - Kappelberg 1 , 86150 Augsburg
Organisator: Herr Oberst d.R. Dietmar Paun , Sektionsleiter dietmar.paun@gmx.de
Hauptstraße 25, 86863 Langenneufnach  08239 / 7114

Mitveranstalter Toni Resch (VdRBw), die Referenten Prof. Dr. Carlo Masala (UniBw München), GenLt aD. Heiner Brauß, Mitveranstalter Matthias Fink (Augsburg International), Veranstalter O dR. Dietmar Paun (GSP LV VI und SL Augsbg. - Lechfeld) , die Referenten Dr Rudolf Adam (Präsident aD.), Markus Ferber (MdEP) und Rainer Bonhorst


Veranstalter Oberst d.R. Dietmar Paun bei seinem Grußwort



Grußwort des GSP Landesvorsitzenden Bayern und Sektionsleiter Augsburg – Lechfeld, Herrn Oberst d.R. Dietmar Paun, zum 5. Augsburger Sicherheitsdialog am 26.Oktober 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch ich darf Sie im Namen der Gesellschaft für Sicherheitspolitik ganz herzlich zu diesem nun schon 5. Augsburger Sicherheitsdialog auf das Herzlichste begrüßen.

Sie kennen wohl alle die Europabrücke auf der Brenner Autobahn südlich von Innsbruck. Wenn Sie diese Autobahn benützen auf dem Weg nach Italien, fahren Sie über diese Brücke, bewundern vielleicht auch heute noch ihre Architektonik, ohne sich weiteres  viele Gedanken zu machen. Sie machen sich nicht viele Gedanken, weil Sie Vertrauen haben, Vertrauen in die Leistung der mit diesem Bau verantwortlichen und  der mit seiner Betreuung beauftragten Bauingenieure.

Und damit bin ich auch schon beim Thema des heutigen Augsburger Sicherheitsdialogs. Sprachen wir nicht immer von der atlantischen Brücke die auf zwei Säulen ruhte, den USA westlich des atlantischen Grabens und Europa auf der anderen Seite. Dieses mit dieser Brücke verbundene und über Jahrzehnte gewachsene gegenseitige Vertrauen verhalf uns,  der gesamten westlichen Welt, zu enger westlicher Identifikation mit einem Leben in Frieden und Freiheit, zu einer stetig gewachsenen Prosperität,  und schließlich zur Überwindung des Kalten Krieges.

Und heute, da fällt mir ob der aktuellen sicherheitspolitischen Lage, insbesondere mit Blick auf Syrien nur das Sprichwort ein,- und ich bitte, ob der Begrifflichkeit, mir keine rassistischen Vorurteile zu unterstellen, „ Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, nun kann er gehen“ Gemeint ist hier die amerikanische Politik und den Verkauf, oder manche nennen es auch Verrat, an den Kurden durch die USA . Auf der Strecke bleibt das Vertrauen in die USA!  Wie müssen sich Länder wie Polen oder die baltischen Staaten ob dieser aktuellen Geschehnisse fühlen. Es zeigt allerdings die Aktualität unserer heutigen Veranstaltung.

In diesem Zusammenhang darf ich die Augsburger Allgemeine von vor genau einer Woche zitieren. „ Amerika reißt seine außenpolitischen Säulen nieder, stößt Partner vor den Kopf und verhilft Autokraten zu neuer Macht. Der Oberbefehlshaber der größten Streitmacht der Welt stellt die Nachkriegsordnung infrage.

Und nur wo vitale Interessen der USA berührt werden, engagiert sich die USA noch im Ausland. Weiter schreibt die Augsburger Allgemeine.  „Und auch andere Alliierte müssten sich darauf einstellen, dass sie nur solange Partner bleiben, wie sie auch von Nutzen sind. Präsident Trump sieht sich 7000 Meilen entfernt, und gibt innenpolitischen Motiven absoluten Vorrang, Diese außenpolitische Veränderung schadet nicht Herrn Trump, sondern er schadet vor allem Europa, wie es ein US Experte einschätzt.

Denn dieses Europa ist von der wachsenden Instabilität im Nahen Osten unmittelbar betroffen.

Und gestatten Sie mir einen ganz persönlichen Gedanken hier zu äußern: Wenn ich an die Waffenstillstandsvereinbarung der USA und der Türkei denke, von dem der türkische Außenminister sagen kann „Wir haben alles bekommen, was wir wollten, kann ich  mich der geschichtlichen Assoziation bzgl. des Münchner Abkommens einfach nicht ganz entziehen. Die Folge war bekannterweise, die größte Mensch gemachte Katastrophe! Nicht nur Flüchtlinge könnten sich wieder auf den Weg machen, auch die Gefahr eines wieder aufstehenden IS Terrorismus wächst mit der Gefahr neuer Anschläge in Europa..

Europa aber ist noch weit davon entfernt den vielen wohlfeilen und mahnenden Worten ernsthaftes Handeln folgen zu lassen, um im Konzert der USA , China, und Russland ernst genommen zu werden. Europa müsste das vor seiner Tür durch die USA entstandene Vakuum aus ureigenstem Interesse ausfüllen. Doch davon dürfte, solange Europa so mit sich selbst beschäftigt ist, siehe Brexit, nur schwerlich daran zu denken sein. Auch zeigt die Reaktion auf die Forderung bzw. den Vorschlag der deutschen Verteidigungsministerin, dass Europa und Deutschland offensichtlich zu einem derartigen Paradigmenwechsel sowohl gesellschaftlich wie auch politisch noch nicht gereift sind. Darüber hinaus gilt auch, wer zu spät kommt, den straft das Leben. Man gewinnt, mit Blick auf das heutige Thema unserer Veranstaltung bezogen, vielmehr den Eindruck, dass auch die zweite Säule der transatlantischen Brücke renovierungsbedürftig ist bzw. die Brücke einer Weitung des atlantischen Grabens zum Opfer fallen könnte.

In der Hoffnung, dass wir heute auf die ein oder andere Frage eine Antwort bekommen, darf ich Sie noch einmal zu dieser heutigen Veranstaltung willkommen heißen und wünsche uns allen, zu diesem brandaktuellen Thema Spannung und neue Erkenntnisse.

Vielen Dank!

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