Sektion Bad Kissingen

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Freitag, 04.02.2022 - 17:30

Chinas Weg zum globalen Machtanspruch - Die Neue Seidenstrasse

Präsident Xi Jinping wurde inzwischen nach einem kontunierlichen Aufstieg zum Steuermann Chinas. Der letzte Volkskongress hat ihn nun mit allumfassender, uneingeschränkter Macht ausgestattet. Er scheint damit in die Fußstapfen von Mao Ze Dong zu treten. Innenpolitisch sehen sich Xi und die KP drängenden Fragen wie dem Spannungsfeld von wirtschaftlichem Wachstum und ökologischen Perspektiven gegenüber. Zunehmend bietet auch der Konflikt „Arme gegen Reiche“ Zündstoff, so dass die KP eine soziale Umverteilung anstrebt. Reiche Unternehmer werden der Partei inzwischen zu mächtig, so daß die Steuerfahndung auf Chinas Top-Unternehmen angesetzt wurde. Auch die Überalterung der Gesellschaft und damit der fehlende Nachwuchs an Fachkräften, Energiemangel und die Unterbrechung von Lieferketten machen der Wirtschaft immer mehr zu schaffen.
Außenpolitisch platzt China aus den Nähten: dies wird durch den geopolitischen und strategischen Griff nach den Nachbarstaaten deutlich. Besteht eventuell ein zunehmendes innenpolitisches Macht-bzw. Legitimationsvakuum für die Partei, das mit außenpolitischen Muskelspielen kompensiert werden soll? Bestes Beispiel für Chinas Weg zum globalen Führungsanspruch ist die „Belt Road Initiative (BRI) oder „Neue Seidenstrasse“. Sie soll in Anlehnung an die historischen Routen zwischen Mittelmeerraum und Ostasien China mit einem gigantischen Netz aus Häfen, Strassen und Schienensträngen mit Afrika, Asien, Arabien und Europa verknüpfen. Mit dieser sicherheitspolitischen Strategie will die Volksrepublik die Versorgung mit Rohstoffen sicherstellen und und ihren geopolitischen Einfluss vergrößern. Wie bekannte Präsident Xi Jingping gegenüber Kanzlerin Merkel einmal freimütig: die westliche Dominanz über die Welt sei ein historischer Irrtum gewesen, der Platz im Zentrum gehöre China. Und wie stark ist die Position der Europäer bei diesem Projekt? Während Chinas Wirtschaftsmacht in den letzten Jahren enorm gestiegen ist, hat die EU dem Einfluss des chinesischen Drachen bisher nichts entgegen zu setzen. Beispiel: China besetzt immer mehr Absatzmärkte, die früher von europäischen dominiert wurden.
Die Abhängigkeit Europas wird an folgenden Zahlen deutlich: 50% des Edelstahls und 80% aller Schaltplatinen für Smartphones und Laptops werden in der Volksrepublik produziert.
Ist das geostrategische Drachen-Projekt also eine Chance oder Gefahr für Europa? Auf diese Problembereiche wird unser Referent im Verlauf seines Vortrags eingehen.
Vortrag und Diskussion

Referent: Dr. Stefan Möller , China Base Consulting, München

Dr. Stefan Möller ist als selbständiger Unternehmensberater tätig. Zu seinem Aufgabenspektrum gehören u.a. die Beratung von Unternehmen, redaktionelle Tätigkeiten im Verlagswesen, Leitung von Studienreisen sowie Vorträge zu interkulturellen Fragen. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Ausbildung hat er Kunstgeschichte, Sinologie, chinesische Kunst und Archäologie studiert. Während dieser Zeit nahm er mehrfach an Sprachlehrgängen der Universitäten Beijing, Nonjing und Shaoxing teil. Seine berufliche Ausbildung in der Betriebswirtschaft, im Management und zum Produktmanager erhielt er im Kompetenznetzwerk der FH München und dem Institut für Marketing und Managemententwicklung (IMM).

Ort: Grosser Saal der Seniorenresidenz Parkwohnstift - Heinrich-von-Kleist-Straße 2 , 97688 Bad Kissingen
Organisator: Oberstleutnant a.D. Ulrich Feldmann fieldmann.ltc@freenet.de
0971 / 68982