Sektion Potsdam

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Dienstag, 20.04.2021 - 18:30

Die Bundeswehr und die deutsche "Kriegskultur"

Veranstaltung in Kooperation mit der KAS

Video-Konferenz

Die Bundeswehr im Spannungsfeld von Geschichte, Gesellschaft und Kampfeinsätzen

„Wie hältst Du es mit der deutschen militärischen Vergangenheit?“ So könnte man die Gretchenfrage für die Soldaten der Bundeswehr formulieren. Die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat 2017 festgestellt: „Die Wehrmacht ist in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr.“ Der Potsdamer Militärhistoriker Prof. Sönke Neitzel meint aber, dass dennoch nicht wenige Bundeswehrsoldaten die Wehrmacht (1935 – 1946) „nach wie vor für einen legitimen Teil ihrer Tradition halten“. In seiner neuen Militärgeschichte „Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik“ (816 Seiten, Berlin 2020) sucht er nach Antworten, wieso das so ist. Dabei durchmisst er das Spannungsfeld von Geschichte, Gesellschaft und Militär als einer Welt für sich und zeigt, wie sich Soldatentum und „Kriegskultur“ über die Zeiten veränderten.

Dies führt ihn schließlich zu den Auslandseinsätzen der Gegenwart, in denen sich deutsche Soldaten wieder in kriegerischen Kampfeinsätzen bewähren müssen und dabei zum Teil auch mit Kriegsrealitäten wie illegitimer Gewaltanwendung bis hin zu Exekutionen oder zivilen Kampf-Opern konfrontiert werden.

Was bedeutet das für das Miteinander von militärisch-kriegerischen Realitäten und zivilen-bürgerlicher Wirklichkeit in unserer Gesellschaft?

Referent: Prof. Dr. Sönke Neitzel , Professur für Militärgeschichte / Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam

Werdegang von Prof. Dr. Sönke Neitzel


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