Sektion Strausberg / Königs Wusterhausen

Sektion Strausberg / Königs Wusterhausen

Mittwoch, 27.06.2018 - 08:30

Militärhiostorische Exkursion zur Festung Küstrin und zur Gedenkstätte KZ Sonnenburg

Exkursion
Referent: OTL a.D. Gerd-Ulrich Herrmann
Ort: Parkplatz Wohngebiet Hegermühle REWE Kaufhalle - Am Annatal 63 , 15344 Strausberg
Organisator: Herr Oberst a.D. Wolfgang Krieger , Sektionsleiter krieger-wolfgang@t-online.de
Waldemarsstraße 13, 15344 Strausberg  03341 / 421848

Die Sektion Strausberg - Königs Wusterhausen begab sich kürzlich mit 26 Teilnehmern auf eine militärhistorische Exkursion zur Festung Küstrin, zur Johanniterkirche in Slonsk (Sonnenburg) und zum KZ Sonnenburg. Der historische Hintergrund dieser Orte wurde uns durch den Historiker Gerd-Ulrich Herrmann vorgestellt und anschaulich erläutert.

Erstes Ziel war die heutige Katholische Pfarrkirche in Slonsk. Diese wurde als Johanniter- Ordenskirche zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet. In ihrem prachtvollen Sternengewölbe mit spätgotischer Rankenbemalung fand seit 1550 der Ritterschlag der Johanniterritter statt. Nach einem Stadtbrand Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt diese Kirche durch Federführung Karl Friedrich Schinkels ihr heutiges Aussehen.

Danach ging es weiter zum KZ Sonnenburg. Dieses existierte seit 1933 als Konzentrations- und Arbeitslager für Kommunisten und Sozialdemokraten und während des 2.Weltkrieges auch für angeblich deutschfeindliche Personen aus dem besetzen Ausland. Als der 2. Weltkrieg sich dem Ende näherte, ereignete sich hier das größte Massaker an Inhaftierten. So wurden in der Nacht vom 30. zum 31. Januar 1945 auf Anordnung des Staatssekretärs Herbert Klemm 819 Häftlinge erschossen. Dieses über alle Maßen schändliche Verbrechen machte Sonnenburg zu einem bedeutenden europäischen Gedenk- und Erinnerungsort. Anlässlich des 70. Jahrestages des Gedenkens an das Massaker wurde am 30. Januar 2015 in polnisch-deutscher Zusammenarbeit die neue Dauerausstellung über das KZ und Zuchthaus eröffnet. Die Exposition besteht aus Originalschriften und Relikten in Vitrinen, 25 Informationstafeln in polnischer und deutscher Sprache sowie zwei Medienstationen.

Letzte Station der Exkursion war die Altstadt und Festung Küstrin.

Um 1300 erhielt Küstrin durch Albrecht III. von Brandenburg das Stadtrecht. Im 15. Jahrhundert gehörte die Stadt dem Deutschen Ritterorden der Johanniter. 1455 wurde Küstrin brandenburgisch und war seither Garnisonstadt. Das brandenburgisch- preußische Heer wurde hier ins Leben gerufen und Küstrin wurde zur stärksten Festung der deutschen Staaten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die militärischen Einrichtungen demontiert und ab 1933 wieder aufgebaut. In den Kämpfen um Küstrin im März 1945 wurde die Stadt zu 90 % zerstört und die Ruinen größtenteils abgetragen.

Die Reisegruppe durchstreifte Straßen und Plätze, die alle gut zweisprachig ausgewiesen waren und gelangte schließlich zum restaurierten Berliner Tor, das eine kleine Dauerausstellung beherbergt, die Gedenktafel für Leutnant von Katte an der Bastion Brandenburg sowie dessen Hinrichtungsstelle.

Die Teilnehmer an dieser Exkursion traten, insbesondere dank der faktenreichen Erläuterungen von Gerd-Ulrich Herrmann, mit vielfältigen Eindrücken und hohem Erkenntnisgewinn die Heimreise an.