Schul-Kooperationen

Die „Kooperation mit Schulen“ eruiert und zeigt Möglichkeiten für die bildungspolitische Zusammenarbeit mit Schulen auf.

 

Dr. Manuela Scheuermann
Vizepräsidentin - Beauftragte für die Kooperation mit Schulen im Bundesvorstand
scheuermann@gsp-sipo.de

 

Harald Engelhardt
Bundesbeauftragter der GSP für die Kooperation mit Schulen
hengelhardt@ymail.com

Hier werden Sie künftig Beispiele für „Kooperation mit Schulen“ finden.

18.12.2019 - Albert-Einstein-Schule Hannover Laatzen

"Bildung kann euch niemand nehmen"

Auch in 2019 hatte die Sektion Hannover der GSP gemeinsam mit der Albert-Einstein-Schule Hannover/Laatzen Dr. Kinan Jaeger als Referent zum Thema "Naher Osten" eingeladen. 160 Schüler der 9. und 10. Klassenstufe Haupt- und Realschule sowie etliche Lehrer hatten sich in der Mensa der KGS versammelt, um dem "Schulfremden" zuzuhören.

Dr. Jaeger, selbst gebürtig in Damaskus in Syrien, nahm die Anwesenden mit auf einen Lagebricht zur Situation in Syrien und den angrenzenden Staaten.
Mit eigenen Bildern und TV-Videoausschnitten angereichert gelang es dem Referenten, nicht nur Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern auch Betroffenheit zu erzeugen. Seine Art, die Schüler einzubeziehen, wenn es darum ging Fakten, Zusammenhänge und Folgerungen zu ziehen, hat zum wiederholten Male die komplizierte Lage auf eine nachvollziehbare Verständnisebene projiziert. 

Hierbei hat er die Bedeutung von Bildung besonders bei der Gestaltung der Zukunft herausgestellt. Die Schüler dankten es ihm durch eifriges Aufzeigen und teils bemerkenswert fundiertem Wissen.

In diesem Jahr wurde erstmals eine Fragerunde durch zwei Schüler eingebaut, die sich im vorhinein mit Fragen vorbereitet hatten.Dieses Format wurde von den Schülern mit besonderem Applaus bedacht.

Schüler und Verantwortliche der KGS waren sich einig darin, dass die zwei Schulstunden ein Gewinn für alle waren und dieses im nächsten Jahr wiederholt werden sollte.

Text: H. Engelhardt/Bild: A. Albus

17.01.2017 - Albert-Einstein-Schule Hannover Laatzen

Die UN-Generalversammlung tagt in Torfhaus/Harz

„Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit eröffne ich feierlich die Generalversammlung der Vereinten Nationen und freue mich, erstmals als UN-Generalsekretär in diesem Hohen Haus vor Sie treten zu dürfen.“

Mit diesen Worten eröffnete Zanjer am 10. Januar 2017 das Planspiel Pol&IS, in welchem 40 Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule Hannover/Laatzen im eingeschneiten Schullandheim der Region Hannover für drei Tage die Geschicke der Welt lenken sollten.

Die Schülerinnen und Schüler aus den Politik-und Erdkundekursen der gymnasialen Oberstufe nahmen hierfür die Rollen von Regierungschefs, Staats-/Umwelt-und Wirtschaftsministern aus 10 Weltregionen ein, versetzten sich in die Rolle der Weltbank, einflussreicher NGOs oder der Weltpresse und sahen sich gleich zu Beginn gravierenden weltpolitischen Problemen ausgesetzt. In Afrika galt es eine Hungersnot zu bekämpfen, gleichzeitig schürten Al-Shabab Milizen Innere Unruhen, der IS löste im NahenOsten eine Flüchtlingskrise aus, der Ukraine-Konflikt stellte Europäer wie Russland vor große Herausforderungen und Piraten bedrohten vor dem Horn von Afrika und in Südostasien den Welthandel. Immer wieder appellierte Afrika an die Weltgemeinschaft, den Kontinent nicht zu vergessen und wenn die Wirtschaftsminister den Sitzungssaal verließen, um im Wirtschaftsraum die von den jeweiligen Regionen so dringend benötigten Ressourcen zu erwerben, zeigte sich oft, dass zuvor mühsam ausgehandelte Wirtschaftsverträge manchmal weniger wert waren, als das Papier, auf das sie geschrieben wurden. Nationalistische Bestrebungen ließen den Appell,der die Weltbank vertretenden Schüler, zum Wohle aller auf eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz hinzuarbeiten, zu oft ungehörtverhallen und spiegelte so ungewöhnlich detailgetreu realpolitische Probleme wieder.

Zeitgleich tagten die Staatsminister im Sicherheitsrat und stationierten auf der Weltkarte Diplomaten und Truppenverbände, um gegen die vielfältigen internationalen Bedrohungen vorzugehen. Mit großem Erfolg bekämpften internationale Truppenverbände das Piraterieproblem am Horn von Afrika und die Gewalteskalation in Nordafrika infolge des Arabischen Frühlings. Andere Krisenherde, wie der sog. IS in Syrien, konnten auch aufgrund des zögerlichen Vorgehens der Staatsminister jedoch nicht befriedet werden. Auch hierin zeigte sich eine große Nähe zur Realität und in der Komplexität der gesamten Simulation.

Emotionsgeladene Telefonkonferenzen und erbost hilflose Reaktionen bei nationalen Alleingängen, die gegen die Interessen der Weltgemeinschaft verstießen, spiegelten das Dilemma der globalen Wirtschafts-und Sicherheitspolitik bemerkenswert detailgetreu wider. Hinzu kam, dass am Ende jedes simulierten Jahres unvorhersehbare Ereignisse, wie die Veröffentlichung der Panama-Papers, eskalierende Demonstrationen in Tibet oder Unwetterkatastrophen mühsam ausgearbeitete Regierungsprogramme über den Haufen warfen.

Am Ende der dreitägigen Simulation konstatierte der UN-Generalsekretär dann auch vor den Regionsvertretern ernüchtert: „Wir haben große Erfolge erzielt, aber auch schwere Versäumnisse verschuldet. Der Grund für das Scheitern, das muss ich hier ganz deutlich sagen, waren wir dabei selbst!“Insbesondere die Klimaerwärmung konntendie Regierungschefs nicht stoppen, zu hoch waren die Forderungen der Bevölkerung nach Konsumgütern, zu verlockend die starke Position im globalen Handel. Auch eine Hungerkatastrophe in Indien konnte die Staatengemeinschaft nicht mehr aufhalten, nachdem ein Staatsbankrott der USA in einem gemeinsamen Kraftakt erst in letzter Sekunde abgewendet wurde.

Das Planspiel wurde vorbereitet und geleitet durch die Jugendoffiziere Hannover Hauptmann Dr. Martin Neumann und Kapitänleutnant Daniel Schumann.Die SektionHannover der Gesellschaft für Sicherheitspolitik unterstütze das Seminar mit einem Vortrag von Frau Dr. Ingrid Laurien aus Göttingen.
Frau Dr. Laurien gab, gestützt auf ihre langjährige Erfahrung aus staatlich geförderten Missionen in Afrika, detaillierteEinblicke in einen Kontinent, der in seiner Vielfalt, seinem Potenzial, aber auch der Vielschichtigkeit der ungelösten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme schwer zu erfassen ist.

Die Schülerinnen und Schüler haben es in der abschließenden Reflektion selbst formuliert, das Planspiel und der Informationsvortrag haben nicht nur sehr viel Spaßgemacht, sondern zentrale abiturrelevante Themen in einer Art und Weise vermittelt, wie es in der Schule so nicht möglich ist.

Und als beim Frühstück zwischen Nutella und Aufschnitt per Handschlag geheime Abkommen besiegelt wurden oder als am zweiten Tag nach fast 14 Stunden intensiven Verhandlungen, Sonderkonferenzen und flammenden Appellen in den Reden der Regionsvertreter vor der Generalversammlung auch noch der Wirtschaftsminister Arabiens um 21:30 Uhr die Auswertung des globalen Handels von der Weltbank erbat, um Strategien für den nächsten Tag auf den Zimmern entwickeln zu können, blieben am großen Erfolg der Simulation keine Zweifel mehr.

40 Mal Daumen hoch -Echt cool !!!

Die Sektion Hannoverkooperiert mit der Albert-Einstein-Schule (KGS) in Hannover/Laatzen bei der Durchführung sicherheitspolitischer Informationsveranstaltungen und Seminaren. Anders als Vortragsveranstaltungen werden die Schülerinnen und Schüler aktiv in die Erarbeitung des jeweiligen Themenkomplexes mit einbezogen, welches die Komplexität der Sicherheitspolitik interessant verdeutlicht.

Autoren: Dr Joris Doelle, Lehrer KGS Alberst-Einstein-Schule Hannover/Laatzen; Harald H. Engelhardt, Sektionsleiter GSP e.V. Hannover.

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