Sektion Nienburg

Sektion Nienburg

Mittwoch, 04.03.2026 - 18:30

Frieden-Freiheit-Krieg

Müssen sich Gesellschaften auch immer mit militärischer Gewalt verteidigen können, um freizu sein? Sind pazifistische Strömungen demnach naiv und bestenfalls als kritischer Maßstab relevant?
Auf dem zweiten Blick sind die Realitäten komplexer und vielschichtiger. Der Auf- und Ausbau militärischer Kapazitäten erzeugt Gegenreaktionen, da andere Staaten nicht sicher sein können, wofür diese eingesetzt werden (Sicherheitsdilemma). Im schlechtesten Fall entstehen Rüstungswettläufe, die die Situation für alle Beteiligten unsicherer machen. Der Pazifismus
selbst hat sich weiterentwickelt. So sind etwa im Rahmen des Modells der Sozialen Verteidigung Überlegungen entstanden, wie Defensivstrategien ohne militärische Gewalt in der Praxis umgesetzt werden könnten. Zudem werden Konzepte in der politischen Diskussion oft als "pazifistisch" etikettiert, um diese abzuwerten, obwohl sie gar nicht pazifistisch sind.
Schließlich gibt es auch in der Friedensbewegung große Teile, die sich nicht als pazifistisch begreifen, aber dennoch größeren Wert auf diplomatische Lösungsansätze legen. Doch sind dass Gründe, um auf den Aufbau militärischer Macht zu verzichten?
Die Debatte um den Pazifismus hat in Deutschland nach dem Ende des Kalten Krieges und der Umwandlung der NATO von einem Verteidigungs- zu einem Interventionsbündnis Ende der 1990-er Jahre neue Nahrung erhalten. Insbesondere war der Bombardierung Serbiens mit deutscher Beteiligung ohne UN-Mandat ein Höhepunkt der gesellschaftlichen Diskussion.
Nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine erhebt die in Deutschland verkündete Zeitenwende nicht nur den Anspruch, die Verteidigung des Bündnisgebiets der NATO erneut in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch, dafür entsprechend in die gesellschaftliche Debatte einzugreifen.

"Wo Lakota wa yaka cola"
Dies ist ein Ausdruck aus der Sprache der Lakotaindianer, der "Frieden ohne Sklaverei" bedeutet. Der einzige Frieden der Bestand hat.
Vortrag und Diskussion
Referent: Lukas Mengelkamp

Der Referent Lukas Mengelkamp ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH). Er wird die Zusammenhänge zwischen Frieden, Freiheit und Krieg auch anhand geschichtlicher Entwicklungen zur Diskussion stellen. 

Nach dem Vortrag steht Herr Mengelkamp für Fragen zur Verfügung.

Ort: vhs Nienburg - Rühmkorffstraße 12 , 31582 Nienburg
Organisator: Walter Hufenreuter , Sektionsleiter Sektion Nienburg walter.hufenreuter@gsp-sipo.de
Pregelstraße 2, 31582 Nienburg  05021 6503645


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde der GSP-Sektion Nienburg,

die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. – Sektion Nienburg in Kooperation mit der VHS Nienburg laden Sie herzlich zu dieser Vortragsveranstaltung ein.
Die Veranstaltung wird im Rahmen der Nienburger Antikriegstage 2026 durchgeführt.

Anmeldung erbeten online über www.vhs-nienburg.de oder per E-Mail an vhs@kreis-ni.de. (Kursnr. 26A1C1010V) oder an Walterhufenreuter@web.de

Mit freundlichen Grüßen

Walter Hufenreuter
Sektionsleiter