Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Dienstag, 03.03.2026 - 19:00

Sicherheitspolitische Perspektiven für die Länder des nördlichen Afrikas

Die Staaten des nördlichen Afrikas sind dem deutschen Bürger von Fall zu Fall als Quelle oder Durchgangsland für Migration nach Europa, als Obst- und Gemüse- oder Energierohstofflieferant, als Bürgerkriegsgebiet bzw. gescheiterter Staat oder als überbevölkerte Militärdiktatur, aber auch als Urlaubsdestination bekannt. Im sicherheitspolitischen Bewusstsein spielen sie nur eine geringe Rolle. Dabei sind Marokko, Algerien und Tunesien in den vergangenen Jahren autoritärer und gleichzeitig politisch immer selbstbewusster geworden, gerade auch gegenüber der EU oder EU-Mitgliedsländern. China und Russland buhlen erkennbar um die Maghreb-Staaten. Libyen ist allerdings durch konkurrierende Regierungen und den Einfluss von Milizen gekennzeichnet, was das Land zu einem Schauplatz für internationale Stellvertreterauseinandersetzungen macht und keine Besserung der seit Jahren prekären humanitäre Lage erwarten lässt.
Der Arabische Frühling, der im Dezember 2010 mit Massenunruhen in Tunesien begann, hat außer mit Abstrichen in diesem Land selbst, nicht zu einer Demokratisierung, zu mehr Rechtsstaatlichkeit oder gar breiterem Wohlstand und besserer Bildung der Bevölkerungen des nördlichen Afrikas beigetragen. Die innere Sicherheit der Länder ist zudem durch Al-Qaida im Maghreb (AQIM) und Islamischer Staat in der Großsahara (ISGS) gefährdet. Vor allem Libyen dient als operativer Raum für verschiedene bewaffnete Ableger des IS und für etliche kriminelle Gruppierungen ohne spezifische politische Motivation.
Krisen und Konflikte in Afrika wirken sich auch auf die Sicherheit vieler NATO-Mitglieder und der EU aus. Beide Bündnisse stehen vor Herausforderungen an ihrer gemeinsamen Südflanke. Was bedeutet die Lage im nördlichen Afrika und die sich abzeichnenden sicherheitspolitischen Risiken für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU bzw. für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik? Wie steht es um Westsahara als einen autonomen Teil von Marokko? Wie steht es um Rückführungsabkommen einerseits und um weitere „Abraham-Abkommen“ angesichts des Nahostkonflikts und der Lage im Iran andererseits? Welche Position beziehen die Länder des nördlichen Afrikas zu Trumps „Friedensplan“ für den Gazastreifen? Welche Bedeutung haben internationale Organisationen wie die „Union des Arabischen Maghreb“ und insbesondere die „Afrikanische Union“, gerade auch im Hinblick auf gute Regierungsführung? Gilt den Ländern des nördlichen Afrikas „gute Regierungsführung“ noch etwas oder sind sie dem so genannten Globalen Süden zuzurechnen, den eine anti-westliche Haltung kennzeichnet?
Vortrag und Diskussion
Ein lächelnder Mann mit dunklem, lockigem Haar und Bartstoppeln, trägt ein weißes Hemd und helles Sakko, blickt in die Kamera.
Referent: Dr. Ilyas Saliba , Freischaffender Politikberater, Strategieentwickler, Forscher und Dozent, Berlin.

Zum Referenten:
Ilyas Saliba, Jahrgang 1986, geboren und aufgewachsen in Hamburg, studierte von 2007 bis 2011, vornehmlich an der Universität Hamburg, Politische Wissenschaften, was er mit der Zuerkennung des akademischen Grades „Bachelor“ abschloss. Es folgte ein Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität Zürich in Vergleichenden und Internationalen Studien, das Ilyas Saliba in 2013 mit dem Diplom („Master“) beendete. Danach arbeitete Ilyas Saliba als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (bis 2022), als Strategie- und Interessenkoordinator für Amnesty International Deutschland in Berlin für den Bereich Mittlerer Osten und Nordafrika (2018/2019) und als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim „Global Public Policy Institute“ (GPPi; eine unabhängige, gemeinnützige Denkfabrik) in Berlin (2019-2021). Seit Januar 2023 ist Ilyas Saliba außerordentlicher Dozent und assoziierter Forscher der „Hertie School“ (eine staatlich anerkannte, private Hochschule in Berlin) sowie freischaffender Forscher und Berater zu Menschenrechtsfragen. In dieser Funktion arbeitet er u. a. für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), das Deutsche Institut für Entwicklung und Nachhaltigkeit (IDOS; eine staatliche Forschungseinrichtung zu Fragen internationaler Entwicklungspolitik mit Sitz in Bonn) sowie die Heinrich-Böll-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Nach Erwerb des Diploms in Zürich betrieb Ilyas Saliba seine umfangreiche akademische Weiterbildung u. a. mit Forschungsaufenthalten an der Universität Oxford, dem Europäischen Hochschulinstitut in Florenz (EUI/EHI), der Amerikanischen Universität in Kairo (AUC) und der Schule für Regierungsführung und Wirtschaft von Rabat (heute FGSES). Seine Forschungsarbeit schloss er 2024 mit der Promotion summa cum laude in Politischen Wissenschaften (Dr. phil. (PhD)) an der Humboldt-Universität zu Berlin ab.

Dr. Saliba spricht fließend Englisch, hat umgangssprachliche Fertigkeiten im Französischen und grundlegende Kenntnisse der arabischen, der niederländischen und der spanischen Sprache.

Dr. Saliba wohnt im Berliner Stadtteil Neukölln.

Ort: Gorch-Fock-Haus - „Johann Kinau Saal“ - Viktoriastr. 15 , 26382 Wilhelmshaven
Organisator: Kapitän zur See a.D. Berend Burwitz , Sektionsleiter Wilhelmshaven/Friesland, Berend.Burwitz@gsp-sipo.de
0171 4727 146


Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Mitglieder und Freunde der Sektion,

als in 2026 zweite Veranstaltung bietet die Sektion Wilhelmshaven/Friesland einen Vortrag zum Kernthema „Regionen und Staaten“ mit dem Fokus auf den Ländern des nördlichen Afrikas. Es handelt sich wie immer um eine Präsenzveranstaltung.

Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten kommen, jedem Land mit seinen Besonderheiten und auf seine eigene Art, erhebliche Bedeutung für die sicherheitspolitische Lage an der NATO-Südflanke bzw. der Gegenküste der EU zu. Zudem spielen diese Länder auch eine Rolle im Hinblick auf den Nahostkonflikt und das Streben der drei großen Mächte USA, Russland und China auf dem afrikanischen Kontinent. Mit Dr. Ilyas Saliba konnte ein namhafter Experte für nordafrikanische Länder, insbesondere Marokko und Ägypten, und die Ursachen und vor allem die Folgen des sogenannten Arabischen Frühlings – mitunter auch Arabische Revolution oder Arabellion genannt – gewonnen werden. Die Sektion Wilhelmshaven/Friesland würde sich freuen, Sie als Teilnehmer bzw. Teilnehmerin an dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Bitte weisen Sie auch Freunde und Bekannte auf diesen Termin hin und empfehlen ihnen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Die Anmeldung kann über diese Internetseite der GSP erfolgen (https://www.gsp-sipo.de/organisation/landesbereich-ii/wilhelmshaven). Bitte klicken Sie auf das unten befindliche Feld „Anmeldung“. Beachten Sie bitte, dass Sie nach der Anmeldung die Anmeldung zusätzlich bestätigen müssen; mit diesem Verfahren sollen vorsätzliche Falschanmeldungen unterbunden werden.

Die Sektion nimmt Ihre Anmeldung auch per E-Mail an Berend.Burwitz@gsp-sipo.de oder per SMS, WhatsApp oder telefonisch (0171-4727146) an den Sektionsleiter entgegen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Anmeldungen, die auf diesen Wegen erfolgen, grundsätzlich nicht quittiert werden können. Wegen der erforderlichen organisatorischen Vorbereitung im Gorch-Fock-Haus wird um Anmeldung bis zum Samstag, 28. Februar 2026, einschließlich gebeten.

Mit freundlichem Gruß

Berend Burwitz
Sektionsleiter

 

Die Veranstaltung wird fotografisch begleitet. Die Teilnehmenden erklären ihr Einverständnis, dass die GSP vor, während oder nach der Veranstaltung entstandenes Fotomaterial für Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nutzt.

Hinweise zum Datenschutz: Die aktuellen Fassungen von Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) werden mit der Datenschutzerklärung der GSP umgesetzt. Die Datenschutzschutzerklärung der GSP finden Sie unter https://www.gsp-sipo.de/service/datenschutzerklaerung.


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