Sektion Essen

Sektion Essen

Mittwoch, 30.09.2026 - 19:00

Sicheres Trinkwasser? – Kritische Infrastrukturen im Kontext der Gesamtverteidigung

Vortrag und Diskussion
Referent: Prof. Frank Reininghaus

Prof. Frank Reininghaus ist Stabsoffizier der Deutschen Marine a. D., war 15 Jahre im Bereich Marinefliegerei tätig und weist langjährige Erfahrung in den Bereichen Operationen, Lehre und Sicherheitspolitik auf. Er hat an der Universität der Bundeswehr in München Luft- und Raumfahrttechnik sowie an der Uni Hamburg Sicherheitspolitik und Friedensforschung studiert. Er war Studiengangsleiter des Masterstudiengang „Integrated Safety and Security Management“ (ISSM) an der Hochschule Bremerhaven und wissenschaftlicher Mitarbeiter am IFSH in Hamburg. 

Ort: Casino Rehmannshof - Rehmannshof 45 , 45257 Essen
Organisator: Herr Fähnrich d.R. Dr. Daniel Rasch , GSP-Sektionsleiter Essen, d.rasch@gsp-sipo.de
0177-4402953

Sektionsleiter Dr. Daniel Rasch (rechts) dankt dem Referenten, Prof. Dr. Frank Reininghaus, für den spannenden und wichtigen Vortrag.




Trinkwasser: Kritische Infrastruktur im Fokus

Was passiert, wenn plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt? Eine Frage, die im Alltag kaum gestellt wird – und gerade deshalb deutlich macht, wie selbstverständlich wir auf funktionierende Infrastruktur vertrauen. 

Mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich bei der Veranstaltung der Sektion Essen mit Fragen um die Trinkwassersicherheit, Kritische Infrastrukturen (KRITIS) und ihre Bedeutung für die Gesamtverteidigung Deutschlands. Als Referent beleuchtete Fregattenkapitän a.D. Prof. Dipl.-Ing. Frank Reininghaus, M.P.S., die Bedeutung einer sicheren Trinkwasserversorgung und die damit verbundenen Risiken für die Gesellschaft. Die Veranstaltung ordnete das Thema zugleich in die Diskussion um die Gesamtverteidigung Deutschlands ein.

Zehn Sektoren – ein enges Netz

Kritische Infrastrukturen umfassen diejenigen Bereiche, deren Ausfall erhebliche Folgen für das gesellschaftliche Leben haben kann. Dazu zählen zehn Sektoren: Energie, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Gesundheit, Informationstechnik und Telekommunikation, Medien und Kultur, Staat und Verwaltung, Transport und Verkehr, Wasser sowie Siedlungsabfallentsorgung.

Diese Bereiche stehen nicht isoliert nebeneinander. Sie sind vielfach voneinander abhängig. Fällt beispielsweise die Energieversorgung aus, kann dies auch die Wassergewinnung und -verteilung beeinträchtigen. Umgekehrt benötigen Krankenhäuser, Feuerwehren, Lebensmittelbetriebe und viele weitere Einrichtungen eine zuverlässige Wasserversorgung.

Gerade deshalb ist Trinkwasser ein besonders anschauliches Beispiel für die Bedeutung Kritischer Infrastrukturen. Wasser ist nicht nur für den täglichen Bedarf unverzichtbar. Eine funktionierende Versorgung ist ebenso für Hygiene, Gesundheit, Brandschutz und zahlreiche wirtschaftliche Abläufe erforderlich.

Vorsorge statt Reaktion

Die zentrale Frage lautet daher: Wie lässt sich die Versorgung auch bei Störungen aufrechterhalten?

Dabei geht es um technische und organisatorische Vorsorge, um Ausweichmöglichkeiten und um die Fähigkeit, auf unterschiedliche Krisenszenarien vorbereitet zu sein. Denn Gefahren können unterschiedliche Ursachen haben – von technischen Störungen und Naturereignissen bis hin zu Sabotage oder anderen Bedrohungen.

Die Veranstaltung machte damit deutlich, dass Gesamtverteidigung weit über militärische Fähigkeiten hinausgeht. Eine widerstandsfähige Gesellschaft braucht funktionierende Versorgungs-, Verkehrs-, Kommunikations- und Gesundheitssysteme. Gleichzeitig sind Behörden, Betreiber Kritischer Infrastrukturen, Bundeswehr, Rettungsorganisationen und Bevölkerungsschutz auf Zusammenarbeit angewiesen.

Die Veranstaltung im ehemaligen Casino der Ruhrland-Kaserne in Essen zeigte eindrucksvoll, dass Sicherheit nicht erst im Krisenfall beginnt. Vorsorge, Zusammenarbeit und das Bewusstsein für gegenseitige Abhängigkeiten sind wesentliche Bestandteile einer widerstandsfähigen Gesellschaft.

Und manchmal lässt sich die Bedeutung Kritischer Infrastruktur auf eine ganz einfache Frage reduzieren: Was wäre, wenn morgen kein Wasser mehr aus dem Hahn käme?

Autor: Daniel Rasch


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