Sektion Saar
Auf dem Weg zu einer neuen Weltordnung? Die Welt im Krisenmodus: USA, NATO, Russland und China – von der regelbasierten zur machtbasierten Ordnung? Konsequenzen für Deutschlands und Europas Sicherheitspolitik und Diplomatie.
Kooperationsveranstaltung mit dem Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V. Landesgruppe Saarland, dem Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) Saarland, der Deutsche Atlantische Gesellschaft und der Union Stiftung
Paul-Lincke-Str. 20 (Büro), 66113 Saarbrücken
v.l.n.r. Dr. Alexander Friedman, LtdPD a.D. Detlef W. Karioth , Dr. David Sirakov
Mitte mit Mikrofon: Dominic Holl, stellv. Geschäftsführer der Union Stiftung bei der Begrüßung.
während der Diskussion v.l.n.a. Moderator Detlef W. Karioth , Dr. Alexander Friedman, Dr. David Sirakov
v.l.n.r. Karsten Wurzer, Vorsitzender des Reservistenverbandes der Bundeswehr Landesgruppe Saarland, Dr. Alexander Friedman, Dr. David Sirakov, LtdPD a.D. Detlef W. Karioth, Dr. Horst Dörrenbächer, Deutsche Atlantische Gesellschaft
Nachbericht zur Veranstaltung:
Auf dem Weg zu einer neuen Weltordnung – die Welt im Krisenmodus
Zu diesem Thema habe ich am 29. Januar 2026 bei einer Veranstaltung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. Saar in den Räumlichkeiten der Union Stiftung Saarland mit dem Direktor der Atlantischen Akademie Kaiserslautern, Dr. David Sirakov und dem Publizisten Dr. Alexander Friedman, diskutiert.
Bereits nach drei Tagen im neuen Jahr 2026 ließ der Präsident der Vereinigten Staaten vom Amerika Donald Trump Venezuela militärisch angreifen, nahm den dortigen Diktator und Machthaber Nicolas Maduro und seine Ehefrau fest und ließ sie in die USA verbringen. Dort sollen sie vor Gericht gestellt werden.
Auf dem Weltwirtschaftforum (WEF) in Davos tritt Donald Trump am 21. Januar 2026 erneut als selbst ernannter Friedenspräsident auf, macht seine Unzufriedenheit mit Europa und der NATO deutlich, lässt an seinen weltweiten wirtschaftlichen Interessen keinen Zweifel und etabliert mit seinem neu gegründeten Friedensrat, dem 26 Staaten beigetreten sind, eine Konkurrenzveranstaltung zur den Vereinten Nationen, denen er die Unterstützung fortan versagt. Aus 60 internationalen Organisationen ist die USA ausgetreten.
Der kanadische Ministerpräsident Marc Carney machte es deutlich. Er sprach vom Zusammenbruch der Weltordnung, einer Geopolitik, die keinen Beschränkungen mehr unterliegt, der Macht der wenig Mächtigen. Dem müsse man entgegentreten.
Aspekte aus unserer Diskussion. Wir sind auf dem Weg zu einer machtbasierten Weltordnung. Die Geschwindigkeit, mit der Donald Trump die Welt verändert scheint insbesondere Europa und Deutschland zu überfordern. Seine Vorstellungen dieser Ordnung hat er bereits in der National Security Strategy festgelegt. Sein Augenmerk liegt auf CHN und dem Indopazifik als Wirtschaftsraum. Seine wesentlichen Interessen sind eindeutig wirtschaftlicher Natur. Es gibt nur wenig Dinge, die Republikaner und Demokraten gemeinsam aktuell teilen und das ist der Haupterzfeind CHN. Der „Pivot to Asia“ ist allerdings bereits durch Obama 2012 eingeleitet worden. Europa rutscht in Trumps Prioritäten aufgrund seiner Skepsis und seiner Zweifel an seiner Handlungsfähigkeit deutlich nach hinten. Er befürwortet eine neue Weltordnung, stärker unter imperialistischen und regionalen Gedanken.
Europa muss nun dringend handeln. Auch ein anderer Präsident wird die Entwicklung nicht zurückdrehen. Die Zeiten des wehleidigen Klagens und des Trittbrettfahrens sind vorbei. Es wird keine „reassurances“ wie bei Obama geben. Europa darf die Zeit nicht wieder verpassen, eigene Interessen zu formulieren und eigene Präferenzen aufzustellen. Es darf sich nicht schon wieder auf die USA verlassen wollen. Europa und Deutschland braucht scheinbar immer eine harte Hand oder externe Schockmomente, um Regierung und Gesellschaft zu bewegen, über die eigenen eingefahrenen Vorstellungen nachzudenken.
Das zumindest scheint Trump aktuell geschafft zu haben.
https://www.youtube.com/watch?v=M_K_Ynvke7w