GESCHICHTE DER GSP - GRUSSWORTE ZUM 70. GEBURTSTAG

70 Jahre Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. (GSP) Frieden sichern - Freiheit bewahren - Wehrhafte Demokratie stärken


1952 wurde die heutige Gesellschaft für Sicherheitspolitik als Wehrkundegesellschaft (GfW) in München gegründet, um in der neuen Bundesrepublik Deutschland flächendeckend  sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Im Oktober jährt sich das Gründungsdatum zum 70 mal, der in München mit einem Festakt begangen werden soll.

Auf dieser Seite finden Sie

  • eine Kurzfassung der Entwicklung der GSP über die 70 Jahre -
  • sowie die Grußworte zum 70. Jubiläum, die von namhaften Persönlichkeiten aus Politik und anderen Bereichen der Gesellschaft bisher eingegangen sind.

 

Entwicklung der GSP in den letzten 70 Jahren (Kurzfassung)

       von Peter E. Uhde

1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Seit 1951 gab es Vorbereitungen und Bemühungen zur Etablierung einer „Wehrkunde“ Gesellschaft. Diese wurde dann am 5. Januar 1952 n München mit dem Namen Wehrkundegesellschaft (GfW) gegründet. Einer der Gründungsmitglieder war Ewald Heinrich von Kleist-Schmenzin, ehemaliger Offizier, Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 und später Gründer der Münchner Sicherheitskonferenz, der heutigen Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) Als letzter aus dem Gründerkreis ist er am 8. März 2013 verstorben. Schon im Februar 1952 erschien die 1. Ausgabe der „Mitteilungen der Gesellschaft für Wehrkunde“. Ab der Nr. 12 erschienen sie als Zeitschrift mit dem Namen „Wehrkunde“.

Um sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, schloss die Gesellschaft im Januar 1953 einen Vertrag mit dem Presse- und Informationsamt (BPA) der Bundesregierung. Seitdem ist das BPA Zuwendungsgeber für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit. Nach Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955, traten zahlreiche Mitglieder der Gesellschaft, Offiziere und Unteroffiziere, in die neuen Streitkräfte ein. Die erste „Unabhängige Hochschulgruppe für Wehrkunde“ etablierte sich 1959 in München. Es folgten weitere, die sich im Juli 1962 in „Wehrpolitische Hochschulgruppen“ umbenannten. Ihre Selbstauflösung erfolgte Ende 1968. Mitte der 60er Jahre zählte die Gesellschaft 170 Sektionen. Diese waren und sind auch heute noch die kleinste selbständige Organisationseinheit und Träger der sicherheitspolitischen Informationsarbeit. 1965 gab sich die Gesellschaft eine neue Satzung in der die Landesbeauftragten Mitglieder des Vorstandes werden. Die Anerkennung der Gesellschaft als juristische und gemeinnützige Person erfolgt am 18. Juli 1969. Daraus abgeleitet, wird mit einer Reorganisation der Sektionen begonnen. Ab der Juliausgabe 1976 erscheint die „Wehrkunde“ mit dem neuen Titel „Europäische Wehrkunde“. Nach 25 Jahre wird 1977 In einer Festschrift: „Eine kritische Würdigung“, auf das erste Vierteljahrhundert zurückgeblickt. Durch eine Anfang 1982 geschlossene Vereinbarung mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, wurde die Zusammenarbeit in der sicherheits- und verteidigungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Im Herbst 1983 wird die Geschäftsstelle von München nach Bonn verlegt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 beschloss die Bundesversammlung in Koblenz, unter Beibehaltung des Kürzels GfW, die Namensänderung in „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik“. Für die Mitgliedergewinnung und Gründung von Sektionen in den fünf neuen Bundesländern wurde ein „Sonderbeauftragter Ost“ eingesetzt. Der Entwicklung des Internets folgend, stellte sich die GfW 1999 erstmalig im Internet dar. Auf der Bundesversammlung im Januar 2001 wählten die Delegierten mit Claire Marienfeld-Czasla erstmals eine Frau als Präsidentin.

Ende 2002 erreichte die Gesellschaft mit fast 7.400 Mitgliedern den höchsten Stand seit ihrem Bestehen. Im Jahr 2006 wurde die internationale sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit der französischen Organisation Civisme Defense Armee Nation (CIDAN) beschlossen. Durch eine Zielvereinbarung mit der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) 2008 wurde die Förderung der sicherheitspolitischen Bildung, besonders im Zeichen der Europäisierung und Internationalisierung intensiviert. Um Mittel und Ressourcen besser einzusetzen, wurde mit dem Deutschen BundeswehrVerband e.V. 2009 eine nachhaltige Zusammenarbeit beschlossen. Das geschah im gleichen Jahr auch mit der Clausewitz-Gesellschaft e.V.

Im März 2010 wählte die Bundesversammlung Ulrike Merten zur Präsidentin. Im Jahr darauf beschloss die Bundesversammlung eine Neufassung der Satzung, die Änderung der Geschäftsordnung und ein neues Corporate Design. Ein Kooperationsabkommen mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr brachte Synergieeffekte in der sicherheitspolitischen Information in den Schulen. Das 60jährige Bestehen wurde am 27. März 2012 in den Räumen der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin gefeiert. Festredner war der Bundesminister der Verteidigung Thomas de Maizière.

 Auf der Bundesversammlung im April 2014 in Berlin wurde die Namensänderung in „Gesellschaft für Sicherheitspolitik“ e.V. (GSP) beschlossen. Damit einher ging die Anpassung des Corporate Design an das neue GSP-Logo. Die Akzeptanz als sicherheitspolitische Bildungsinstitution in der politischen Community und der Zivilgesellschaft stieg deutlich. Im Januar 2019 erschien das Buch „Sicherheitspolitik verstehen“ der GSP-Autoren Kersten Lahl und Johannes Varwick. Bei der Bundesvorstandsitzung am 5./6. November 2019 in Berlin wurde eine „Erklärung zum Umgang mit Extremismus“ verabschiedet. Die Bildung einer „Jungen GSP“(JGSP) und die Einsetzung eines „Beauftragten für die Kooperation mit Schulen“ soll helfen, sicherheitspolitisches Interesse in der jungen Generation zu intensivieren. Die Corona-Pandemie führte zum Rückgang der Präsenzveranstaltungen. Dafür wurde notgedrungen auf hybride oder visuelle Veranstaltungen umgestellt. Seit dem 6. Mai ist Dr. Hans-Peter Bartels, ehemaliger Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, Präsident der GSP.

Im 70sten Jahr ihres Bestehens ist die GSP eine in der Öffentlichkeit und im parlamentarischen Raum deutlich wahrgenommene zivilgesellschaftliche Vereinigung. Ehrenamtlich tätige Bürger aller Altersgruppen engagieren sich in der Gesellschaft. Ihre Idee, durch sicherheitspolitische Informations- und Bildungsarbeit in Deutschland einen Beitrag zur wehrhaften Demokratie zu leisten, für den europäischen Einigungsgedanken und den transatlantischen Dialog einzutreten, hat sich bewährt.  Eine attraktive Homepage mit relevanten Informationen, Blogs, Sicherheitsdialoge, Beiträge in Fachpublikation und Sozialen Medien und vor allen Dingen das hervorzuhebende Engagement in den Sektionen sind in ihrer Bündelung Alleinstellungsmerkmal ehrenamtlicher sicherheitspolitischer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. 

  • Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik macht ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie leistet damit strategische Kommunikation im Rahmen sicherheitspolitischer Strategieentwicklung.
  • Sie plädiert für die allgemeine Verteidigungsbereitschaft unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Streitkräfte und unterstützt die gesamtstaatliche Verantwortung für Resilienz.
  • Deutschlands Integration in die Europäische Union, die Vertiefung der transatlantischen Partnerschaft und die Friedensmissionen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie der Vereinten Nationen werden befürwortet.
  • Die GSP fördert Verständnis und stärkt damit die Resilienz der Bevölkerung für politische, ökonomische, ökologische und kulturelle Zusammenhänge in Verbindung mit sich daraus ergebenden weltweiten sicherheitspolitischen Aspekten.
  • Letztendlich dient das verantwortungsvolle ehrenamtliche Engagement der Mitglieder der GSP seit 1952 dem Frieden in Freiheit aller Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

Weitere Fakten über die GSP sind auf der Homepage unter  Geschichte der GSP zu finden.

 

 

Grußworte zum 70 Jahre Jubiläum der GSP

„Ein Leben in Frieden, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ist auch 73 Jahre nach Inkrafttreten unseres Grundgesetzes keine Selbstverständlichkeit, sondern ein großes Geschenk. Es gegen seine Feinde zu verteidigen, ist Aufgabe der Staatsgewalt, aber nicht der Staatsgewalt allein. Es liegt in unser aller Verantwortung, unsere Verfassungsordnung jeden Tag auf ein Neues zu bewahren und mit Leben zu füllen.“

Prof. Dr. Stephan Harbarth, LL.M. (Yale)
Präsident des Bundesverfassungsgerichts

"Der brutale russische Überfall auf die Ukraine führt uns schmerzhaft vor Augen, woran uns die GSP schon lange beharrlich gemahnt: Wehrhafte Demokratie braucht militärische Stärke. Wir werden die Bundeswehr gerade in der Landes- und Bündnisverteidigung wieder zu dem machen, was sie sein muss: ein leistungsfähiger Garant für Freiheit, Sicherheit und Frieden in Europa. Ich gratuliere der GSP zu ihrem Jubiläum, danke für 70 Jahre fachkundige Beharrlichkeit und wünsche uns allen ein offenes Ohr für ihre klugen Mahnungen."

Christine Lambrecht
Bundesministerin der Verteidigung

"Der Freistaat Bayern garantiert die Freiheit und bewahrt das Recht. Die bayerische Demokratie ist treu ihrem Verfassungsauftrag und wehrhaft gegenüber ihren Feinden. Auf dieses Markenzeichen der bayerischen Poli tik sind die Menschen in Bayern stolz. Sie vertrauen darauf, dass sich die Demokratie jeden Tag aufs Neue bewährt. Dank und Anerkennung gelten der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und ihrem Einsatz für die wehrhafte Demokratie! Alles Gute weiterhin!"

Dr. Markus Söder
Ministerpräsident des Freistaates Bayern

"Gegen die Feinde unserer Verfassung setzen wir uns in Deutschland mit Mitteln des demokratischen Rechtsstaates zur Wehr. Unsere Demokratie ist aber nicht nur von Fanatikern und Extremisten im Inneren bedroht. Auch die Bedrohung von außen müssen wir wieder verstärkt in den Blick nehmen: Der brutale russische Überfall auf die Ukraine zeigt, dass wir mehr denn je in der Lage sein müssen, uns mit militärischer Stärke gegen Angriffe auf unsere Demokratie zu wehren. Zur Stärkung der wehrhaften Demokratie braucht es deshalb auch eine gut ausgerüstete Bundeswehr, denn die aktuelle Situation führt uns brutaler denn je vor Augen: Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen tagtäglich hart erarbeitet und verteidigt werden."

Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmerman
MdB, Mitglied des FDP-Bundesvorstandes
und Mitglied des Vorstands der FDP-Bundestagsfraktion

„Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine war ein Zivilisationsbruch und bedeutet eine Zeitenwende für Europa und die Welt, aber besonders für Deutschland. Wir müssen nun mehr denn je gemeinsam für die Grundfesten unseres Wertesystems, die Menschenrechte und die Rechtstaatlichkeit, eintreten. Damit wir als Demokratie dieser neuen Lage in allen Aspekten wehrhaft begegnen können, muss die Zeitenwende auch in der Bevölkerung vermittelt und verankert werden. Hierzu gehen die Arbeit der Münchner Sicherheitskonferenz und der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. Hand in Hand, wofür ich sehr dankbar bin.“

Botschafter Dr. Christoph Heusgen
Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz

„Vergangenheit und Gegenwart lehren uns, Demokratie nicht als selbstverständlich anzusehen. Auch in vermeintlich stabilen Zeiten bleibt es unsere Aufgabe, sie vor Angriffen zu schützen und gleichzeitig die Freiheit aller Menschen im Denken und Handeln zu fördern und fordern. Diese im Grundgesetz verankerte Gradwanderung ist anstrengend, sie erfordert immer wieder aufs Neue Aushandlungsprozesse und Räume für Streit und Diskussionen.  Politische Bildung ist hier unentbehrlich – sie ermutigt die Bürgerinnen und Bürger auf dem Boden des Grundgesetzes für Ihre Überzeugungen einzustehen.“

Thomas Krüger
Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

"Ohne Sicherheit keine Freiheit!" (Wilhelm von Humboldt, 1792). Dieser Satz des Mitbegründers der Humboldt-Universität zu Berlin gilt heute mehr denn je. Die im Grundgesetz verankerte "Wehrhafte Demokratie" gilt es zu bewahren und mit aller Kraft zu unterstützen, denn sie ist der Garant für beides: Freiheit und Sicherheit!

Claus Günther
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT)

"Der russische Überfall auf die Ukraine am 24. Februar war ein Weckruf für die deutsche Politik und Gesellschaft. Der brutale Angriffskrieg mitten im Europa des 21. Jahrhunderts zeigt, dass auch westliche Demokratien von äußeren Feinden bedroht sind, nicht nur von inneren.
Bis zu diesem einschneidenden Datum war jedoch das Bewusstsein für die tatsächliche Lage, in der sich Deutschland befindet, in weiten Teilen der Bevölkerung verlorengegangen. Schließlich waren die vergangenen Jahrzehnte geprägt von mangelnder Ernsthaftigkeit beim Umgang mit dem Thema Verteidigung. Konflikte spielten sich weit weg vom Tagesgeschehen ab, etwa am Hindukusch.
Um ihre politischen Positionen entwickeln und in den demokratischen Willensbildungsprozess einbringen zu können, benötigen die Bürger Informationen darüber, wer die eigene Freiheit bedroht, wie es um die eigenen Abwehrkräfte steht und welche sicherheitspolitischen Optionen existieren.
Der GSP mit ihren Diskussionsformaten und Plattformen kommt dabei die wichtige Rolle zu, Fragen von Sicherheitspolitik und Verteidigung zu thematisieren, um damit das notwendige Wissen für das Funktionieren einer wehrhaften Demokratie zu vermitteln. Der Auftrag der GSP ist heute aktueller denn je.
Herzlichen Glückwunsch zum 70jährigen Bestehen!"

Peter Tamm
Mittler-Report Verlag, Bonn