Sektion Bonn
70 Jahre bundesdeutsche Souveränität: Internationale Rollenbilder und außenpolitisches Selbstverständnis in der Geschichte der alten Bundesrepublik
Prof. Kießling © Richard Rohde
Prof Kiesling und verantwortlicher Moderator Joachim Schulz, GSP Bonn © Richard Rohde
Blick in den Empfangssaal © Richard Rohde
Gespräch beim Empfang © Richard Rohde
Auditorium im Festsaal der Universität Bonn © Richard Rohde
Unser Catering-Team © Richard Rohde
Berichterstattung zur Veranstaltung „70 Jahre bundesdeutsche Souveränität: Internationale Rollenbilder und außenpolitisches Selbstverständnis der alten Bundesrepublik“
Herr Prof. Dr. Friedrich Kießling, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Bonn, trug im Rahmen einer Hybrid-Veranstaltung in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Universität Bonn, dem Verband der Reservisten der Bundeswehr und der Clausewitz-Gesellschaft zu „70 Jahre bundesdeutsche Souveränität: Internationale Rollenbilder und außenpolitisches Selbstverständnis der alten Bundesrepublik“ vor.
Prof. Dr. Kießling leitete mit Betrachtungen zur Proklamation der Bundesregierung zum Tag der Souveränität am 05.05.55 ein. Hierin werde zwar an den Zusammenbruch des Nationalsozialismus erinnert, eine Reflektion über das Unrechtregime und die jüngste Vergangenheit fände aber nicht statt. Es werde nach vorne geschaut und ein gleichberechtigter Status an der Seite der freien Völker angemahnt. Hierauf folgen Ausführungen zum Rollenverständnis und Erläuterungen zum Konzept der Zivilmacht. Ihre Träger innerhalb der Gesellschaft seien dabei in der alten Bundesrepublik die Eliten gewesen. Man habe sich zu einer Haltung der Zurückhaltung entschieden. Der Vortragende machte dieses plastisch an Beispielen wie der Weltausstellung 1958 in Brüssel deutlich. Zugleich bestehe aber ein selbstbewusstes Auftreten, beginnend mit Bundeskanzler Adenauer gegenüber den Besatzungsmächten ab 1949. Deutschland gelange in den folgenden Jahren zur „Weltmacht wider Willen“. Bundeskanzler Schmidt sehe die Bedeutung Deutschlands bereits als nicht kategorisch verschieden von derjenigen der Vereinigten Staaten. Auch unter den nachfolgenden Regierungen werde eine solche Rolle ausgefüllt. Die alte Bundesrepublik gehe als souveräner Partner z.B. in die Gespräche und Verhandlungen zur Wiedervereinigung Deutschlands und damit zur uneingeschränkten Souveränität. Wiewohl hiermit die Geschichte der alten Bundesrepublik endete, wurde im Rahmen der anschließenden Diskussion das Thema nicht nur vertieft, sondern es wurden auch Bezüge zur heutigen Politik hergestellt, z.B. eine Haltung der Zurückhaltung der Regierung Scholz zur Ukraine-Unterstützung. Aus Geschichte wurde Gegenwart.
Die Veranstaltung im Festsaal der Universität Bonn fand großen Zuspruch. Der Vortrag war kenntnisreich, kurzweilig und interessant. Prof. Dr. Kießling gelang es nicht nur, den historischen Kontext umfassend, aber verständlich darzustellen, sondern auch den Bogen zu schlagen zur aktuellen Politik der neuen Bundesrepublik Deutschland. Er hielt dabei mit seiner persönlichen Auffassung, die er als solche kennzeichnete, zu historischen und zeitgenössischen Ereignissen nicht hinter den Berg.
Ein Empfang mit angeregten Gesprächen, auch mit Prof. Dr. Kießling, bildete den Abschluss eines gelungenen Abends.
Diese Veranstaltung kann bei YouTube unter Gesellschaft für Sicherheitspolitik nachverfolgt werden.
Text: Joachim Schulz, Pressebeauftragter GSP Bonn