Sektion Bonn

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Montag, 05.05.2025 - 19:00

70 Jahre bundesdeutsche Souveränität: Internationale Rollenbilder und außenpolitisches Selbstverständnis in der Geschichte der alten Bundesrepublik

Der 2. Weltkrieg war gerade zehn Jahre vorbei und der Versuch der Schaffung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) der Westmächte unter Einbindung Deutschlands gescheitert. Die Londoner Neun-Mächte-Konferenz fand im September 1954 eine Lösung: die Bundesrepublik Deutschland tritt den Verteidigungsallianzen der NATO und der Westeuropäischen Union (WEU) bei und Deutschland verzichtet ausdrücklich auf die Herstellung atomarer, biologischer und chemischer Waffen.
Vortrag und Diskussion
Prof. Dr. Friedrich Kießling spricht an einem Rednerpult mit Mikrofon, ein GSP-Schild ist sichtbar.

Prof. Kießling © Richard Rohde

Zwei Männer in Anzügen in einem eleganten Raum. Einer mit dunklem, der andere mit blauem Anzug und Namensschild. Getränke im Vordergrund.

Prof Kiesling und verantwortlicher Moderator Joachim Schulz, GSP Bonn © Richard Rohde

Gäste unterhalten sich an Stehtischen in einem historischen Raum mit Wandgemälden und eleganter Tapete.

Blick in den Empfangssaal © Richard Rohde

Drei Fachleute unterhalten sich bei einem Empfang, an einem Tisch mit Getränken stehend.

Gespräch beim Empfang © Richard Rohde

Ein diverses Publikum von Erwachsenen sitzt aufmerksam in einem eleganten, hellen Saal während einer Präsentation.

Auditorium im Festsaal der Universität Bonn © Richard Rohde

Eine lächelnde Frau und zwei junge Männer stehen in einem Raum mit gemusterter Tapete und einem Tisch mit Getränken.

Unser Catering-Team © Richard Rohde

 

 

Berichterstattung zur Veranstaltung „70 Jahre bundesdeutsche Souveränität: Internationale Rollenbilder und außenpolitisches Selbstverständnis der alten Bundesrepublik“

Herr Prof. Dr. Friedrich Kießling, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Bonn, trug im Rahmen einer Hybrid-Veranstaltung in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Universität Bonn, dem Verband der Reservisten der Bundeswehr und der Clausewitz-Gesellschaft zu „70 Jahre bundesdeutsche Souveränität: Internationale Rollenbilder und außenpolitisches Selbstverständnis der alten Bundesrepublik“ vor. 

Prof. Dr. Kießling leitete mit Betrachtungen zur Proklamation der Bundesregierung zum Tag der Souveränität am 05.05.55 ein. Hierin werde zwar an den Zusammenbruch des Nationalsozialismus erinnert, eine Reflektion über das Unrechtregime und die jüngste Vergangenheit fände aber nicht statt. Es werde nach vorne geschaut und ein gleichberechtigter Status an der Seite der freien Völker angemahnt. Hierauf folgen Ausführungen zum Rollenverständnis und Erläuterungen zum Konzept der Zivilmacht. Ihre Träger innerhalb der Gesellschaft seien dabei in der alten Bundesrepublik die Eliten gewesen. Man habe sich zu einer Haltung der Zurückhaltung entschieden. Der Vortragende machte dieses plastisch an Beispielen wie der Weltausstellung 1958 in Brüssel deutlich. Zugleich bestehe aber ein selbstbewusstes Auftreten, beginnend mit Bundeskanzler Adenauer gegenüber den Besatzungsmächten ab 1949. Deutschland gelange in den folgenden Jahren zur „Weltmacht wider Willen“. Bundeskanzler Schmidt sehe die Bedeutung Deutschlands bereits als nicht kategorisch verschieden von derjenigen der Vereinigten Staaten. Auch unter den nachfolgenden Regierungen werde eine solche Rolle ausgefüllt. Die alte Bundesrepublik gehe als souveräner Partner z.B. in die Gespräche und Verhandlungen zur Wiedervereinigung Deutschlands und damit zur uneingeschränkten Souveränität. Wiewohl hiermit die Geschichte der alten Bundesrepublik endete, wurde im Rahmen der anschließenden Diskussion das Thema nicht nur vertieft, sondern es wurden auch Bezüge zur heutigen Politik hergestellt, z.B. eine Haltung der Zurückhaltung der Regierung Scholz zur Ukraine-Unterstützung. Aus Geschichte wurde Gegenwart.

Die Veranstaltung im Festsaal der Universität Bonn fand großen Zuspruch. Der Vortrag war kenntnisreich, kurzweilig und interessant. Prof. Dr. Kießling gelang es nicht nur, den historischen Kontext umfassend, aber verständlich darzustellen, sondern auch den Bogen zu schlagen zur aktuellen Politik der neuen Bundesrepublik Deutschland. Er hielt dabei mit seiner persönlichen Auffassung, die er als solche kennzeichnete, zu historischen und zeitgenössischen Ereignissen nicht hinter den Berg.

Ein Empfang mit angeregten Gesprächen, auch mit Prof. Dr. Kießling, bildete den Abschluss eines gelungenen Abends.     

 

Diese Veranstaltung kann bei YouTube unter Gesellschaft für Sicherheitspolitik nachverfolgt werden.

 

Text: Joachim Schulz, Pressebeauftragter GSP Bonn


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