Sektion Bonn
Von der Zeitenwende zum Epochenbruch - Quo vadis Deutschland?
Anmeldung der Teilnehmenden bei Roland Heckenlauer und Ludger Kersting (v.l.n.r.) © Richard Rohde
v.l.n.r. General aD Jörg Vollmer, Joachim Schulz, Sektion Bonn und Prof. em. Dr. Stefan Fröhlich © Richard Rohde
interessierte Zuhörer im Festsaal der Universität Bonn © Richard Rohde
Berichterstattung zur Veranstaltung „Von der Zeitenwende zum Epochenbruch – Quo vadis Deutschland?“
Herr Prof. em. Dr. Stefan Fröhlich, Emeritus für Internationale Politik & Politische Ökonomie der Universität Erlangen-Nürnberg, und General a.D. Jörg Vollmer, Militärexperte und Chief Advisor Military Affairs des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie, setzten sich im Rahmen einer „Panel Discussion“ in einer hybriden Veranstaltung mit Präsenzgästen und Online-Teilnehmern mit dem Thema „Von der Zeitenwende zum Epochenbruch – Quo vadis Deutschland?“ auseinander.
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies der Universität Bonn durchgeführt. Etwa 100 Interessierte waren vor Ort, im Netz noch einmal 50 Personen.
Von Deutschland in die Welt: diesem Gedanken folgte die inhaltliche Befassung. Natürlich stand neben dem Schutz Kritischer Infrastruktur die Frage der Wehrpflicht oder eines Pflichtjahres an Anfang der Ausführungen. Insbesondere die politischen Entscheidungen hierzu angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament wurden diskutiert. Insgesamt wurde ein gesellschaftlicher Mentalitäts- oder Bewusstseinswandel im Hinblick auf Kriegstüchtigkeit angemahnt.
Die NATO wurde als Bündnis in rauhen Zeiten gesehen und ein europäisiertes Bündnis angesichts der Verlässlichkeit der USA für erforderlich gehalten. Zumal die amerikanische Schwerpunktsetzung in Richtung Indo-Pazifik auch in vier Jahren nach Ende der Trump-Administration nicht Geschichte sein werde. Angesichts der strategischen Ausrichtung der USA in diese Region sei es für Europa ein Gebot der Stunde, sich auf den eigenen Kontinent zu konzentrieren – bei aller Bereitschaft auch im Indo-Pazifik Flagge zu zeigen. In diesem Zusammenhang wurde auch die nukleare Frage nach einem Schutzschirm unter französischer oder britischer Führung angerissen.
Deutschland spiele in Europa eine wesentliche Rolle. Auch wenn Entscheidungen in unserem Land lange dauerten - man sei aber danach ein sehr verlässlicher Partner.
Die Lage im russischen Angriffskrieg wurde diskutiert. Insbesondere über den Innovationszyklus und den Einsatz von Drohnen und die Lehren für uns wurde gesprochen. Nach Einschätzung der Panel Teilnehmer sei Russland nicht in der Lage wirkungsvoll den Cyber-Raum zu beherrschen. Putin habe die Reaktions- und Durchhaltefähigkeit der Ukraine falsch eingeschätzt. Verluste seien ihm egal.
Insgesamt stand noch die Frage im Raum, wieviel Zeit Deutschland, der EU und der NATO noch bleibe, bis Russland den Westen testen wolle mit begrenzten Operationen.
Die anschließende Diskussion vertiefte das Thema und beleuchtete noch weitere Aspekte.
Die inhaltliche Gestaltung war ansprechend, interessant und kompetent. Die Panel Teilnehmer haben mit ihren fundierten, kenntnisreichen und offenen Statements und
Einlassungen einen wichtigen Beitrag zur aktuellen sicherheitspolitischen Diskussion geleistet und die Zuhörer „mitgenommen“ bei diesem spannenden Thema. Und wie immer war die Zeit zu kurz.
Die sehr positive Resonanz des Publikums im Saal konnte man spüren. Auch von den Online-Teilnehmern gab es lobende Mails.
Der Abend war ein voller Erfolg!
Diese Veranstaltung kann bei YouTube unter Gesellschaft für Sicherheitspolitik nachverfolgt werden.
Text: Joachim Schulz, Pressebeauftragter GSP Bonn