Sektion Bonn

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Montag, 02.02.2026 - 18:00

Das Ulmer NATO-Kommando und sein Beitrag zur Verteidigung Europas

Im Fall der Bündnisverteidigung des NATO-Gebietes sind umfänglichste militärische Planungen der einzelnen nationalen Streitkräfte mit den zivilen Behörden in verschiedenen Ländern zu planen und zu koordinieren. Sinnvollerweise ist dies durch eine bereits in Friedenszeiten bestehende und übende NATO-Kommandobehörde zu gewährleisten: Das Allied Joint Support and Enabling Command (JSEC) in ULM ist auf operativer Ebene dem NATO-Befehlshaber (SACEUR) direkt unterstellt und gewährleistet, dass die von den NATO-Staaten bereitgestellten militärischen Fähigkeiten rechtzeitig im jeweiligen Einsatzraum zur Verfügung stehen. Was sich einfach anhört, ist ein sehr komplexer Prozess, den Generalleutnant Kai Rohrschneider,
verantwortliche Befehlshaber des JSEC, in seinem Vortrag beleuchten wird.
Ein lächelnder Mann in dunkler Militäruniform steht neben einem Banner der Clausewitz-Gesellschaft e.V.

GenLt K. Rohrschneider, Commander Allied Joint Support and Enabling Command und Befehlshaber Multinationales Kommando Operative Führung

Ein Soldat in Uniform, eine Frau und ein Mann im Anzug lächeln vor Bannern der Clausewitz-Gesellschaft und GSP.

v.l.n.r. GenLt Rohrschneider, Frau C. Klemm, Stv SL Sektion Bonn, Oberst a.D. M. Warter copyright: Sektion Bonn, B. Roelen

 

 

Veranstaltungsnachbericht:
Das Ulmer NATO-Kommando und sein Beitrag zur Verteidigung Europas

Am 02. Februar 2026 fand im Besucherzentrum des Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn eine gemeinsame Veranstaltung der GSP-Sektion Bonn, der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) und des Regionalkreises West der Clausewitz-Gesellschaft statt. Referent des Abends war Kai Rohrschneider, Generalleutnant der Bundeswehr und Commander des Allied Joint Support and Enabling Command (JSEC) in Ulm.

In seinem Vortrag erläuterte Generalleutnant Rohrschneider die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen, in denen sich die NATO heute bewegt. Er skizzierte eine zunehmend komplexe und herausfordernde Bedrohungslage, in der neben klassischen militärischen Risiken auch hybride Einflussnahmen und neue Verwundbarkeiten moderner Gesellschaften eine Rolle spielen. Besonders betont wurde die Bedeutung von gesellschaftlicher Resilienz und der Fähigkeit staatlicher Strukturen, auch unter Belastung handlungsfähig zu bleiben.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand der Auftrag des JSEC. Das Kommando ist auf operativer Ebene direkt dem NATO-Oberbefehlshaber unterstellt und hat die Aufgabe, die Verlegung und Unterstützung von NATO-Kräften im Bündnisgebiet zu koordinieren. Dabei führt das JSEC keine eigenen Truppen, sondern sorgt dafür, dass nationale militärische und zivile Beiträge der Bündnispartner frühzeitig aufeinander abgestimmt werden. Ziel ist es, im Krisen- oder Bündnisfall Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und Durchhaltefähigkeit sicherzustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem sogenannten Enablement. Dazu zählen funktionierende Verkehrs- und Logistikketten, geeignete Infrastruktur sowie abgestimmte rechtliche und administrative Verfahren zwischen den Bündnispartnern. Generalleutnant Rohrschneider machte deutlich, dass diese Aufgaben nur im engen Zusammenwirken von NATO, EU, nationalen Behörden und zivilen Akteuren bewältigt werden können.

Mit Blick auf Deutschland unterstrich der Referent die besondere Verantwortung aufgrund der zentralen geografischen Lage in Europa. Deutschland komme als Transit- und Aufnahmeland für alliierte Kräfte eine Schlüsselrolle zu. Entsprechende nationale Planungen böten hierfür einen wichtigen Rahmen und seien Ausdruck eines umfassenden Ansatzes staatlicher Gesamtverteidigung.

Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse der Teilnehmenden an Fragen der Bündnisverteidigung, der zivil-militärischen Zusammenarbeit und der Rolle Europas in einer sich wandelnden sicherheitspolitischen Ordnung. Der Abend verdeutlichte, wie entscheidend gut vorbereitete Strukturen und abgestimmtes Handeln für die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses sind.

Text: Benedikt Roelen, Presse GSP Bonn


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