Sektion Bonn
Gülden Hennemann - Digitalreihe Islamismus - „Islamismus als innenpolitische Bedrohung“
vlnr: Iris Müller, Marvin Naeder, Richard Rohde, Christine Schirrmacher, Gülden Hennemann, Martin Reuber. © Richard Rohde
Berichterstattung zur Veranstaltung „Islamismus in der Politik und als innenpolitische Bedrohung“
Frau Gülden Hennemann, Politikwissenschaftlerin und Islamexpertin, trug im Rahmen einer ZOOM-Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) und dem Institut für Orient- und Asienwissenschaften (beide Universität Bonn) zu „Islamismus in der Politik und als innenpolitische Bedrohung“ vor.
Die Veranstaltung stellte die Fortsetzung der Reihe Islamismus als Bedrohung unser Gesellschaft dar. Erneut waren mehr als 160 Personen online und nahmen die Kernthesen der Referentin zur Kenntnis. Der Islamismus sei strukturell bereits seit den 80er Jahren präsent in Deutschland, lehne als Ideologie liberale demokratische Werte ab - sei somit als Antithese zur Demokratie zu verstehen und werde nicht erst durch Gewalt zur Gefahr. Es wurden die Kernelemente des Islamismus dargestellt (s. Präsentation), die Akteure benannt und über die angewandten Einflussbereiche die Demokratiegefährdung abgeleitet. Frau Hennemann stellte verschiedene Lösungsansätze vor, machte gleichwohl nicht viel Hoffnung, dass in der Bevölkerung und auch bei Behörden ausreichend Kenntnisse zur Problembewältigung vorliegen und wirkungsvolle Maßnahmen möglich seien. Sie warnte ausdrücklich vor dem Stichwort eines „gemäßigten Islamismus“. Diesen gäbe es nicht. Andererseits sei die Vielfältigkeit des Islam als Religion absolut vereinbar mit demokratischen Grundwerten und Lebensweisen. Das Extrem als politische Ideologie - der Islamismus - sei hingegen definitiv eine Antithese zur Demokratie. Mehrfach verwies Frau Hennemann auf den Verfassungsschutzbericht des Bundes und auch der Länder. Hier seien islamistische Vereine, Verbände und Einflussnahmen nachlesbar veröffentlicht.
Die anschließende Diskussion war sehr lebhaft, ging auf Einzelaspekte tiefergehend ein und wurde vom Publikum als sehr offen, klar in der Ansprache und zeitgleich sehr differenziert sowie weiterbildend gelobt. Frau Hennemann fügte als Muslimin noch sehr persönlich aus, dass die meistens Muslime ihre Religion für sich leben und kein aktives Sendungsbewusstsein entwickeln wollen. Dies sei der Grund, dass sich liberale Muslime nicht in Verbänden organisieren und somit kein muslimischer Gegenpol zu organisierten Islamistenverbänden existiere.
Es war wieder eine sehr gelungene Veranstaltung zu einem politisch sensiblen Thema - beste Weiterbildungs- und Informationsarbeit. Wir freuen uns auf die nächsten drei Veranstaltungen mit weiteren Blickwinkel auf die Gefahren des Islamismus.
Die Veranstaltung kann bei YouTube unter Gesellschaft für Sicherheitspolitik nachverfolgt werden.
Text: Richard Rohde, Sektionsleiter GSP Bonn