Sektion Bonn
Sicher im Bild - Ein Film. Ein Thema. Ein sicherheitspolitisches Gespräch.
v.l.r. PD Dr. Hendrik Ohnesorge, Rebecca Ansén (JGSP Bonn), Dr. Christiane Heidbrink (c) Gesellschaft für Sicherheitspolitik Sektion Bonn
PD Dr. Hendrik Ohnesorge (c) Gesellschaft für Sicherheitspolitik Sektion Bonn
Über 40 Personen lauschten dem Vortrag von PD Dr. Hendrik Ohnesorge und sahen danach den Film „Thirteen Days". (c) Gesellschaft für Sicherheitspolitik Sektion Bonn
In seinem Vortrag setzte sich PD Dr. Hendrik Ohnesorge mit der Kubakrise im Kontext amerikanischer Außenpolitik und politischer Führungsforschung auseinander. (c) Gesellschaft für Sicherheitspolitik Sektion Bonn
Nachbericht
Am 21. Oktober fand die erste Filmveranstaltung der Jungen Gesellschaft für Sicherheitspolitik (JGSP) der Sektion Bonn in Kooperation mit dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Universität Bonn statt.
Zu Beginn begrüßte die Sprecherin der JGSP Bonn, Dr. Christiane Heidbrink, die Teilnehmenden im Publikum und stellte kurz den Film des Abends, „Thirteen Days“, sowie den Referenten Privatdozent Dr. Hendrik W. Ohnesorge vor.
Dr. Ohnesorge hielt im Anschluss einen ebenso informativen wie lebendigen Vortrag, in dem er die Ereignisse der Kubakrise von 1962 in den größeren Kontext amerikanischer Außenpolitik und politischer Führungsforschung einordnete. Die Kubakrise gilt als einer der kritischsten Momente des Kalten Krieges, in dem die USA und die Sowjetunion durch die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba am Rand eines atomaren Konflikts standen.
Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Frage, wie individuelle Persönlichkeit politische Entscheidungsprozesse prägen kann. Dr. Ohnesorge beleuchtete zunächst den persönlichen Werdegang John F. Kennedys – von seinem familiären Hintergrund über seine politische Sozialisation bis hin zu prägenden Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Anschließend stellte er die zentralen Entscheidungsoptionen der US-Regierung während der Kubakrise vor, etwa die Diskussionen im sogenannten Executive Committee (ExComm) über eine militärische Invasion, eine Seeblockade oder diplomatische Lösungen.
Besonders eindrucksvoll zeigte Dr. Ohnesorge, wie Kennedys Persönlichkeit und Führungsstil den Verlauf der Krise beeinflussten. Sein Abwägen zwischen Härte und Besonnenheit, sein Misstrauen gegenüber militärischen Schnelllösungen und seine Bereitschaft zur Kommunikation mit der sowjetischen Seite hätten wesentlich dazu beigetragen, die Eskalation zu vermeiden. Diese Perspektive ergänzte der anschließende Film „Thirteen Days“, in dem viele der zuvor besprochenen Dynamiken anschaulich dargestellt wurden.
Während der Pause nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, mit Dr. Ohnesorge ins Gespräch zu kommen und Fragen zu den im Film behandelten Themen sowie zu seiner Forschung zu stellen. Zum Abschluss dankte die federführende Organisatorin der Veranstaltung, Rebecca Ansén von der JGSP Bonn, dem Referenten herzlich für seinen engagierten Beitrag.
Insgesamt nahmen über 40 Personen teil, überwiegend Studierende zu Beginn ihres Studiums. Durch die Mischung aus jungen und erfahrenen Gästen entstand eine lebhafte Atmosphäre, in der während der Pause und nach der Vorführung intensiv über den Film, die historische Bedeutung der Kubakrise und die Rolle individueller Führungspersönlichkeiten in der internationalen Politik diskutiert wurde.