Sektion Schwerin
Die Zukunft der transatlantischen Beziehungen
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Nie in den Jahrzehnten nach Ende des Zweiten Weltkrieges wirkten die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa so fragil wie derzeit. Ungeachtet aller strategischen Erwägungen, mitgliedstaatlichen Egoismen und – im Einzelfall – demokratischer Defizite, verstand sich die NATO stets auch als Wertegemeinschaft. Dass es ausgerechnet ein amerikanischer Präsident sein könnte, der das Bündnis infrage stellt, überstieg bislang jede Vorstellung. Dass es dennoch geschieht, wird vielfach als Schock empfunden. Besonders von den NATO-Mitgliedern, deren Lage angesichts der russischen Politik als prekär angesehen werden muss. Nach vielen Jahren schläfriger Routine und eingeschliffener Rituale sind die Europäer möglicherweise gezwungen, innerhalb sehr kurzer Zeit weitreichende Entscheidungen zur Gewährleistung ihrer Sicherheit und Unabhängigkeit zutreffen. Ob es dabei nur um Geld geht oder um eine völlig neue Gestaltung der europäischen Sicherheitsarchitektur, ist eine offene Frage.