Sektion Bremen

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Donnerstag, 18.09.2025 - 18:00

Nachbar Frankreich - Sein Selbstverständnis, seine Rolle in Europa

Savoir-vivre, damit ist alles gesagt, was die Welt an Frankreich bewundert und was Frankreich der Welt geschenkt hat: Mode, Kunst, Kultur, Küche und mit der Französischen Revolution auch die Men-schenrechte. Deren Proklamation bestimmt bis heute den westlichen Blick auf die Welt.
Doch wie sehen sich die Franzosen selbst? Nach 1945 machte Frankreich eine politische Entwicklung durch, die dem Land die IV. und die V. Republik bescherten, mit einer Verfassung, die vornehmlich den Präsidenten stärkte. Geschuldet war diese Veränderung u.a. dem kolonialen Engagement Frankreichs in Asien und Afrika. Bis heute ist dieses Erbe eine Determinante französischer Politik.
In der Nachkriegszeit suchten Frankreich wie Deutschland nach ihrem neuen Platz in der Welt und in Europa. Mit dem Plan des französischen Außenministers Schuman gelang die Aussöhnung mit Deutschland. Die durch diese Initiative eingeleiteten Entwicklungen trugen maßgeblich zur Schaffung der Europäischen Union bei. In der NATO hingegen konnte sich Präsident de Gaulle, dessen Land zwischenzeitlich zur Atommacht aufgestiegen war, nicht wieder- finden und verließ die Kommandostruktur der NATO1966.
Gleichwohl gab Frankreich mit dieser Entscheidung keinesfalls seine Verpflichtung auf, an der kollektiven Verteidigung des Bündnisses teilzunehmen. Es beteiligte sich an fast allen großen NATO - Operationen, vom BALKAN über IRAK bis AFGHANISTAN. Mit der 2009 erfolgten Reintegration in die NATO verfolgte Frankreich das Ziel, seinen Einfluss im Bündnis zu stärken und Europas Verteidigung neu zu beleben. In der EU ist es die einzige Atommacht, in der NATO teilt Frankreich diese Rolle mit den USA und England.
Wie die politische Klasse und die Bürger Frankreichs auf ihre Sicherheitspolitik schauen, wird uns Frau Prof. Dr. Kempin erklären.
Vortrag und Diskussion
Lächelnde Frau mit kurzen braunen Haaren in schwarzem Blazer und rotem Rollkragenpullover vor grauem Hintergrund.
Referent: Frau Professor Dr. Ronja Kempin , Stiftung Wissenschaft und Politik

Dr. Ronja Kempin ist Senior Fellow der Forschungsgruppe EU/Europa an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Die SWP berät den Bundestag und die Bundesregierung ebenso wie die Wirtschaft in außenpolitischen Fragen. Ronja Kempin forscht zu Fragen europäischer Sicherheits- und Verteidigungspolitik, insbesondere zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU (GSVP) sowie zu Frankreich und den deutsch-französischen Beziehungen.

Im akademischen Jahr 2024/2025 hatte sie den Alfred Grosser Lehrstuhl an SciencesPo Paris inne und forschte dort bis Ende Juni 2025 am Centre de Recherches Internationales (CERI). Von 2010 bis 2014 war sie Leiterin der Forschungsgruppe EU-Außenbeziehungen an der SWP. In 2014 arbeitete sie als Beraterin und Referentin in der politischen Abteilung (Referat 202, GSVP) im Auswärtigen Amt in Berlin.

Ronja Kempin hat Politikwissenschaften in Marburg, Berlin, Rennes und Paris studiert und am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin promoviert. Zu ihren weiteren Arbeitsstationen gehören der Deutsche Bundestag, das Copenhagen Peace Research Institute, das Institut de Relations Internationales et Stratégiques in Paris und das Weatherhead Center for International Affairs an der Harvard University in Cambridge, MA.

 

Ort: Haus der Wissenschaft - Sandstraße 4/5 , 28195 Bremen
Organisator: Oberstleutnant a.D. Dipl. Päd. Rüdiger Krause , Sektionsleiter bremen@gsp-sipo.de
Breslauer Straße 3a, 28876 Oyten  04207 / 688038


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bremer Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. lädt zum Vortrag von Frau Professor Dr. Ronja Kempin, Stiftung Wissenschaft und Politik, zum Thema: Nachbar Frankreich - Sein Selbstverständnis, seine Rolle in Europa recht herzlich ein.

U.A.w.g. per Mail, oder dem u.a. Anmeldelink bis zum 16.09.2025

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Rüdiger Krause