Sektion Bremen

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Donnerstag, 14.11.2024 - 18:30

Polen, unser unbekannter Nachbar - Schlüsselland für Europas Sicherheit

ACHTUNG Anfangszeit von 1800h auf 1830h verschoben!

Russland führt Krieg gegen die Ukraine. Der Krieg ist zurück in Europa! Dadurch verändern sich die bis dahin angenommenen geostrategischen Bedingungen. Deutschland wird vom ehemaligen „Frontstaat“ auf der Trennlinie zwischen Warschauer Pakt und NATO nun zur Drehscheibe für die Sicherstellung der Verteidigungsfähigkeit des, um unsere östlichen Nachbarn erweiterten, NATO-Bündnisses.
Die russische Absicht scheint es zu sein, den ukrainischen Staat zu zerschlagen, zu marginalisieren und zu russifizieren. Sollte das auch nur in Teilen gelingen, stehen NATO und EU vor neuen Aufgaben. Polen würde, neben der Grenze zu dem von Russland dominierten Weißrussland eine gemeinsame Grenze mit Russland oder einer von Russland beherrschten Ukraine haben. Wie einst die Bundesrepublik Deutschland würde es zum „Frontstaat“. Vor diesem Hintergrund hat Polen bereits in der Regierungszeit der national-konservativen Partei PiS begonnen, seine Streitkräfte aufzurüsten. Die seit Ende 2023 im Amt befindliche Regierung Tusk behält diesen Kurs bei und gibt weiterhin über vier Prozent des polnischen BIP für die Verteidigung aus. Ministerpräsident Tusk unterstützt die Ukraine fortgesetzt mit Waffen und Munition. Er sagt: „Wenn wir ein Europa sind, dann bedeutet das, dass der Krieg vor unserer Haustüre stattfindet“. Anders als der deutsche Bundeskanzler scheint Polen im Umgang mit Putins Russland einen anderen, konsequent auf Abschreckung setzenden Weg zu beschreiten, ohne stets auf den transatlantischen Partner zu warten.
Ein konstruktives und enges Zusammenwirken von Deutschland und Polen ist angesichts der geopolitischen Herausforderungen, der künftigen Entwicklung der transatlantischen Beziehungen und der Sicherheitslage in Europa wichtiger denn je. Für beide Nationen gilt es, die äußerst sensible Frage möglicher Reparationszahlungen an Polen zu klären. Bis dahin bleibt das deutsch-polnische Verhältnis weiterhin angespannt.
Dr. Lang ist ein ausgewiesener Kenner Polens und wird uns Polens Sicherheitspolitik ebenso erläutern, wie Polens Rolle in der EU und sein Verhältnis zu Deutschland.
Vortrag und Diskussion
Ein lächelnder Mann mittleren Alters mit Brille und Bart im Anzug vor einer grünen Hecke.
Referent: Dr. sc. pol. Kai-Olaf Lang , Senior Fellow in der Forschungsgruppe EU/Europa bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin (seit 2001);

  • Senior Fellow in der Forschungsgruppe EU/Europa bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin (seit 2001);
  • zuvor Wissenschaftlicher Referent beim Bundesinstitut für internationale undostwissenschaftliche Studien, (BIOst), Köln (1999-2000);
  • Forschungsschwerpunkte:
    Länder Ostmitteleuropas (Polen, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn) und baltische Staaten: Transformation, innenpolitische Entwicklungen und Parteiensysteme, Außen-, Sicherheits- und Europapolitik, bilaterale Beziehungen zu Deutschland; Europäische Nachbarschaftspolitik, Ostpolitikder Europäischen Union;
  • Diplom-Verwaltungswissenschaftler (Universität Konstanz);
  • Doktor der politischen Wissenschaften (Universität Kiel);
  • Studien- und Forschungsaufenthalte in Warschau, Prag, Washington D.C.
  • Mitglied des Beirats des deutsch-tschechischen Gesprächsforums;
  • Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde; Mitglied der deutsch-polnischen Kopernikus-Gruppe;
  • Mitglied des Redaktionsbeirats der Zeitschriften Przegląd Zachodni (Posen), Mezinárodní politika (Prag), des Advisory Board der Aspen Review Central Europe (Prag) und des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift Nowa Res Publica (Warschau).
Ort: Haus der Wissenschaft - Sandstraße 4/5 , 28195 Bremen
Organisator: Oberstleutnant a.D. Dipl. Päd. Rüdiger Krause , Sektionsleiter bremen@gsp-sipo.de
Breslauer Straße 3a, 28876 Oyten  04207 / 688038