Der Westen befindet sich in einer tiefen ernsten Krise. Die liberalen und pluralistischen Demokratien, Staaten und Zivilgesellschaften, in denen Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit ebenso gelten wie die unveräußerlichen Menschenrechte, in denen eine politische Kultur des Dialogs und der Meinungsfreiheit zum friedlichen Ausgleich widerstreitender Interessen herrscht, in denen Minderheitenschutz gilt und in denen die Prinzipien der repräsentativen Demokratie anerkannt werden, sind in der Defensive.
Der Westen wird nicht nur von außen durch antifreiheitliche und autoritäre Systeme herausgefordert sondern auch immer stärker im Inneren durch radikale, extremistische Gruppierungen in Frage gestellt. Die Kernräume des Westens, die Staaten der EU und die USA, verfolgen immer deutlicher unterschiedliche politische Ziele.
Die welt-, innen- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen durch Globalisierung, geopolitische und -strategische Verschiebungen, Finanzkrisen, Verbreitung nuklearer Fähigkeiten oder Flucht und Vertreibung scheinen verantwortliche Politiker und Bürger gleichermaßen zu überfordern. Dies hat zwangsläufig unmittelbare Auswirkungen auf unsere Sicherheit und verlangt die Befähigung zur raschen, koordinierten Anpassung unserer Sicherheitspolitik.
Das 4. Bremer Symposium „ Zerfällt der Westen? “ will interessierten Bürgerinnen und Bürgern Vielfalt und Komplexität der Herausforderungen in der gegenwärtigen Lage vermitteln und es soll die Frage erörtert werden, ob der Westen vor diesem Hintergrund seine weltweite Strahlkraft bewahren kann. Hochrangige und ausgewiesene Experten aus der Wissenschaft entwickeln an ausgewählten Beispielen ein verständliches Bild der gegenwärtigen Situation und sich daraus ergebender Herausforderungen.