Sektion Bremen

Sektion Bremen

Donnerstag, 11.06.2026 - 18:00

Zwischen Alltagsroutine und Bevölkerungsschutz

Unter dem Eindruck des russischen Überfalls auf die Ukraine hat Bundeskanzler Scholz eine Zeitenwende diagnostiziert. Sie bedeutete die Negierung herrschenden Rechts und kündigte Russlands hegemoniale Ansprüche im europäischen Raum an.
Emotional, politisch, ökonomisch, kul-
turell, militärisch wie humanitär war der Westen, war Deutschland nicht auf die Herausforderungen eines Konflikts mit einer militärischen Großmacht eingestellt.
Landes- und Bündnisverteidigung war zu einer sekundären Aufgabe der weitgehend abgerüsteten Streitkräfte geworden. Der ehemals gut ausgerüstete Zivil- und Bevölkerungsschutz wurde den politischen Szenarien angepasst. Kriegerische Ereignisse wurden weitgehend ausgeblendet, mit Folgen für die Organisation, Ausbildung und technische Ausrüstung der Hilfsorganisatio-nen.
Die Aufgabenwahrnehmung verblieb auf der Ortsebene und wurde auf akute Ereignisse ausgerichtet, wie Erste Hilfe bei Unfällen, Rettungen und Transporten.
Aber auch bei großen Schadereignissen obliegt die humanitäre medizinische Erstversorgung den entsprechenden Organisationen wie DRK, Johannitern, Caritas, DRLG, Wasserwacht u.a.. Täglich weisen diese Organisationen ihre Professionalität in unzähligen Einsätzen nach. Nun stehen sie vor der Aufgabe, sich für einen Konfliktfall rüsten zu müssen, der neue Herausforderungen mit sich bringt.
Chris Knobloch kann aus seiner Erfahrung berichten, wie sich die humanitären Hilfsorganisationen diesem neuen Anspruch stellen.
Vortrag und Diskussion

Referent: Chris Knoblauch , DRK Rettungsassistent und Zweiter stellvertretender Präsident des DRK Kreisverbands Bremervörde

Chris Knobloch engagiert sich ehrenamtlich seit fast 25 Jahren im Deutschen Roten Kreuz (DRK) an seinem Wohnort Zeven. Zunächst  erwarb er die Qualifikation eines Rettungsassistenten, damals die höchste Qualifikation im Rettungsdienst, die ohne ärztliches Studium zu erreichen ist.
Sein Engagement ging jedoch weit darüber hinaus. Schon lange vor der Anpassung der Vorgaben zum Katastrophenschutz des Lands Niedersachsen in 2023 betätigte Knobloch sich im Katastrophenschutz. Als Chef des DRK Einsatzzuges “Katastrophenschutz” übernahm er 2019 mit diesem und Mitarbeitern des Landkreises Rotenburg (Wümme) (LK ROW) die Planung, Inbetriebnahme und Leitung des Corona-Impfzentrums des LK ROW in Zeven. 
„Lagen, in denen der Katastrophenschutz in Deutschland aktiv werden muss, werden mehr.“ sagt Knobloch So ist es nur folgerichtig, dass Chris Knoblauch im April 2024 von Landrat Marco Prietz (LK ROW) zum Verbandsführer für die Einsatzkontingente Behandlungsplatz (BHP) 50 und Betreuungsplatz (BTP) 500 ernannt wurde. Damit stellt der Landkreis auf Ereignisse mit hohem Anfall von Beteiligten oder Verletzten ab und bündelt die örtlichen Kompetenzen von DRK, Johannitern, ASB und DRLG unter einem Dach und einer Führung. Knobloch sagt: „Es geht darum, ein Gerüst mit Menschen und Material zu füllen.“ 
Hauptberuflich ist Chris Knobloch Fallschirmjägeroffizier und Ausbilder an der Logistikschule der Bundeswehr. Er unterrichtet dort Sanitätswesen.

Ort: Haus der Wissenschaft - Sandstraße 4/5 , 28195 Bremen
Organisator: Oberstleutnant a.D. Dipl. Päd. Rüdiger Krause , Sektionsleiter bremen@gsp-sipo.de
Breslauer Straße 3a, 28876 Oyten  04207 / 688038


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bremer Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. lädt zum Vortrag 
von Herrn Chris Knoblauch zum Thema: Zwischen Alltagsroutine und Zivilschutz - Humanitäre Hilfsorganisationen in der Zeitenwende

U.A.w.g. per Mail, oder dem u.a. Link bis zum 09.06.2026

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger Krause
Sektionsleiter